Grundlagen der Entwicklungspsychologie
Einflussfaktoren auf die Entwicklung
- Vererbung: Angeborene Einflüsse auf die Entwicklung, die durch die Gene der Eltern übertragen werden.
- Umwelt: Alle Einflüsse außerhalb des Individuums, die keine genetischen Informationen sind.
- Reifung: Natürliche Abfolge von physischen und Verhaltensmustern, die häufig mit dem Alter zusammenhängen, einschließlich der Geschwindigkeit, neue Fähigkeiten zu erlernen.
Ereignisse und Kontexte
- Normative Ereignisse: Ereignisse, die für die meisten Menschen in einer Gruppe ähnlich verlaufen.
- Nicht-normative Ereignisse: Ungewöhnliche Ereignisse, die einen großen Einfluss auf das Leben haben und Stress verursachen können, da sie unerwartet sind.
- Kritische Periode: Spezifischer Zeitraum, in dem ein bestimmtes Ereignis oder dessen Abwesenheit den größten Einfluss auf die Entwicklung hat.
Ökologische Kontexte der Entwicklung
Dieses Modell beschreibt fünf miteinander verbundene äußere Einflüsse:
- Mikrosystem: Die unmittelbare, alltägliche Umgebung.
- Mesosystem: Das Zusammenwirken mehrerer Mikrosysteme.
- Exosystem: Verbindungen zwischen zwei oder mehr Umgebungen, von denen mindestens eine das sich entwickelnde Kind nicht direkt enthält, es aber indirekt beeinflusst.
- Makrosystem: Kulturell geprägte Muster.
- Chronosystem: Fügt die Dimension der Zeit hinzu.
Historische Perspektive: Erst seit dem 17. Jahrhundert betrachteten westliche Gesellschaften Kinder als qualitativ anders als Erwachsene.
Theoretische Perspektiven
- Mechanistisches Modell: Sieht Entwicklung als passiv und berechenbar an, vergleichbar mit einer Maschine. Konzentriert sich auf quantitative Entwicklung und die Analyse von Komponenten.
- Organismisches Modell: Geht davon aus, dass Entwicklung intern durch eine aktive Person initiiert wird und in einer universellen Abfolge qualitativ unterschiedlicher Reifestadien verläuft.
- Relationale Theorie (Jean Baker Miller): Persönlichkeitswachstum erfolgt innerhalb emotionaler Verbindungen und nicht in Trennung von diesen.
Lerntheorien
Verhaltensänderungen sind das Ergebnis von Erfahrung oder Anpassung an die Umwelt.
- Soziale Lerntheorie (Bandura): Verhaltensweisen werden durch Beobachtung und Nachahmung gelernt; der Lernende wird als aktives Subjekt betrachtet.
Psychoanalytische Perspektive
Entwicklung steht im Zusammenhang mit unbewussten Kräften, die das Verhalten motivieren. Die psychosexuelle Entwicklung nach Freud beschreibt eine unveränderliche Abfolge von Phasen (Kindheit bis Jugend), in denen sich der Fokus von Mund über After zu den Genitalien verlagert.
Kognitive Theorie (Jean Piaget)
Entwicklung wird als Prozess des Denkens und Verhaltens beschrieben, unterteilt in qualitativ unterschiedliche Phasen. Kognitives Wachstum erfolgt durch drei Grundsätze:
- Organisation: Integration von Wissen in ein System.
- Schemata: Integrierte kognitive Strukturen und organisierte Verhaltensmuster.
- Anpassung: Anpassung an neue Informationen durch Assimilation (Aufnahme in bestehende Strukturen) und Akkommodation (Anpassung der Strukturen an neue Informationen).
- Äquilibration (Gleichgewicht): Das Streben nach Balance zwischen kognitiven Elementen und der Außenwelt.