Grundlagen der Sprachwissenschaft und Literaturtheorie
Merkmale von Sprachen
Die menschliche Sprache zeichnet sich durch eine Reihe grundlegender Eigenschaften aus:
- Willkür: Es gibt keine direkte Verbindung zwischen der Form eines Wortes und seiner Bedeutung.
- Distanz: Nachrichten können sich auf Ereignisse beziehen, die räumlich oder zeitlich entfernt sind.
- Lüge: Die Fähigkeit, unwahre Nachrichten zu übermitteln.
- Reflexivität: Die Sprache kann verwendet werden, um über sich selbst zu sprechen.
- Differenzierung: Verwendung einer begrenzten Anzahl von Lauten zur Bildung von Kontrasten.
- Doppelte Artikulation: Kombination diskreter Einheiten (Laute) zu bedeutungstragenden Einheiten (Wörter).
- Produktivität: Die Fähigkeit, aus einer begrenzten Anzahl von Elementen unendlich viele Nachrichten zu bilden.
Kontext in der Kommunikation
Der Kontext umfasst alle Umstände, Überzeugungen und das Wissen, das zur Interpretation von Äußerungen notwendig ist:
- Sprachlicher Kontext (Ko-Text): Bezieht sich auf das, was vor und nach einer Äußerung gesagt wurde.
- Situativer Kontext: Die Realität außerhalb des kommunikativen Aktes (z. B. die Umgebung).
- Soziokultureller Kontext: Gesellschaftliche Bedingungen und kulturelle Normen, die das sprachliche Register bestimmen.
Das sprachliche Zeichen
Grundlagen nach Saussure:
- Willkür: Die Verknüpfung von Signifikant (Lautfolge) und Signifikat (Konzept) ist arbiträr.
- Linearität: Der Signifikant entfaltet sich in der Zeit als Kette von Phonemen.
- Unveränderlichkeit und Veränderlichkeit: Innerhalb einer Gemeinschaft ist das Zeichen stabil, kann sich jedoch über die Zeit hinweg wandeln.
Die spanischen Konsonanten
Das spanische phonologische System umfasst 19 Konsonanten, die nach Artikulationsart, Artikulationsort und Stimmbandaktivität klassifiziert werden:
Artikulationsarten
- Verschlusslaute, Frikative, Affrikaten, Nasale, Liquide (Lateral/Vibrant).
Artikulationsorte
- Bilabial, Labiodental, Interdental, Dental, Alveolar, Palatal, Velar.
Lyrik: Merkmale und Formen
Lyrische Texte zeichnen sich durch Subjektivität, Kürze und oft durch die Verwendung von Versen aus.
Wichtige lyrische Gattungen
- Canción: Beliebte Themen wie Liebe und Religion.
- Petrarca-Lied: Individualistischer Ton und Anbetung.
- Ekloge: Idealisierung des Landlebens.
- Hymne: Lobgesang auf Götter, Helden oder Ideale.
- Epigramm: Kurze, oft satirische Gedichte mit überraschendem Ende.
- Elegie: Ausdruck von Trauer und Melancholie.
- Ode: Feierliche Dichtung zu Ehren bedeutender Personen oder Themen.
Narrative Texte
Erzähltexte zeichnen sich durch eine Abfolge von Aktionen aus, die von einem Erzähler vermittelt werden.
Subgenres der Erzählung
- Epos: Umfangreiche Heldengeschichten in Versform.
- Erzählung (Story): Kurze Prosa mit einem zentralen Konflikt.
- Romanze: Kurze Geschichten in Versen.
- Fabel: Kurzgeschichten mit moralischer Absicht.
- Roman: Umfangreiche Prosa mit komplexen Charakteren.
Das Drama
Dramatische Texte sind für die Aufführung konzipiert. Die Kommunikation erfolgt primär durch Dialoge zwischen den Figuren.
Struktur des dramatischen Textes
- Haupttext: Die gesprochenen Worte der Figuren (Dialog, Monolog, Soliloquium, Beiseitesprechen).
- Nebentext: Regieanweisungen zu nonverbalen Aspekten der Inszenierung.