Wirtschaftspolitik: Nachfrage, Angebot und Arbeitslosigkeit
Wirtschaftspolitische Ziele
Die zentralen wirtschaftspolitischen Ziele umfassen:
- Niedrige Arbeitslosigkeit
- Niedrige Inflation
- Geringe Haushaltsdefizite
Gesamtwirtschaftliche Nachfrage
Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage lässt sich in drei Ebenen unterteilen:
- Aggregierte Nachfrage: Die Summe aller Märkte.
- Marktnachfrage: Die Summe der Nachfrage auf einem spezifischen Markt.
- Personennachfrage: Die individuelle Kaufentscheidung.
Komponenten der Nachfrage
- Verbrauch (Konsum): Abhängig vom verfügbaren Einkommen und autonomen Konsum (Erwartungen).
- Investitionen: Abhängig von Erwartungen und dem Zinsniveau.
- Öffentliche Ausgaben: Inklusive automatischer Stabilisatoren wie Arbeitslosengeld.
- Netto-Exporte: Exporte (abhängig vom Auslandseinkommen) abzüglich Importe (abhängig vom Inlandseinkommen).
Gesamtwirtschaftliches Angebot
Das Angebot wird primär durch Technologie, Bevölkerungswachstum, Ausbildung und die Erwerbsquote bestimmt. Bei Erreichen der Produktionskapazitätsgrenze führt eine weitere Nachfragesteigerung zu einem Anstieg des Preisniveaus.
Arbeitslosigkeit: Arten und Ursachen
Formen der Arbeitslosigkeit
- Saisonale Arbeitslosigkeit: Abhängig von der Jahreszeit (z. B. Tourismus).
- Zyklische Arbeitslosigkeit: Abhängig von der konjunkturellen Lage.
- Strukturelle Arbeitslosigkeit: Diskrepanz zwischen Qualifikation und Anforderungen.
- Friktionelle Arbeitslosigkeit: Kurzfristige Übergangsphasen bei Stellenwechseln.
Erklärungsansätze
- Neoklassik: Fokus auf Marktflexibilität. Löhne sollten sich frei anpassen, um das Gleichgewicht zu finden.
- Keynesianismus: Fokus auf mangelnde gesamtwirtschaftliche Nachfrage; Lösung durch staatliche Ausgabenprogramme.
Inflation und Stagflation
Stagflation beschreibt das gleichzeitige Auftreten von hoher Arbeitslosigkeit und Inflation. Dies geschieht häufig durch angebotsseitige Schocks, wie etwa steigende Energiekosten (z. B. Ölkrise).
Konjunkturzyklen
Zyklen werden nach ihrer Dauer und Ursache unterschieden:
- Kurzfristige Zyklen (20–40 Monate): Bedingt durch Nachfrageschwankungen und Lagerbestandsanpassungen.
- Langfristige Zyklen (20–40 Jahre): Bedingt durch technologische Umbrüche.
Phasen eines Zyklus
- Expansion: Anstieg der Produktion und Preise.
- Rezession: Rückgang der Produktion (definiert als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem Wachstum).