Aristoteles: Metaphysik, Seelenlehre und Erkenntnistheorie
Aristoteles: Das Verständnis der Wirklichkeit
Es ist zu klären, wer über ein gemeinsames Verständnis der Wirklichkeit verfügt und wie sich die verschiedenen Erscheinungsformen zueinander verhalten.
Struktur der Wirklichkeit
Die Welt besteht aus einzelnen Dingen, die als Substanzen bezeichnet werden. Diesen werden Qualitäten und sogenannte Akzidentien zugeschrieben, wie etwa Farben, Düfte oder Größe.
Verschiedene Arten der Seele
- Vegetative Seele: Pflanzen besitzen diese Form der Seele mit den Funktionen Ernährung, Wachstum und Reproduktion.
- Sensitive Seele: Lebewesen mit dieser Seele verfügen über die vegetativen Fähigkeiten sowie über sensorische Wahrnehmung und Fortbewegung.
- Rationale Seele: Dem Menschen vorbehalten, umfasst sie alle genannten Funktionen sowie intellektuelle Erkenntnis und freien Willen.
Erkenntnistheorie
Sinnliche Erkenntnis
Alles Wissen beginnt bei Aristoteles mit den Sinnen und der inneren Wahrnehmung. Durch diese Empfindungen aus der Außenwelt erhält die Seele die Fähigkeit zur Erkenntnis.
Intellektuelle Erkenntnis
Die intellektuelle Erkenntnis unterscheidet sich von der sinnlichen durch die Erfassung des Allgemeinen. Der rationale Teil der Seele ist für das Verständnis verantwortlich, abstrahiert das Wesentliche und bildet Begriffe.
Idealismus und Empfindlichkeit
Der Idealismus postuliert, dass wir primär die Ideen unseres eigenen Verstandes erkennen. Bei der Empfindlichkeit werden Eindrücke durch externe Objekte (Farben, Gerüche) verursacht. Unsere Erkenntniskraft ordnet diese Eindrücke, wobei Raum und Zeit als reine Anschauungsformen fungieren.
Kategorien des Verstandes
Der Verstand beschreibt Beziehungen nach folgenden Kriterien:
- Menge: universal, partikular, singulär
- Qualität: bejahend, verneinend, unendlich
- Relation: kategorisch, hypothetisch, disjunktiv
- Modalität: problematisch, assertorisch, apodiktisch