Grundlagen der Aktionsforschung: Methoden und Ansätze
Zusammenfassung der Bilanzen
Die Aktionsforschung (Action Research, AR) und die partizipative Aktionsforschung (Participatory Action Research, PAR) bilden den Kern der untersuchten Forschungsansätze. Dabei stehen die Forschungsziele, die Logik der wissenschaftlichen Forschung sowie die Konzepte von Intervention und Transformation im Mittelpunkt.
2.2 Projekt der Aktionsforschung (IA)
In der Aktionsforschung lassen sich mindestens drei Strömungen unterscheiden:
1. Pragmatische Aktionsforschung
Diese folgt den Grundsätzen des Pragmatismus nach Dewey und basiert auf zwei Säulen:
- a. Erwerb von Kenntnissen durch Pilotaktionen.
- b. Demokratische Teilhabe.
Ihr Studienbereich liegt in der experimentellen psychosozialen Forschung. Der methodische Ansatz integriert Konzepte der Sozialforschung, bewahrt jedoch den pädagogischen Charakter des Forschungsprozesses.
2. Kooperative Aktionsforschung
Dieser Ansatz unterstreicht die Fähigkeit zur gemeinsamen Forschung, um persönliche Entwicklung, Selbstverbesserung und Willenskraft zu fördern. Er findet Anwendung bei diskriminierten Gruppen oder in Situationen der sozialen Ausgrenzung.
3. Systemische Aktionsforschung
Basierend auf der Systemdynamik-Theorie und der Idee der Emanzipation aus der kritischen Soziologie, betrachtet dieser Ansatz Menschen als Akteure in unvorhersehbaren, komplexen und sich ständig wandelnden Systemen. Menschen lernen, ihre Position und Rolle innerhalb eines Gesamtsystems zu verstehen, was sie zu Entscheidungen befähigt, die den Weg zur Emanzipation ebnen. Die Aktionsforschung wurde bisher kaum in diesem Licht umgesetzt.
Pragmatisches IA-Projekt
Das Projektdesign wird vor der Feldforschung erstellt. Die Forscher formulieren auf Basis von Teilnehmerberichten und Informationssammlungen die Ziele und Hypothesen ihrer Intervention. Während der Durchführung fungieren die Forscher als Gutachter und Synthesizer der Ergebnisse. Das Projekt ist ähnlich wie das EML-Modell konzipiert.
Phasen des Projekts:
- a) Erste gemeinsame Exploration
- b) Problemstellung und Hypothesenbildung
- c) Planung und Projektierung
- d) Durchführung, Analyse und Präsentation der Ergebnisse
- e) Interpretation der Erkenntnisse und neue Entscheidungsfindung