Amiodaron, Dexamethason, Dobutamin und weitere Wirkstoffe: Anwendung und Kontraindikationen
Amiodaron (Injektionslösung)
Anwendungsform
Intravenöse Gabe
Indikationen
Das Präparat ATLANSIL wird zur Behandlung bestimmter Herzrhythmusstörungen eingesetzt, insbesondere bei schwerwiegenden Störungen wie:
- Vorhofrhythmusstörungen
- Kammerrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag
- Tachykardien bei Wolff-Parkinson-White-Syndrom
- Hautveränderungen und symptomatische Kammerrhythmusstörungen
Die Injektionslösung wird verabreicht, wenn eine schnelle Wirkung notwendig ist oder wenn eine orale Einnahme nicht möglich ist.
Gegenanzeigen
ATLANSIL Injektionslösung ist in folgenden Fällen kontraindiziert:
- Überempfindlichkeit gegen Jod, Amiodaron oder einen der Hilfsstoffe der Formel
- Sinusbradykardie, Sinuatrialblock und Sick-Sinus-Syndrom (sofern kein Schrittmacher implantiert ist; Sinusstillstand)
- Schwere AV-Überleitungsstörungen (AV-Block höheren Grades, bi- oder trifaszikulärer Block)
- Morbus Basedow oder Schilddrüsenerkrankungen in der Vorgeschichte. Bei unklarer Schilddrüsenfunktion oder familiärer Schilddrüsenerkrankung ist die Schilddrüsenfunktion vor der Behandlung zu beurteilen
- Kombination mit Arzneimitteln, die Torsade de pointes auslösen können, einschließlich bestimmter Antiarrhythmika
Die intravenöse Gabe ist bei Hypotonie, schwerer respiratorischer Insuffizienz, Kardiomyopathie oder Herzinsuffizienz kontraindiziert.
Natriumbicarbonat korrigiert eine gemischte metabolische und respiratorische Azidose bei erhöhtem CO2 und sehr niedrigem O2. Es wirkt als Puffer, um den pH-Haushalt zu korrigieren.
Dexamethason (Decadron)
Indikationen
Dexamethason wirkt entzündungshemmend und immunsuppressiv. Es wird vor allem bei intensiver Behandlung über einen kurzen Zeitraum eingesetzt.
Spezifische Indikationen:
- Allergische Erkrankungen: Behandlung schwerer allergischer Zustände, die nicht auf konventionelle Therapien ansprechen, wie saisonale oder ganzjährige allergische Rhinitis, Asthma bronchiale, allergisches Kontaktekzem, atopische Dermatitis, Serumkrankheit und Überempfindlichkeitsreaktionen auf Arzneimittel.
- Rheumatische Erkrankungen: Begleittherapie bei akuter Exazerbation oder kurzfristig, z. B. bei Psoriasis-Arthritis, rheumatoider Arthritis einschließlich juveniler Form (ausgewählte Fälle mit niedriger Erhaltungsdosis), ankylosierender Spondylitis, akuter und subakuter Bursitis, Tenosynovitis, akuter unspezifischer Arthritis, akuter Gicht, posttraumatischer Arthrose, Synovitis und Epicondylitis.
- Haut: Pemphigus, Dermatitis herpetiformis, Dermatitis bullosa, Erythema multiforme major (Stevens-Johnson-Syndrom), exfoliative Dermatitis, Mycosis fungoides, schwere Psoriasis und schwere seborrhoische Dermatitis.
- Auge: Schwere, akute und chronische allergische und entzündliche Prozesse des Auges und seiner Anhangsgebilde, wie allergische Konjunktivitis, Keratitis, marginale Hornhautgeschwüre, Zoster ophthalmicus, Iritis und Iridozyklitis, Chorioretinitis, Entzündungen des vorderen Augenabschnitts sowie diffuse posteriore Uveitis und Choroiditis, sympathische Ophthalmie und Optikusneuritis.
