Grundlagen des PGC und der Wirtschaftsprüfung
Struktur des Plan General de Contabilidad (PGC)
Der Plan General de Contabilidad (PGC) besteht aus fünf wesentlichen Teilen:
- 1. Begriffsrahmen (Marco Conceptual) der Rechnungslegung: Der Jahresabschluss muss ein wirklichkeitsgetreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermitteln. Die Angaben in den enthaltenen Konten sollten relevant sein und auf zuverlässigen Rechnungslegungsgrundsätzen basieren. Zu den Elementen der Jahresrechnung gehören: Aktiva (A), Passiva (P), Nettovermögen (NP), Erträge und Aufwendungen. Kriterien für die Erfassung und Bewertung umfassen: historische Kosten, Fair Value, Nettoveräußerungswert, Barwert, Mehrwert, Restwert sowie allgemein anerkannte Rechnungslegungsstandards.
- 2. Ansatz- und Bewertungsvorschriften: Entwicklung von Rechnungslegungsgrundsätzen und weiteren Bestimmungen des Begriffsrahmens.
- 3. Jahresabschluss: Bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und dem Anhang (Memoria explicativa).
- 4. Kontenrahmen: In 9 Gruppen eingeteilt.
- 5. Definitionen und Buchungsregeln: Beschreibt die Gründe für jede Belastung und Zahlung auf den Konten (Teil 4 und 5 sind nicht obligatorisch, aber empfehlenswert).
Rechnungslegungsgrundsätze
Diese Grundsätze erlauben Aussagen, die ein reelles Bild des Erbes der Organisation und der finanziellen Ergebnisse des Unternehmens vermitteln.
- Periodenabgrenzung: Die Zurechnung von Einkommen und Ausgaben erfolgt unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung oder Vereinnahmung, sondern nach dem realen Fluss von Waren und Dienstleistungen.
- Unternehmensfortführung: Es wird davon ausgegangen, dass das Unternehmen eine unbegrenzte Laufzeit hat. Die Anwendung der Grundsätze zielt nicht darauf ab, den Liquidationswert des Vermögens zu bestimmen.
- Saldierungsverbot: Aktiva und Passiva in der Bilanz sowie Aufwendungen und Erträge in der GuV dürfen nicht miteinander verrechnet werden. Positionen müssen deutlich und gesondert im Jahresabschluss ausgewiesen werden.
- Stetigkeit: Einmal gewählte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden müssen beibehalten werden. Änderungen müssen im Anhang begründet werden.
- Wesentlichkeit: Die strikte Anwendung bestimmter Prinzipien ist nicht zwingend, wenn deren Bedeutung unerheblich ist. Bei Konflikten zwischen Grundsätzen dominiert jener, der das Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage am genauesten wiedergibt.
- Vorsichtsprinzip: Gewinne werden nur berücksichtigt, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. Risiken und mögliche Verluste müssen hingegen sofort berücksichtigt werden.
Wirtschaftsprüfung (Audit)
Die Wirtschaftsprüfung analysiert, ob die Buchhaltungsunterlagen die stattgefundenen Ereignisse angemessen beschreiben. Ziel ist ein Bericht über die Zuverlässigkeit der analysierten finanziellen Ressourcen. Die Prüfung erfolgt durch einen Wirtschaftsprüfer. Die Informationen sind für alle relevant, die eine Beziehung zum Unternehmen haben. Nicht alle Unternehmen sind dazu verpflichtet (kleine Unternehmen oft nicht), aber ein Gericht kann eine Prüfung anordnen, die dann im Handelsregister erscheinen muss.
Klassen der Wirtschaftsprüfung
Nach der Quelle:
- Extern: Überprüfung des Jahresabschlusses durch eine unabhängige professionelle Firma.
- Intern: Durchführung durch Mitarbeiter der Gesellschaft.
Nach Inhalt und Zweck:
- Operative Prüfung: Überprüfung der Verfahren der Organisation sowie Analyse der Effektivität und Effizienz der Unternehmensstruktur in Bezug auf Ziele und Planungen.
- Finanzprüfung: Prüfung und Kontrolle der Jahresabschlüsse basierend auf den reflektierten Daten.