Lesen lernen: Alter, Voraussetzungen und Methoden

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Zusammenfassung

Der Text erklärt, ab welchem Alter Kinder lesen lernen können und welche kognitiven und sozialen Voraussetzungen dafür nötig sind. Außerdem werden frühe Schritte zum Lesen sowie Operationen zur Förderung des Leseverständnisses vorgestellt. Lernende erfahren, wie Motivation, Umgebung und gemeinsames Vorlesen den Leseerfolg unterstützen.

Kernpunkte

  • Nach Foucambert (1989) kann ein Kind erst ab etwa sechs Jahren oder mit entsprechendem mentalen Alter wirklich lesen lernen.
  • Für das Lesenlernen sind mentale Operationen nötig, etwa das Identifizieren einfacher Elemente, die richtige Reihenfolge und die Graphem-Phonem-Korrespondenz.
  • Wichtige Voraussetzungen sind Motivation, Diskriminierungsfähigkeit, Raum-Zeit-Verständnis, Spracherfahrung und symbolische Darstellung.
  • Gemeinsames Vorlesen mit einem Erwachsenen erleichtert das Leseverständnis erheblich.
  • Geschichten mit wiederkehrenden Elementen oder Reimen helfen Kindern, Texte zu behalten und mitzulesen.
  • Zur Förderung des Leseverständnisses gehören die Operationen Herausfiltern, Auswählen und Verallgemeinern.

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Wann sollten Kinder lesen lernen?

Der Pädagoge Foucambert (1989) argumentiert, dass ein Kind erst ab etwa sechs Jahren oder mit einem entsprechenden mentalen Alter wirklich lesen lernen kann. Dies liegt daran, dass der Leselernprozess bestimmte mentale Operationen erfordert, wie die Identifizierung einfacher Elemente, die richtige Reihenfolge und die Graphem-Phonem-Korrespondenz. Ohne diese kognitiven Fähigkeiten kann es zu Misserfolgen kommen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass vor dem sechsten Lebensjahr kein formales Lernen stattfinden sollte. Vielmehr ist es entscheidend, frühzeitig Lernanreize zu schaffen, die den Leser vorbereiten. Der Leseerfolg wird stark von kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst. Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen viel gelesen wird oder die regelmäßig mit Büchern und Medien in Kontakt kommen, entwickeln oft ein besseres Verständnis für das Lesen.

Das gemeinsame Lesen eines Kindes mit einem Erwachsenen erleichtert das Leseverständnis erheblich. Der erste Schritt zum Lesen erfolgt oft durch den körperlichen Kontakt kleiner Kinder mit der geschriebenen Sprache. Kinder, die mit Büchern umgehen, sind eher bereit zu lernen. Sie bitten ihre Eltern, ihnen vorzulesen und stellen Fragen dazu. Dabei bemerken und protestieren Kinder oft, wenn Erwachsene den Text bewusst kürzen, um schneller fertig zu werden.

Frühe Schritte zum Lesenlernen

Kinder erinnern sich manchmal an Sätze oder Absätze aus dem Gedächtnis. Deshalb sind Geschichten mit wiederkehrenden Elementen oder Reimen hilfreich, da Kinder sie leichter behalten und laut wiederholen können, während sie mit dem Finger den Zeilen folgen. Darüber hinaus sind Kinder, die Illustrationen zum Text in eigenen Worten beschreiben können, bereits in einer wichtigen ersten Phase des Leselernprozesses.

Wichtige Voraussetzungen für das Lesenlernen

Für einen erfolgreichen Leselernprozess sind folgende Voraussetzungen entscheidend:

  • Motivation: Dies ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die vor dem eigentlichen Lesenlernen entwickelt werden muss.
  • Diskriminierungsfähigkeit: Die Fähigkeit, Laute, Formen und Bilder zu unterscheiden.
  • Raum-Zeit-Verständnis: Ausreichendes Verständnis von Zeit und Raum, um Begriffe wie „vor, hinter, oben, unten, nach, vor“ usw. zu verstehen.
  • Spracherfahrung: Erfahrungen mit Sprache als Kommunikationselement.
  • Symbolische Darstellung: Entwicklung der Fähigkeit zur symbolischen Darstellung.

Die Bedeutung des frühen Lernens

Wir dürfen hier das frühe Lernen nicht unerwähnt lassen. Das Alter, in dem das formale Lernen beginnt, ist nicht allein entscheidend. Man muss von Anfang an zeigen, was möglich ist. Ein Kind ist wie ein Schwamm und nimmt alles auf, auch wenn die Dinge nicht immer seinem aktuellen Niveau entsprechen. Für die Leseentwicklung sind grundlegende logische Operationen und logisches Denken entscheidend. Motivation, kognitive Entwicklung und psychomotorische Fähigkeiten sind ebenfalls von großer Bedeutung.

Operationen für ein besseres Leseverständnis

Um das Leseverständnis zu fördern, sollte man sich auf folgende Operationen konzentrieren:

  1. Herausfiltern: Unwichtige Informationen erkennen und ignorieren.
  2. Auswählen: Die wichtigsten Informationen identifizieren und hervorheben.
  3. Verallgemeinern: Informationen des Textes miteinander verbinden und zu einer übergeordneten Aussage zusammenfassen.

Dies bedeutet, unwichtige Informationen zu filtern und das Wesentliche zu behalten. Beim Verallgemeinern verbindet man die Informationen des Textes. Anschließend baut man eine neue Gruppierung auf, basierend auf den zuvor ausgewählten Informationen.

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter sollten Kinder lesen lernen?

Laut Foucambert (1989) kann ein Kind erst ab etwa sechs Jahren oder mit einem entsprechenden mentalen Alter wirklich lesen lernen. Vor dem sechsten Lebensjahr sollten dennoch Lernanreize geschaffen werden, die den Leser vorbereiten.

Welche Voraussetzungen braucht ein Kind zum Lesenlernen?

Wichtig sind Motivation, die Fähigkeit, Laute, Formen und Bilder zu unterscheiden, Raum-Zeit-Verständnis, Spracherfahrung und die Fähigkeit zur symbolischen Darstellung.

Wie kann man das Leseverständnis fördern?

Man sollte die Operationen Herausfiltern unwichtiger Informationen, Auswählen der wichtigsten Informationen und Verallgemeinern durch Verbinden der Textinformationen üben.

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Test

1. Ab welchem Alter kann ein Kind laut Foucambert (1989) wirklich lesen lernen?
2. Welche Fähigkeit gehört nicht zu den genannten Voraussetzungen für das Lesenlernen?
3. Warum helfen Geschichten mit Reimen oder wiederkehrenden Elementen beim Lesenlernen?
4. Welche Operation bedeutet, unwichtige Informationen zu erkennen und zu ignorieren?
5. Was erleichtert das Leseverständnis laut Text erheblich?
6. Was beschreibt die Operation Verallgemeinern?

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