Grundlagen des Lernens: Theorien, Arten und Strategien

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Lernen

a) Definition

Es gibt keine einzelne, einfache Definition des Lernens, sondern unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze. Lernen ist ein Prozess, bei dem ein neues Verhalten erworben wird, um ein altes Verhalten zu ändern, oder bei dem ein Verhalten als Ergebnis von Erfahrung und Praxis gefestigt wird. Lernen dient der Anpassung von Lebewesen an veränderte Umweltbedingungen, um das Überleben zu sichern. Eine gewisse Reifezeit ist notwendig, um optimal lernen und sich an die Umwelt anpassen zu können.

b) Theorien des Lernens

Man unterscheidet primär zwei Hauptströmungen:

  • Behavioristische Theorie
  • Kognitive Theorie

In der behavioristischen Theorie geht man davon aus, dass nur sehr wenige Verhaltensweisen instinktiv sind und fast alle späteren Verhaltensweisen erlernt werden. Innerhalb dieser Theorie gibt es zwei sich ergänzende Ansätze:

Behaviorale Theorie der klassischen Konditionierung

Hier gilt das Schema: Reiz (E) ---> Reaktion (R). Lernen erfolgt durch Interaktion mit der Umwelt (Versuch und Irrtum). Man unterscheidet zwei Arten von Reizen:

  • Incentives durch Zufall
  • Anreize für die Konditionierung

Operante Konditionierung

B.F. Skinner betonte, dass Verhalten nicht nur durch Zufall entsteht, sondern durch Feedback gesteuert wird. Entscheidend ist die Verstärkung durch positive oder negative Reize:

  • Positive Verstärkung: Belohnung für ein Verhalten (effektiver).
  • Negative Verstärkung: Strafe oder Ausbleiben einer Belohnung (nur in Ausnahmefällen).

Hinweis: Intermittierende Belohnungen sind oft effektiver als eine ständige Belohnung.

Wichtige Lerngesetze

  • Gesetz der Gewöhnung: Wiederholtes positives Verhalten wird zur Gewohnheit.
  • Gesetz der Wirkung: Ein positives Echo führt zur Wiederholung des Verhaltens.
  • Gesetz der Konditionierung: Verhalten kann durch Reiz-Reaktions-Kopplung erworben oder gelöscht werden.
  • Gesetz der Generalisierung: Gelerntes Verhalten kann auf ähnliche Situationen übertragen werden.

Kognitive Theorie

Hier steht nicht die externe Reaktion im Vordergrund, sondern die internen kognitiven Prozesse. Jeder Mensch verarbeitet Informationen individuell basierend auf seinen kognitiven Landkarten.

  • Piaget: Lernen als Reifungsprozess, bei dem wir unsere kognitiven Strukturen organisieren.
  • Ausubel: Sinnvolles Lernen; nur Informationen, die für uns Bedeutung haben, werden nachhaltig gelernt.
  • Vygotsky: Lernen erfolgt sozial durch Interaktion, Nachahmung und Verinnerlichung in der Gruppe.

c) Arten des Lernens

  • Angeborenes Lernen: Triebe und Reflexe, die genetisch bedingt sind.
  • Konditionierung: Reiz-Reaktions-Muster werden zur Gewohnheit.
  • Nachahmung (Modelllernen): Übernahme von Verhaltensweisen wichtiger Bezugspersonen.
  • Auswendiglernen: Mechanisches Lernen ohne tiefes Verständnis (oft kurzlebig).
  • Signifikantes Lernen: Lernen von Inhalten, die für das Individuum eine hohe Bedeutung haben.

d) Motivation und Lernen

Motivation (etymologisch von „bewegen“) ist der Motor unseres Handelns. Sie hält Verhalten aufrecht und wird durch Bedürfnisse gesteuert.

  • Primäre Motivation: Physiologische Bedürfnisse.
  • Persönliche Motivation: Individuelle Antriebe basierend auf der Persönlichkeit.

e) Lernstrategien

  1. Verhaltensstrategien: Einsatz von Belohnungen oder Biofeedback zur Verhaltensänderung.
  2. Östliche Strategien: Techniken wie Meditation, Yoga oder Tai-Chi zur Selbstkontrolle und Entspannung.
  3. Kognitive Strategien: Kontrolle irrationaler Gedanken, Stressbewältigung und Wissenssynthese (Zusammenfassungen).

Wichtig: Die Vermeidung von erlernter Hilflosigkeit ist essenziell – der Glaube an die eigene Lernfähigkeit ist die Voraussetzung für den Erfolg.

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