Geldpolitik der EZB: Instrumente und Transmissionskanäle

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Geldpolitik der EZB: Instrumente und Mechanismen

4.2 Instrumente der EZB

Die Instrumente der EZB gliedern sich in Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten und das Mindestreservesystem. Dabei unterscheidet man zwischen aktiven Refinanzierungsinstrumenten und passiven Einlageninstrumenten.

4.3 Der Bilanzkanal

Der Bilanzkanal setzt an dem Einfluss der Zinsen auf die Unternehmensbilanzen an; die Grundlage hierfür bildet der Leverage-Effekt.

Substitutionseffekte

Bei einer restriktiven Zentralbankpolitik (ZB) ergeben sich folgende Fragen und Wirkungen:

  • Steigt das Zinsniveau?
  • Erhöht sich das Sparen?
  • Sinkt die Geldmenge M3 und steigt das Geldkapital?
  • Sinken die Gesamtnachfrage (Ges. N), die Investitionen (I) und der Konsum (C)?

Vermögenskanal

Eine restriktive ZB-Politik beeinflusst:

  • Das Zinsniveau (Anstieg)
  • Die Wertpapierkurse (Sinken)
  • Die Kreditvergabe (Rückgang)
  • Das Sparverhalten (Zunahme)
  • Den Konsum (C) und die Investitionen (I) (Rückgang)

Wechselkurskanal

Restriktive Maßnahmen der ZB führen zu:

  • Einem höheren Zinsniveau
  • Steigenden Kapitalimporten
  • Einer höheren Nachfrage nach inländischer Währung
  • Einer Aufwertung der inländischen Währung (Importe werden billiger, Exporte teurer – führt dies zu sinkender Inflation?)

Erwartungseffekte

  • Reputation und Glaubwürdigkeit der Zentralbank sorgen für Stabilitätserwartungen und allgemeine Stabilität.
  • Ziel ist es, Einfluss auf die Inflationserwartungen zu nehmen und sie auf niedrigem Niveau zu stabilisieren.
  • Mit einer regelgebundenen Geldpolitik kann Vertrauen geschaffen und das Problem der Zeitinkonsistenz vermieden werden.

4.5 Strategien zur Sicherung der Preisstabilität

Preisstabilität soll über die Anwendung bestimmter geldpolitischer Strategien erreicht werden:

  • Manche Länder stützen sich auf Zwischenziele (z. B. die Deutsche Bundesbank mit der Geldmengenregel).
  • Andere verfolgen ein direktes Inflations- oder Wechselkursziel.

Die Geldpolitik (GP) kann diskretionär gestaltet sein. Die Geldmengensteuerung ist eine zweistufige Strategie, deren Anwendung der Quantitätstheorie entspricht. Inflation ist hierbei ein monetäres Ziel. Ein Problem bleibt die Abgrenzung eines aussagefähigen Geldmengenaggregats.

Direkte Inflationssteuerung

Dies ist eine einstufige Strategie, bei der die Zentralbank ein Inflationsziel veröffentlicht. Gilt Inflationsprognose > Inflationsziel, folgt eine restriktive Geldpolitik.

Geldpolitik des ESZB

Die Strategie des ESZB ist eine Mischstrategie aus Geldmengenorientierung und direkter Inflationssteuerung, das sogenannte Zwei-Säulen-Konzept:

  1. Monetäre Säule
  2. Wirtschaftliche Säule

Kritik am Zwei-Säulen-Konzept wird oft wegen einer gewissen Beliebigkeit geäußert.

5.1 Wechselkurstheorien

Formeln zur Berechnung: Wr = Wn * (Preisniveau / Pa) oder ΔWr = ΔWn + ΔPi - ΔPa.

Flexible Wechselkurse sind erklärbar durch:

  • A) Kaufkraftparität: Erklärt den Wechselkurs mit der inneren Kaufkraft. Der Wechselkurs sorgt dafür, dass die Kaufkraft des Geldes im In- und Ausland gleich ist.
  • B) Zinsparität: Erklärt, dass internationale Renditedifferenzen durch gegenläufige Wechselkursanpassungen kompensiert werden. Der Devisenmarkt ist im Gleichgewicht, wenn Einlagen dieselbe erwartete Rendite bieten. Die Zinsdifferenz muss die erwartete Änderungsrate des Wechselkurses ausgleichen.

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