Texttypen: Klassifizierung nach Anwendungsbereichen und Werlich-Typologie

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Zusammenfassung

Der Text erklärt, wie Texte nach Anwendungsbereichen wie persönlichem, familiärem, wissenschaftlichem, beruflichem, öffentlichem, administrativem und literarischem Bereich gruppiert werden können. Außerdem stellt er das Konzept des Texttyps vor und die Typologie nach Werlich mit ihren fünf Textarten und deren charakteristischen Sprachmerkmalen.

Kernpunkte

  • Texte werden nach Nutzungsbereichen oder Tätigkeitsfeldern gruppiert, die Gesprächspartner, Funktionen und Themen bestimmen.
  • Es werden sieben Anwendungsbereiche unterschieden: persönlich, Familie, wissenschaftlich, Arbeit, sozial öffentlich, gesellschaftlich/administrativ und literarisch.
  • Ein Texttyp ist ein theoretisches Modell mit bestimmten sprachlichen und kommunikativen Merkmalen.
  • Die Werlich-Typologie unterscheidet fünf Textarten: Beschreibung, Erzählung, Darstellung, Argumentation und Instruktion.
  • Die Beschreibung behandelt Fakten im Raum, die Erzählung Fakten in der Zeit.
  • Ein einzelner Text kann zu mehreren Texttypen gehören, etwa eine Geschichte mit Beschreibungen und Erzählungen.

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Arten von Texten und ihre Funktionen

Jeder Text erfüllt spezifische Funktionen und erfordert bestimmte linguistische Merkmale sowie weitere Kommunikationsstrategien. Bei einer ersten Betrachtung dieser Vielfalt stellen wir fest, dass Texte nach Nutzungsbereichen oder Tätigkeitsfeldern im menschlichen Leben gruppiert werden können. Jeder dieser Bereiche bestimmt die Gesprächspartner, bestimmte Funktionen und die Behandlung konkreter Themen. Daraus ergibt sich folgende erste Klassifizierung:

Klassifizierung nach Anwendungsbereichen

1. Persönlicher Bereich

  • Definition: Texte für sich selbst, die nicht von anderen gelesen oder gehört werden sollen.
  • Themen: Allgemein, oft mit Umgangssprache und sehr frei formuliert.
  • Medien:
    • Mündlich: Monologe, Tonbandaufnahmen etc.
    • Schriftlich: Tagebuch, Notizen, Kalender, Kommentare zu Lesungen, Rechnungen, Vermerke etc.

2. Bereich Familie und enge Bekanntschaften

  • Definition: Texte für Familie und engsten Kreis.
  • Themen: Allgemein, mit wenig Umgangssprache oder formaler Sprache.
  • Medien:
    • Mündlich: Gespräche, Dialoge, Gedichtrezitationen, kurze Reden in formellen und sozialen Situationen, Telefongespräche etc.
    • Schriftlich: Briefe, Postkarten, Einladungen, Glückwünsche, Widmungen (z. B. als Geschenk) etc.

3. Wissenschaftlicher Bereich

  • Definition: Schul- und Ausbildungstexte, alle Arten von Themen und Sprachen, mit einer Tendenz zur Spezialisierung und Formalität.
  • Medien:
    • Mündlich: Präsentationen, Tests, Interviews, Vorlesen etc.
    • Schriftlich: Essays, Prüfungen, Zusammenfassungen, Rezensionen, Gliederungen, Zeitungsartikel, Notizen, Tests, Wandtafeln etc.

4. Arbeitsbereich

  • Definition: Texte aus der Arbeitswelt, spezialisierte Themen, mit spezifischer und formaler Sprache.
  • Medien:
    • Mündlich: Präsentationen, Interviews, kurze Reden etc.
    • Schriftlich: Berichte, Geschäftsbriefe, Lebensläufe, Notizen etc.

