Wissenschaft, Technik und moderne Kommunikationsmodelle
1) Die Unterscheidung zwischen Wissenschaft, Technologie, Kunst und Technik
Definitionen nach der RAE (Königliche Spanische Akademie):
- Wissenschaft: Das durch Beobachtung und Überlegung erhaltene Wissen, das systematisch strukturiert ist und aus dem Prinzipien und allgemeine Gesetze abgeleitet werden.
- Kunst: Ausdruck des menschlichen Handelns, durch den eine persönliche und uneigennützige Vision vermittelt wird, die Reales oder Imaginäres durch plastische, sprachliche oder klangliche Ressourcen interpretiert.
- Technik: Die Anwendung von Wissenschaft und Kunst; die Gesamtheit der Verfahren und Ressourcen, die eine Wissenschaft oder Kunst nutzt.
- Technologie: Die Gesamtheit von Theorien und Techniken, die die praktische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglichen.
Hinweis: Verwechseln Sie nicht die verschiedenen Technologien mit der logischen Reflexion über die Technik und ihre Anwendungen oder die Fachsprache einer Wissenschaft oder Kunst.
2) Wo steht die Technik?
- Die Technik entspringt dem Wunsch und der Notwendigkeit des Menschen, die Umgebung entsprechend seinen Bedürfnissen zu kennen, zu beherrschen und zu transformieren.
- Was haben ein Steinbeil und ein Handy gemeinsam? Von den Jagdmethoden des primitiven Menschen bis zur modernen Technologie haben wir stets versucht, die Umwelt zu beherrschen und unsere Bedürfnisse zu erfüllen.
3) Die neuen Technologien
- Relativität des Begriffs: Der Begriff „neu“ ist kontextabhängig und bezieht sich oft auf den Generationswechsel (z. B. das Fernsehen für die Großmutter, der Computer oder das Handy für die heutige Generation).
- Historische und aktuelle Beispiele verdeutlichen diesen Wandel.
4) Klassifizierung von Technologien
- Nach Fachbereich (Wissenschaften).
- Für die Forschung.
- Für die Informationsverarbeitung.
- Für die Kommunikation (z. B. in der Sportpädagogik oder Sonderpädagogik).
- Historische Entwicklung: Tamtam, mündliche Überlieferung, Schrift, Drucksysteme, analoge Bild- und Audioaufnahme bis hin zum digitalen Zeitalter.
- NN.TT. (Neue Technologien) der Information: Speicher- und Informationsmanagement.
- NN.TT. der Kommunikation: Internet, mobile Geräte und Satellitentechnik.
5) Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien
Wir stehen vor einem radikalen Wandel der Informationssysteme, vergleichbar mit der Erfindung des Buchdrucks. Dies führt zu einer Revolution in der Wissensvermittlung, der Kultur sowie den Lehr- und Lernmöglichkeiten.
Im 20. Jahrhundert (analoge Technik) litten Übertragungsprozesse oft unter Qualitätsverlust (Rauschen, Kopierverluste). Heute nutzen wir ein digitales System, das den Kontext verstärkt: die digitale Kultur. Dies ist nicht nur eine technologische, sondern auch eine ökonomische Revolution (niedrigere Kosten, aber ungleicher Zugang – Stichwort: digitale Kluft).
Es handelt sich zudem um eine kulturelle Revolution, die Gewohnheiten transformiert. Technik ist nicht neutral; sie kann menschliche Fähigkeiten fördern oder sich gegen den Menschen wenden. Sie erfordert neue Beziehungsformen.
Herausforderungen des digitalen Zeitalters
- Digitalisierung: Informationen erhalten einen neuen, oft immateriellen Träger, was die Kommunikation verbessert und Ressourcen spart.
- Automatisierung: Riesige Datenmengen können synchron verarbeitet werden. Dies erfordert neue Anpassungsstrategien (z. B. E-Book vs. gedrucktes Buch).
- Hipolectura: Die Suche im Internet erfolgt oft parallel. Da der Verstand die Flut an Informationen kaum vollständig erfassen kann, nutzen wir Hypertext-Lesestrategien.
- Interaktivität: Die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine wird subtiler und persönlicher. Systeme lernen und geben Antworten.
- Virtualität: Ein neues Konzept der Telepräsenz (Virtuelle Realität). Wir können Orte besuchen oder Handlungen ausführen, die physisch nicht erreichbar sind (z. B. Online-Vorlesungen).
6) Die grundlegenden Elemente der Kommunikation
Der Mensch als soziales Wesen hat ein tiefes Bedürfnis nach Austausch. Wir nutzen symbolische Sprache und unsere Sinne als „periphere“ Verbindung unseres Selbst mit anderen.
Faktoren des Kommunikationsphänomens
Kommunikation ist die Übertragung von Signalen durch einen gemeinsamen Code zwischen Sender und Empfänger.
- Sender (Emittent): Die Person, die Informationen (Fakten, Ideen, Gefühle) übertragen möchte.
- Nachricht: Die kodierte Information.
- Code: Die Sprache oder das System, mit dem die Nachricht erstellt wird.
- Kanal: Das Medium, über das die Nachricht übertragen wird.
- Kontext: Die Umstände der Kommunikation.
- Empfänger (Rezeptor): Der Adressat, der die Nachricht entschlüsselt.
- Rauschen: Verzerrungen im Kanal, die die Kommunikation stören.
Erfolgreiche Kommunikation erfordert Absicht beim Sender und Aufmerksamkeit beim Empfänger. Probleme entstehen oft durch fehlerhafte Kodierung, mangelnde Kommunikationsfähigkeit, Kanalstörungen oder unterschiedliche kulturelle Konnotationen.
7) Kommunikationsmodelle
Das Lasswell-Modell
Harold D. Lasswell entwickelte ein lineares Modell basierend auf fünf Fragen:
- Wer? (Der Sender/die Quelle)
- Sagt was? (Die Nachricht/der Inhalt)
- Über welchen Kanal? (Das Medium)
- Zu wem? (Der Empfänger/das Zielpublikum)
- Mit welchem Effekt? (Die Auswirkung/das Ergebnis)
Klassifizierung von Kommunikationsformen
- Nach der Form: Direkt, indirekt, fragend, zögerlich, mahnend, ausrufend, positiv oder negativ.
- Nach den Sinnen: Taktil, oral, visuell, olfaktorisch, gustatorisch.
- Nach dem Fachgebiet: Emotional, spirituell, künstlerisch, rational.
- Nach der Absicht: Lehrend, wissenschaftlich, ausweichend, spielerisch, juristisch-moralisch.
- Nach der Aufmerksamkeit: Sensorisch, unterschwellig (subliminal), umfassend.
- Nach der Richtung: Unidirektional, bidirektional, mehrwege.