Finanzierungsquellen für Unternehmen: Eigen- und Fremdkapital

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Finanzierungsquellen für Unternehmen

Finanzierungsquellen sind die liquiden Mittel oder Zahlungsmittel, die einem Unternehmen zur Deckung seines Kapitalbedarfs zur Verfügung stehen. Sie können nach drei Hauptkriterien klassifiziert werden:

  1. Nach der Rückzahlungsdauer:

    • Kurzfristig: Weniger als 1 Jahr.
    • Langfristig: Über 1 Jahr.
  2. Nach der Herkunft (Intern oder Extern):

    • Interne Finanzierung (Eigenfinanzierung): Durch eigene Aktivitäten generiert (z. B. Gewinnrücklagen, Abschreibungen und Rückstellungen).
    • Externe Finanzierung (Fremdfinanzierung): Von außen bezogen (z. B. Darlehen, Kredite).
  3. Nach der Zugehörigkeit der Ressourcen:

    • Eigenmittel (Eigenfinanzierung): Kapital und Rücklagen.
    • Fremdmittel (Externe Finanzierung): Darlehen, Kredite und Anleihen, unabhängig von der Laufzeit.

A. Eigenmittel und Innenfinanzierung

Das Eigenkapital setzt sich aus Kapital, Rücklagen, Abschreibungen und Rückstellungen zusammen. Rücklagen, Abschreibungen und Rückstellungen, die aus der Geschäftstätigkeit des Unternehmens generiert werden, bilden die sogenannte Innenfinanzierung (Autofinanzierung).

  • Kapital

    Gebildet durch Beiträge der Gesellschafter bei der Gründung oder Kapitalerhöhung.

  • Rücklagen (Reserven)

    Nicht ausgeschüttete Gewinne des Unternehmens. Man unterscheidet zwischen: gesetzlichen, freiwilligen und satzungsmäßigen Rücklagen. Dies wird auch als Selbstbereicherung bezeichnet.

  • Abschreibungen

    Erfassen den Wertverlust von Sachanlagen im Produktionsprozess, sei es durch physischen Verschleiß oder Veralterung.

  • Rückstellungen

    Ein Teil des Unternehmensertrags, der einen Fonds zur Deckung bestimmter zukünftiger Aufwendungen oder Verluste bildet (z. B. für Abfindungen oder Steuern). Hinweis: Abschreibungen und Rückstellungen sind Formen der Innenfinanzierung.

  • Dividende

    Der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Gesellschafter als periodische Kapitalzahlung ausgeschüttet wird.

B. Langfristige Fremdfinanzierung

Diese Mittel stehen dem Unternehmen für einen Zeitraum von mehr als einem Geschäftsjahr zur Verfügung. Nach Ablauf dieser Frist müssen sie zuzüglich der entsprechenden Zinsen zurückgezahlt werden.

  • Langfristige Darlehen (L/T)

    Kredite, die Unternehmen von Banken, Sparkassen oder Genossenschaftsbanken zur Refinanzierung aufnehmen.

  • Anleihen (Kredittitel)

    Kredittitel (Anleihen, Obligationen, Schuldscheine), die von Unternehmen ausgegeben und von Privatpersonen oder anderen Unternehmen erworben werden.

  • Leasing-System

    Das Unternehmen erwirbt Elemente des Anlagevermögens im Austausch für eine Leasinggebühr. Hauptnachteil: Hohe Kosten. Bietet oft die Möglichkeit zum Kauf am Ende der Laufzeit.

  • Mietkauf (Vermietung)

    Die mittel- bis langfristige Miete von beweglichen Gegenständen. Die Leasinggesellschaft übernimmt die Wartung. Es besteht keine Kaufoption am Ende der Laufzeit.

C. Kurzfristige Fremdfinanzierung

Diese Kredite haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr und werden in der Regel zur Finanzierung des Geschäftszyklus verwendet.

  • Kurzfristige Darlehen (K/T)

    Verschiedene Formen kurzfristiger Bankkredite:

    • Überziehungskredit (Dispokredit): Die Nutzung eines Betrags, der den verfügbaren Kontostand übersteigt (rote Zahlen).
    • Kontokorrentkredit: Das Unternehmen schließt einen Vertrag mit der Bank ab, die ein Girokonto mit einem bestimmten Kreditlimit zur Verfügung stellt. Zinsen fallen nur für den in Anspruch genommenen Betrag an.
  • Lieferantenkredit (Gewerbliche Kredite)

    Die Finanzierung, die entsteht, wenn das Unternehmen Einkäufe bei Lieferanten tätigt und diese erst später bezahlt.

  • Wechseldiskontierung

    Die Übertragung von dokumentierten Forderungen (Wechseln, Schecks) vor Fälligkeit an eine Bank, um sofortige Liquidität zu erhalten.

  • Factoring

    Eine Form der Finanzierung, bei der das Unternehmen alle Forderungen aus Kundenkrediten (Rechnungen, Wechsel) an ein Factoring-Unternehmen verkauft. Dies verschafft dem Unternehmen sofortige Liquidität. Das Factoring-Unternehmen übernimmt das Risiko des Zahlungsausfalls. Nachteile: Hohe Kosten für Zinsen und Gebühren.

  • Spontane Finanzierung

    Mittel, die sich aus der normalen Geschäftstätigkeit ergeben und keine gesonderte Verhandlung erfordern. Beispiele: Vorauszahlungen von Kunden oder bereits gezahlte, aber noch nicht fällige Gehälter an Mitarbeiter.

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