Góngora und Quevedo: Meister der spanischen Barockpoesie
Luis de Góngora: Der Dichter der Sinne
Luis de Góngora ist der Dichter der Sinne. Sein Werk zielt nicht auf das Eintauchen in Gedanken oder emotionale Wirkung ab, noch ist es am Inhalt des Arguments interessiert. Stattdessen sucht er einen anderen ästhetischen Genuss, der die Sinne anspricht.
Charakteristische Merkmale der Poesie Góngoras
- Bildlicher Sinn: Eine sensorisch-beschreibende Poesie, die von kontemplativer Liebe spricht und Bilder schafft.
- Landschaft: Die Natur steht im Mittelpunkt seines Werkes.
- Mischung aus Gebildetem und Populärem: Eine Verbindung von Kultiviertem und Volkstümlichem.
Themen in Góngoras Dichtung
Góngoras Dichtung bietet eine Vielzahl von Themen, die oft durch eine reiche, bildhafte Sprache vermittelt werden.
Stilistische Besonderheiten Góngoras
Das auffälligste Merkmal der Dichtung Góngoras ist ihre Schwierigkeit, die als Anregung für Geist und Empfindlichkeit dient. Er verwendet:
- Kultismen: Wörter lateinischen Ursprungs, um sich vom Alltäglichen abzuheben.
- Hyperbata: Eine Umstellung der Satzglieder, die der Einfachheit und Flexibilität der Sprache entgegenwirkt.
- Mythologische Anspielungen: Die Poesie fungiert als etwas Abstraktes, um etwas Konkretes darzustellen.
- Metaphern: Die stilisierte Natur lässt das Hässliche verschwinden.
Werke Góngoras
- Populäre Gedichte: Kurze Kompositionen in volkstümlichen Metren wie Romanzen und Letrillas. Obwohl populäre Elemente überwiegen, weisen sie oft die gleiche stilistische Komplexität wie die kultivierten Gedichte auf.
- Kultivierte Gedichte: Dazu gehören Sonette, Lieder und größere Werke wie die Soledades oder die Fábula de Polifemo y Galatea.
Francisco de Quevedo: Der Meister der Gegensätze
Francisco de Quevedo war ein Mann, der tief in die Angelegenheiten seiner Zeit verstrickt war – feinfühlig und zugleich schonungslos. Er repräsentiert die Welt der Gegensätze seiner Epoche.
Themen in Quevedos Dichtung
Sein messerscharfer Blick richtete sich auf sich selbst und tauchte tief in die Conditio Humana ein. Sein natürlicher und mächtiger Geist wuchs mit solidem Wissen, und das Ergebnis war eine intellektuell entzauberte Sicht der Realität.
Stilistische Merkmale Quevedos
Quevedos Stil ist geprägt von:
- Metaphern
- Substantivierungen
- Verstärkungen
- Superlativen
- Wortspielen
- Übertreibungen (Hyperbeln)
- Übertragung von Bedeutung (Metonymie/Synekdoche)
- Wortneuschöpfungen
- Antithesen
- Oxymora
- Epitheta
- Metrik
Werke Quevedos
- Metaphysische Gedichte: Meditationen über die Vergänglichkeit der Zeit.
- Moralische Gedichte: Gedichte, die philosophische Betrachtungen enthalten.
- Religiöse Gedichte
- Liebesgedichte
- Satirische Gedichte: Oft humorvoll oder kritisch, über Charaktere oder Umstände der Vergangenheit oder Gegenwart.