- Endokrinopathien: Primäre oder sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz (Cortison und Hydrocortison sind die Mittel der ersten Wahl; synthetische Analoga können eingesetzt werden, wobei bei Kindern die Mineralokortikoid-Substitution besonders wichtig ist), kongenitale adrenogenitale Hyperplasie, nichteitrige Thyreoiditis und Hyperkalzämie bei Krebs.
- Pneumopathien: Symptomatische Sarkoidose, Löffler-Syndrom, nicht anderweitig kontrollierbare Berylliose, fulminante oder disseminierte Lungentuberkulose (bei gleichzeitiger adäquater Chemotherapie), Aspirationspneumonie.
- Blutkrankheiten: Idiopathische thrombozytopenische Purpura bei Erwachsenen, sekundäre Thrombozytopenie bei Erwachsenen, erworbene (autoimmune) Anämie, PRCA (reine Erythrozytenaplasie), kongenitale hypoplastische (erythroide) Anämie.
- Neoplastische Erkrankungen: Palliative Behandlung von Leukämien und Lymphomen sowie akuter Leukämie bei Erwachsenen und Kindern.
- Ödematöse Zustände: Zur Induktion einer Diurese oder Remission bei nephrotischem Syndrom, Urämie oder idiopathischem systemischem Lupus erythematodes.
- Hirnödem: Dexamethason-Tabletten bzw. Elixier können zur Behandlung eines Hirnödems unterschiedlicher Ursache eingesetzt werden, etwa bei Hirnödem im Zusammenhang mit primären oder metastasierten Hirntumoren. Sie können auch präoperativ bei erhöhtem intrakraniellem Druck, als palliative Maßnahme bei inoperablen oder wiederkehrenden Hirntumoren sowie bei neurologischen Symptomen nach Neurochirurgie eingesetzt werden. Sie ersetzen jedoch keine sorgfältige Beurteilung und keine spezifische Behandlung.
- Gastrointestinale Erkrankungen: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und regionale Enteritis während kritischer Phasen.
- Verschiedenes: Tuberkulöse oder eitrige Meningitis mit Blockade des Liquorabflusses (bei gleichzeitiger adäquater Tuberkulosetherapie), Trichinose mit myokardialer oder neurologischer Beteiligung, Exazerbation oder Erhaltungstherapie bei Lupus erythematodes und akuter rheumatischer Karditis.
- Diagnostik: Test zur Prüfung der adrenokortikalen Hyperfunktion.
Gegenanzeigen
Systemische Pilzinfektionen, Überempfindlichkeit gegen Sulfite oder einen anderen Bestandteil des Arzneimittels (siehe Hinweis „Warnung“) sowie die Gabe von Lebendimpfstoffen (siehe Hinweis „Warnung“).
Dobutamin (Dobutrex)
Anwendungsform
Intravenöse Injektion
Indikationen
Anzeige
Dobutamin ist angezeigt, wenn eine inotrope Unterstützung zur Behandlung von Patienten mit Hypoperfusion und unzureichender Herzleistung erforderlich ist, die einen Mangel an Durchblutung aufweisen. Ebenso ist es angezeigt, wenn ein Patient mit krankhaft erhöhtem ventrikulärem Füllungsdruck, der zu Stauung und Lungenödem führen kann, eine inotrope Unterstützung benötigt.
Dobutamin dient der Steigerung der Kontraktilität des Herzens bei akuter Herzinsuffizienz, die sowohl organisch als auch kardiochirurgisch bedingt sein kann.
Es wird auch kurzfristig zur Behandlung der Dekompensation bei Herzinsuffizienz oder zur Steigerung der Kontraktilität nach einem kardiochirurgischen Eingriff oder nach einer größeren Operation eingesetzt. Die Erfahrung bei intravenöser Anwendung über 48 Stunden hinaus ist begrenzt.
Gegenanzeigen
Dobutamin ist kontraindiziert bei idiopathischer hypertropher subaortaler Stenose (die Obstruktion kann sich verstärken), Phäochromozytom (schwere Hypertonie kann auftreten), Kammerflimmern oder Tachykardien (Verschlechterung der Arrhythmie möglich) sowie bei Überempfindlichkeit gegen Dobutamin.
