Grundlagen der Morphologie: Wortarten und Strukturen
Thema 4: Das Wörterbuch
4.1 Das Wort
Das Wort ist eine Einheit der Sprache, die daran erkannt wird, dass sie im Schriftbild zwischen zwei Leerräumen steht. Das Beispiel "Luis isst Brot" enthält drei Wörter.
Alle Wörter haben drei Eigenschaften, die sie voneinander unterscheiden:
- a) Bedeutung: Wörter haben eine Bedeutung, zum Beispiel: Katze (ein Säugetier).
- b) Struktur: Wörter können in Morpheme unterteilt werden, welche die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten der Sprache sind. Beispiel: gat-a (weiblich).
- c) Kombination: Wörter werden miteinander kombiniert, um größere Einheiten zu bilden. Innerhalb dieser Einheiten spielen Wörter eine bestimmte Rolle.
4.2 Morphologie des Wortes
Die morphologische Linguistik ist eine Disziplin, die Wörter und ihre interne Struktur untersucht. Wörter sind aus kleineren, bedeutungstragenden Einheiten aufgebaut, die man Morpheme nennt.
Typen von Morphemen
- a) Lexikalische Morpheme oder Lexeme: Dies ist die Wurzel des Wortes, der Teil, der die zentrale Bedeutung trägt. Beispiel: Nin-o-s; grundlegende Bedeutung: "Eine Person, die wenige Jahre alt ist."
- b) Flexionsmorpheme (Desinenzen): Diese stehen immer am Ende des Wortes und dienen dazu, grammatische Merkmale auszudrücken (Genus, Numerus, Person, Modus, Zeit etc.).
- c) Derivationsmorpheme (Affixe): Sie verbinden sich mit einem Lexem, um die Bedeutung zu erweitern oder zu ändern. Je nach Position zum Lexem werden sie wie folgt klassifiziert:
- Präfixe: Stehen vor dem Lexem. Z. B. be-urteilen.
- Suffixe: Werden nach dem Stamm platziert. Ex: Blum-erant (flower-ero).
- Interfixe: Stehen zwischen Präfix und Suffix, oft um Kakophonie zu vermeiden. Beispiel: pan-ec-illo.
Typen von Wörtern
Je nach Art der Morpheme, aus denen sie bestehen, werden Wörter als einfach, abgeleitet, zusammengesetzt oder parasynthetisch eingestuft:
- a) Einfache Wörter: Bestehen aus einem einzigen Stamm und möglichen Flexionsendungen. Beispiel: Kind, Kaffee, Auto.
- b) Zusammengesetzte Wörter (Komposita): Diese bestehen aus zwei oder mehr Lexemen. Beispiel: dunkelgrün, Dachterrasse.
- c) Abgeleitete Wörter (Derivate): Diese Wörter bestehen aus einem Stamm und einem oder mehreren Derivationsmorphemen (Präfix, Suffix oder Interfix). Beispiel: Zimmer-ist, be-urteil-en.
- d) Parasynthetische Wörter: Wörter, bei deren Bildung zwei Verfahren gleichzeitig angewandt wurden. Es gibt zwei Möglichkeiten:
- Zwei Ableitungen gleichzeitig: Lexem + Präfix + Suffix. Beispiel: ver-witw-et (widow-in-ar).
- Zusammensetzung und Ableitung: Lexem + Lexem + Suffix. Beispiel: pica-paula-ero.
Punkt 5: Morphologie I – Das Substantiv
Der Name oder das Hauptwort (Substantiv) ist eine Wortart für Entitäten mit eigenständiger Existenz: Menschen, Tiere, Gegenstände, Eigenschaften oder Handlungen.
Semantisch werden sie wie folgt klassifiziert:
- Gattungsnamen: Land, Frau / Eigennamen: Frankreich, Maria
- Konkreta: Bücher, Musik / Abstrakta: Wahrheit, Schönheit
- Zählbar: Lösung, Bäume / Nicht zählbar: Regen, Gesundheit
- Individualsubstantive: Boot, Biene / Kollektivsubstantive: Flotte, Schwarm
Morphologisch weist das Substantiv Genus (Geschlecht) und Numerus (Anzahl) auf:
- Geschlecht: Alle Substantive im Spanischen sind männlich oder weiblich.
- Anzahl: Substantive können im Singular oder Plural stehen. Der Plural wird oft mit den Endungen -s oder -es markiert.
