Vitamine und Mineralstoffe: Funktionen und Quellen
Vitamine: Funktionen, Quellen und Mangelerscheinungen
Vitamin C
Schützt, regelt und erleichtert chemische Prozesse. Hauptaufgaben sind die Bildung von Kollagen, die Resorption von Eisen, der Schutz von Vitamin A und E vor Oxidation sowie die Regulierung des Cholesterin-Stoffwechsels.
- Quellen: Grünes Gemüse, Zitrusfrüchte, Tomaten.
- Mangel: Skorbut, Reizbarkeit, Knochenschmerzen, leichte Blutungen, schlechte Wundheilung.
- Toxizität: Magenverstimmung, Nierensteine, falsch-positive Tests auf okkultes Blut oder Glukosurie.
Vitamin B1 (Thiamin)
Wichtiges Coenzym im Kohlenhydratstoffwechsel.
- Quellen: Fleisch, Körnerleguminosen.
- Mangelursachen: Alkoholismus, Dialyse, kohlenhydratreiche Ernährung.
- Folgen: Beriberi, Wernicke-Enzephalopathie.
Vitamin B2 (Riboflavin)
Kombiniert mit Phosphorsäure als Teil von Coenzymen für das Wachstum und als Cofaktor für Nebennieren-Kortikosteroide.
- Quellen: Milch, Vollkornprodukte, grünes Gemüse.
- Mangel: Cheilosis, Glossitis, seborrhoische Dermatitis, Hornhaut-Vaskularisation.
Vitamin B6 (Pyridoxin)
Coenzym im Aminosäurestoffwechsel, Kofaktor im Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, erleichtert die Freisetzung von Leber- und Muskelglykogen.
- Quellen: Fleisch, Getreide, Eier, Gemüse, Hülsenfrüchte.
- Mangel: Durch Alkoholismus oder Wechselwirkungen mit Medikamenten/Kontrazeptiva; führt zu mikrozytärer hypochromer Anämie, Dermatitis, Krämpfen.
- Toxizität: Kann Levodopa- und Phenytoin-Spiegel verringern; hohe Dosen führen zu sensorischer Neuropathie und Ataxie.
Biotin
Carboxylase-Enzym-Kofaktor für vier Substrate (Pyruvat, Acetyl-CoA, Propionyl-CoA, Beta-Methylcrotonyl-CoA), wichtig im Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Lipiden.
- Quellen: Innereien, Eigelb, Milch, Fisch, Nüsse.
- Mangel: Exfoliative Dermatitis, Haarausfall, Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Anämie.
Therapeutische Verwendung von Vitaminen
Zur Behandlung von Mangelerscheinungen:
- Thiamin: Beriberi
- Riboflavin: Dermatopathien, Stomatitis, Glossitis, Anämie
- Pyridoxin: Zentrale und periphere Neuropathie
- Niacin: Pellagra
- Cyanocobalamin: Perniziöse Anämie
- Folsäure: Megaloblastäre Anämie
- Vitamin A: Xerophthalmie, Keratomalazie, Nyktalopie
- Vitamin D: Rachitis, Osteomalazie
- Vitamin K: Hämorrhagisches Syndrom
- Vitamin E: Antioxidative Wirkung
- Vitamin C: Skorbut
Mineralstoffe
Mineralstoffe machen etwa 4 % des Körpergewichts aus. Sie sind essenziell für die normale Zellaktivität und regulieren die osmotischen Eigenschaften der Körperflüssigkeiten.
Magnesium
Aktiviert Enzymsysteme und ist Cofaktor der oxidativen Phosphorylierung sowie der Thermoregulation.
- Hypomagnesiämie: Erhöhte neuronale Erregbarkeit und neuromuskuläre Übertragung.
- Hypermagnesiämie: Vasodilatation, Bradykardie, Atemdepression, Abnahme der Sehnenreflexe.
Phosphor
Wichtig für die Verwertung des Vitamin-B-Komplexes sowie am Aufbau von Knochen, Zähnen und Körperflüssigkeiten beteiligt.
Spurenelemente
- Chrom: Kofaktor bei der Insulinausschüttung (in hohen Dosen toxisch).
- Kobalt: Cofaktor für Vitamin B12 (übermäßige Dosen führen zu Polyzythämie).
Natrium in der Ernährung
Die normale Zufuhr liegt bei 10 bis 15 g Kochsalz (entspricht 3900 bis 5900 mg Natrium). 1 g Kochsalz enthält ca. 390 mg Natrium.
Natriumarme Ernährung (moderat): Enthält 1.500 bis 2.000 mg Natrium pro Tag (entspricht maximal 5 g Kochsalz).