Es sollte ebenfalls nicht bei Patienten mit obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie angewendet werden.
Midazolam
Anwendungsform
Zum Einnehmen
Indikationen
Dormicum® (Midazolam) Injektionslösung ist ein kurz wirksames Schlafmittel mit sedierender Wirkung für Erwachsene, Kinder und Neugeborene zur:
- Sedierung bei diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen mit oder ohne Anästhesie (i.v.-Gabe)
- Prämedikation vor der Narkoseeinleitung (einschließlich rektaler Gabe bei Kindern oder i.m.-Gabe)
- Einleitung und Aufrechterhaltung der Anästhesie. Bei Erwachsenen wird es als Einleitungsmittel bei Inhalationsanästhesie oder als sedierende Komponente bei Anästhesie kombiniert, einschließlich totaler intravenöser Anästhesie (i.v.-Injektion oder Infusion)
- Analgosedierung in Kombination mit Ketamin bei Kindern (i.m.-Gabe)
- Sedierung auf Intensivstationen (i.v.-Bolusinjektion oder kontinuierliche Infusion)
Dormicum® (Midazolam) Tabletten 7,5 mg und 15 mg werden bei Erwachsenen zur Behandlung von Schlafstörungen über einen kurzen Zeitraum eingesetzt. Benzodiazepine sollen nur verschrieben werden, wenn die Schlafstörung schwer ist oder den Betroffenen extreme Beschwerden oder schwere Beeinträchtigungen verursacht.
Sedierung vor diagnostischen oder chirurgischen Eingriffen.
Gegenanzeigen
Dormicum® (Midazolam) Injektionslösung ist bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine oder einen der Bestandteile kontraindiziert.
Dormicum® (Midazolam) Tabletten 7,5 mg und 15 mg sind bei Patienten mit folgenden Erkrankungen kontraindiziert:
- Schwere respiratorische Insuffizienz
- Schwere Leberfunktionsstörungen
- Schlafapnoe-Syndrom
- Kinder
- Bekannte Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine oder einen der Bestandteile
Myasthenia gravis.
Phenergan (Promethazin)
Zusammensetzung
Jede Tablette enthält Promethazinhydrochlorid 25 mg. Jede Ampulle enthält 50 mg (2 ml) Promethazinhydrochlorid.
Die Verabreichung dieses Arzneimittels wird intravenös gut vertragen, ist jedoch nicht frei von Risiken. Subkutane und/oder intraarterielle Anwendung ist nicht zulässig.
Gegenanzeigen
Bekannte Überempfindlichkeit gegen Promethazin, andere Phenothiazin-Derivate sowie bei Blutkrankheiten. Aufgrund der anticholinergen Wirkung ist das Arzneimittel bei Engwinkelglaukom, Harnverhalt bei prostatischen Erkrankungen sowie bei Störungen der Blasenentleerung kontraindiziert.
Phenergan – Indikationen
Die Behandlung zeigt keine symptomatischen Hautveränderungen und gehört zu den Arzneimitteln, die bei anaphylaktischen und allergischen Reaktionen eingesetzt werden. Aufgrund seiner antiemetischen Wirkung wird es auch zur Vorbeugung von postoperativem Erbrechen und Reisekrankheit eingesetzt. Es kann aufgrund seiner Wirkung außerdem zur Potenzierung der Narkose sowie als Schmerzmittel und Beruhigungsmittel verwendet werden.
Hydrocortison (Flebocortid)
Kortikosteroid
Allgemein: Cortisol, Hydrocortison
Anzeigen: Test bei Nebennierenrindeninsuffizienz
Gegenanzeigen: Einige Zubereitungen enthalten Alkohol oder Bisulfite. Tartrazin und sein Gebrauch sollten bei Patienten mit früherer Unverträglichkeit vermieden werden. Aktive Infektionen, Überempfindlichkeit oder unkontrollierte Zustände (außer bei Patienten unter Behandlung einer tuberkulösen Meningitis).