5. Sozialer Bereich (Öffentlich)

  • Definition: Öffentliche Texte für ein großes und heterogenes Publikum (Massenmedien).
  • Medien:
    • Mündlich: Reden im Radio und Fernsehen, öffentliche Reden, Diskussionen, Versammlungen etc.
    • Schriftlich: Anzeigen, Interventionen bei öffentlichen Veranstaltungen etc.

6. Gesellschaftlicher/Administrativer Bereich

  • Definition: Texte in öffentlichen und privaten Organisationen (Schulen, Verwaltungen, Verbände etc.), allgemein oder spezifisch, spezialisierte Sprachen.
  • Medien:
    • Mündlich: (Nicht relevant in dieser Klassifizierung)
    • Schriftlich: Anträge, Lebensläufe, Formulare, Vordrucke, Gesetze, Briefe etc.

7. Literarischer Bereich

  • Definition: Bereich der Freizeit, spielerische Zwecke, vielfältigste Themen und Sprachen.
  • Medien:
    • Mündlich: Mündliche Volkstradition, Witze, Filme, Theater, Gesang etc.
    • Schriftlich: Traditionelle literarische Genres (Lyrik, Roman etc.), Comics etc.

Das Konzept des Texttyps

Um die oben beschriebene Struktur zu benennen, wurde das Konzept des Texttyps formuliert. Ein Texttyp ist ein theoretisches Modell mit bestimmten sprachlichen und kommunikativen Merkmalen, das in vielen aktuellen Texten veranschaulicht werden kann. Texttypologien werden verwendet, um Lehrpläne festzulegen, Kurse zu planen oder das Inhaltsverzeichnis eines Lehrbuchs zu strukturieren.

Die Typologie nach Werlich

Die Werlich-Typologie unterscheidet 5 Textarten, die durch textuelle und kontextuelle Faktoren gekennzeichnet sind:

Texttyp
Thema/Fokus
Charakteristische Sprachmerkmale
BeschreibungFakten im RaumAdverbien des Ortes, nominale Prädikate
ErzählungFakten in der Zeit (Ereignisse)Adverbien der Zeit, Verbformen der Vergangenheit
Darstellung (Exposition)Analyse von Ideen oder KonzeptenNominale Ergänzungen, Adjektive, Fokus auf Sachverhalte
ArgumentationIdeen und Demonstration der SprecherpositionNegation, Konjunktionen der Begründung und Folgerung
Instruktion (Anweisung)Zukünftiges Verhalten des Senders oder EmpfängersImperativ, Modalverben der Notwendigkeit

Diese 5 Typen sind alle verbal. Es muss berücksichtigt werden, dass ein einziger Text zu zwei verschiedenen Typen gehören kann. Beispiel: Eine Geschichte enthält oft Beschreibungen und Erzählungen.

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Häufige Fragen

Welche fünf Textarten unterscheidet die Werlich-Typologie?

Die Werlich-Typologie unterscheidet Beschreibung, Erzählung, Darstellung (Exposition), Argumentation und Instruktion (Anweisung). Sie werden durch textuelle und kontextuelle Faktoren gekennzeichnet.

Kann ein Text zu mehreren Texttypen gehören?

Ja, ein einziger Text kann zu zwei verschiedenen Typen gehören. Eine Geschichte enthält zum Beispiel oft Beschreibungen und Erzählungen.

Wofür werden Texttypologien verwendet?

Texttypologien werden verwendet, um Lehrpläne festzulegen, Kurse zu planen oder das Inhaltsverzeichnis eines Lehrbuchs zu strukturieren.

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Test

1. Welcher Texttyp behandelt Fakten im Raum?
2. Welche Sprachmerkmale kennzeichnen die Erzählung?
3. Welcher Bereich umfasst Schul- und Ausbildungstexte?
4. Welche Textart wird durch Imperativ und Modalverben der Notwendigkeit gekennzeichnet?
5. Wie viele Textarten unterscheidet die Werlich-Typologie?

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