Analyse der kartesischen Methode und Humes Kritik

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Einführung in Descartes' Abhandlung über die Methode

Der vorliegende Text ist ein Auszug aus dem zweiten oder vierten Teil der Abhandlung über die Methode von René Descartes. Mit diesem Werk begründet der Philosoph den modernen Rationalismus und setzt sich in krassem Gegensatz zur scholastischen Tradition des Mittelalters ab, welche die Vernunft dem Glauben unterordnete.

Mit der Moderne wird die Vernunft autonom und weltlich. Descartes versucht, eine rein rationale Methode zu entwickeln, um ohne Fehler nach der Wahrheit zu suchen. Diese Methode besteht im Wesentlichen darin, intuitiv offensichtliche und unbestreitbare Wahrheiten zu erreichen.

Die kartesische Methode

  • Analyse: Zerlegung komplexer Probleme in einfache, intuitiv erfassbare Bestandteile.
  • Synthese: Deduktive Rekonstruktion des Wissens, ausgehend von einfachen Wahrheiten.
  • Evidenz: Nur das als wahr akzeptieren, was klar und deutlich erkannt wird.
  • Überprüfung: Ständige Kontrolle der logischen Schritte.

Descartes beginnt mit dem methodischen Zweifel. Er lehnt alles als falsch ab, was auch nur den geringsten Zweifel zulässt: das Zeugnis der Sinne, die Existenz der Welt und die Gewissheit mathematischer Argumentationen.

Humes Kritik an Descartes

Hume widerspricht dem Ansatz von Descartes grundlegend. Während Descartes die res extensa (ausgedehnte Substanz) als objektive Realität außerhalb unserer Eindrücke betrachtet, sieht Hume die Existenz einer physischen Welt nur als einen Glauben an, der durch Gewohnheiten der Vernunft erzeugt wird.

Kritik an der Existenz Gottes und des Ichs

Auch die Existenz Gottes, die Descartes über kausale Argumente beweisen wollte, hält Hume für unbeweisbar, da Gott keinem direkten Eindruck unterliegt. Ebenso kritisiert Hume die Vorstellung des „Ichs“ als Substanz. Für ihn ist die persönliche Identität lediglich eine Abfolge von Ideen und Eindrücken, die durch das Gedächtnis verknüpft werden.

Die drei Gründe des methodischen Zweifels

  1. Täuschung der Sinne: Unsere Sinne können uns irreführen.
  2. Traum-Argument: Die Unfähigkeit, Wachen von Schlaf zu unterscheiden.
  3. Böser Geist: Die hypothetische Annahme eines täuschenden Wesens, das uns selbst bei mathematischen Wahrheiten irren lässt.

Wortschatz und Begriffsdefinitionen

  • Grund (Vernunft): Die fundamentale Dimension des Menschen bei Descartes.
  • Methode: Ein Regelwerk zur Erreichung eines Erkenntnisziels.
  • Ich (Yo): Die denkende Substanz, die sich ihrer selbst bewusst ist.
  • Gott: Die unendliche, vollkommene Substanz, die als Garantie für die Richtigkeit der Erkenntnis dient.
  • Skepsis: Die philosophische Lehre, die die Fähigkeit zur sicheren Wahrheitsfindung infrage stellt.

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