Grundlagen und Bedeutung des Working Capital
Working Capital (Nettoumlaufvermögen)
Das Working Capital (Finanzielle Mittel, FM) ist der Teil des Umlaufvermögens, der durch Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital finanziert wird. Es ist ein wesentliches Maß für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.
Berechnung des Working Capital
Es gibt zwei Wege, das FM zu berechnen:
- FM = Langfristiges Kapital - Langfristige Vermögenswerte
- FM = Umlaufvermögen (AC) - Kurzfristige Verbindlichkeiten (PC)
Das Working Capital kann positiv, negativ oder null sein.
Positives Working Capital
Unter normalen Umständen sollte das FM positiv sein. Ist dies nicht der Fall, wird das Unternehmen Schwierigkeiten haben, einen Teil seiner kurzfristigen Schulden zu finanzieren (siehe Abbildung 1). Ein positives FM bedeutet:
- Es hilft, mögliche Diskrepanzen zwischen Einnahmen und Ausgaben auszugleichen.
- Es ermöglicht die Aufrechterhaltung des operativen Geschäftsbetriebs.
- Es dient zur Messung der Finanzlage des Unternehmens.
- Es legt fest, in welcher Höhe Eigenkapital langfristig zur Finanzierung des Umlaufvermögens genutzt wird, was die Stabilität des Unternehmens sichert.
- Das FM sollte mindestens die Hälfte der Reifezeit des Unternehmens abdecken. Je höher das FM, desto besser ist das Unternehmen gegen Schulden gewappnet.
Negatives Working Capital
Ein negatives FM bedeutet, dass langfristige Vermögenswerte mit kurzfristigen Schulden finanziert wurden (siehe Abbildung 2). Dies stellt ein Ungleichgewicht dar, bei dem das FM die finanzielle Struktur oder den kurzfristigen Betrieb nicht garantieren kann. Das Unternehmen muss kurzfristig mehr Geld zurückzahlen, als es generieren kann. Ändert sich diese Situation nicht, droht die Zahlungsunfähigkeit.
Null-Working Capital
Dies ist eine finanzielle Situation, in der das langfristige Vermögen vollständig durch permanentes Kapital und das Umlaufvermögen vollständig durch kurzfristige Verbindlichkeiten finanziert wird (siehe Abbildung 3). Langfristig kann dies zu einem patrimonialen Ungleichgewicht führen, falls Vermögenswerte nicht fristgerecht realisiert werden oder der Reifungszyklus nicht vollständig abgeschlossen wird. Eine umsichtige Finanzplanung strebt daher ein langfristiges Gleichgewicht an, bei dem das FM positiv ist.