Syntaktisch kombiniert es sich mit Determinatoren und Adjektiven und fungiert als Kern einer Nominalphrase.
Die Determinanten sind Wörter, welche die Substantive begleiten, um deren Bedeutung zu präzisieren. Sie müssen in Genus und Numerus mit dem Substantiv übereinstimmen. Es gibt verschiedene Arten:
- Artikel: der, die, das
- Demonstrativpronomen: dieser, jener
- Possessivpronomen: mein, dein, sein
- Unbestimmte Artikel/Pronomen: einige, manche
- Interrogativ- und Exklamativpronomen: was, wer
- Numerale: eins, zwei
Die Pronomen sind stellvertretende Wörter für ein Substantiv und können dieselben Funktionen übernehmen. Sie bilden geschlossene Systeme.
Morphologisch sind dies variable Wörter (Person, Genus, Numerus). Klassen:
- Personalpronomen: ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie
- Relativpronomen: welcher, der, die
- Demonstrativpronomen: dieses, jenes
- Indefinitpronomen: jemand, etwas, jeder
- Interrogativ- und Exklamativpronomen: wer, was
- Possessivpronomen: meiner, deiner, seiner
Thema 6: Morphologie II – Das Adjektiv
Das Adjektiv ist eine Wortart, die dem Substantiv, auf das sie sich bezieht, ein Attribut zuweist.
Morphologisch wird es durch grammatische Morpheme für Genus und Numerus sowie durch ein Steigerungsmorphem markiert.
- Geschlecht: Viele Adjektive markieren das Genus durch Endungen (-o für männlich, -a für weiblich). Bei anderen bleibt die Form gleich, und das Geschlecht wird durch das begleitende Substantiv deutlich.
- Anzahl: Die meisten Adjektive bilden den Plural durch -s oder -es. Es gibt jedoch Adjektive mit identischer Form für Singular und Plural (z. B. ein Unisex-Kleidungsstück, zwei Unisex-Kleidungsstücke).
- Der Grad (Steigerung): Die Intensität einer Qualität wird durch den Grad ausgedrückt:
- Positiv: Drückt die Qualität ohne Intensitätsangabe aus (z. B. schlau).
- Komparativ: Vergleicht Attribute. Es gibt drei Formen: a) Überlegenheit (besser als), b) Gleichheit (genauso wie), c) Unterlegenheit (schlechter als).
Syntaktisch begleitet das Adjektiv ein Substantiv, das es qualifiziert oder determiniert. Es kann auch mit Adverbien der Quantität kombiniert werden. Seine Hauptaufgabe ist die Modifikation des Substantivs.
Das Adjektiv wird nach seiner Bedeutung eingeteilt:
- Spezifizierend: Definiert das Substantiv näher und steht meist dahinter (z. B. eine blaue Krawatte).
- Erklärend (Epitheton): Fügt eine erläuternde Note hinzu, ohne die Bedeutung abzugrenzen. Es bezeichnet eine dem Substantiv innewohnende Qualität (z. B. der weiße Schnee, die dunkle Nacht).
Thema 7: Morphologie III – Das Verb
Das Verb ist die Wortart, die eine Aktion, einen Vorgang oder einen Zustand ausdrückt.
Morphologisch unterscheiden sich Verben, da sie in Wurzel (Lexem) und eine Serie von Endungen (Flexionsmorpheme) zerlegt werden können:
- Die Wurzel trägt die Grundbedeutung.
- Die Endung liefert grammatische Informationen über Zeit (Tempus), Modus (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ) und Person/Numerus.
Syntaktisch bildet das Verb den Kern des Prädikats (VP).
Klassifikation
Verben können nach formalen, syntaktischen oder semantischen Kriterien klassifiziert werden. Hier betrachten wir die formale Perspektive:
- Regelmäßige Verben: Das Lexem bleibt in allen Formen der Konjugation unverändert (z. B. lieben: ich liebe, wir liebten).
- Unregelmäßige Verben: Die Wurzel oder die Endungen ändern sich in bestimmten Formen der Konjugation (z. B. wollen: ich will, wir wollten).
- Defektive Verben: Diese können nur in bestimmten Formen verwendet werden. Dies betrifft Verben für atmosphärische Phänomene (regnen, schneien) oder Verben wie soler, die nur in bestimmten Zeiten gebräuchlich sind.