Phenobarbital (Nembutal) – Antiepileptikum
Allgemein: Barbiturat, Ethanol, Phenocris
Anzeigen: Antikonvulsivum
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit, Alkoholunverträglichkeit, schwere oder unkontrollierte Zustände, komatöse Patienten, bestehende Depression des zentralen Nervensystems, Stillzeit.
Cedilanid (Deacetyllanatosid C)
Herzwirksames Digitalispräparat
Anzeigen: Akute oder chronische Herzinsuffizienz jeglicher Art, Tachykardie.
Gegenanzeigen: AV-Block, Sinusbradykardie, Sinusstillstand, übermäßige Blockade.
Calciumgluconat – Rekalzifizierung
Anzeigen: Soforthilfe bei Hypokalzämie, Herzstillstand als Adjuvans.
Gegenanzeigen: Hyperkalzämie, Nierenerkrankungen, Kammerflimmern.
Heparin
Indikationen
Liquemine® IV
Behandlung und Prophylaxe thromboembolischer Erkrankungen jeglicher Lokalisation sowie nach einer Thrombolyse mit Streptokinase, z. B. bei disseminierter intravasaler Gerinnung, Myokardinfarkt, zur Hemmung der Blutgerinnung bei extrakorporaler Zirkulation oder Hämodialyse. Prophylaxe und Therapie der Hyperlipidämien.
Liquemine® subkutan
Prophylaxe arteriovenöser Thrombosen und Lungenembolien.
Gegenanzeigen
Liquemine® (Heparin-Natrium) ist kontraindiziert bei hämorrhagischen Diathesen, zerebralen Blutungen, schwerer Koagulopathie, unzureichender Leber- und Nierenfunktion, schwerer Hypertonie, Ulcus ventriculi oder duodeni, bösartigen Tumoren mit erhöhter Blutungsneigung im Magen-Darm-Trakt, Thrombozytopenie, bakterieller Endokarditis, nach kürzlichen chirurgischen Eingriffen am Auge, Gehirn oder Rückenmark, bei drohender Fehlgeburt sowie bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Heparin.
Phenytoin (Hidantal) – Antiepileptikum
Anzeigen: Auch als Antiarrhythmikum
Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit, Alkoholunverträglichkeit.
Furosemid (Lasix)
Indikationen
Lasix®-Injektionslösung (Furosemid) wird angewendet bei:
- Kardialen Ödemen aufgrund von Erkrankungen der Leber (Aszites)
- Renalen Ödemen aufgrund von Nierenerkrankungen (z. B. nephrotisches Syndrom; die kausale Therapie hat Vorrang)
- Akuter Herzinsuffizienz, insbesondere Lungenödem (gemeinsame Gabe mit anderen therapeutischen Maßnahmen)
- Verminderter Harnausscheidung aufgrund von Gestose (Wiederherstellung des normalen Flüssigkeitsvolumens)
- Zerebralem Ödem
- Ödemen bei Verbrennungen
- Hypertensiven Krisen (als Zusatz zu anderen blutdrucksenkenden Mitteln)
- Forcierter Diurese bei Vergiftungen
Gegenanzeigen
Lasix®-Injektionslösung (Furosemid) darf nicht angewendet werden bei:
- Nierenversagen mit Anurie
- Präkoma und Leberkoma (hepatische Enzephalopathie)
- Stark ausgeprägter Hypokaliämie
- Schwerer Hyponatriämie
- Hypovolämie (mit oder ohne Hypotonie) oder Dehydratation
- Überempfindlichkeit gegen Furosemid, Sulfonamide oder einen der Bestandteile
Lasix® (Furosemid) darf nicht bei Säuglingen angewendet werden.
Die Injektionslösung darf nicht als Bolus verabreicht werden. Sie darf nur als Infusion mit Regelung von Volumen und Infusionsgeschwindigkeit verwendet werden, um eine versehentliche Überdosierung zu vermeiden.