Humes Ethik, Kants Apriorismus und Marx' Materialismus
Humes Ethik und das Sein-Sollen-Problem
Humes Negation der Wirklichkeit hat bedeutende empirische Folgen. Die moralische Pflicht wird nicht als empirische Tatsache betrachtet; Hume zeigt deren Unvereinbarkeit auf. Eine der wichtigsten Thesen des ethischen Empirismus ist die Unfähigkeit, vom Sein zum Sollen zu gelangen – eine philosophische Position, die als Humes Gesetz bekannt ist. Indem Hume die Wirklichkeit als eine Reihe von Fakten versteht, schließt er Werte aus. Er argumentiert, dass eine Pflicht keine empirische Tatsache ist.
Kantischer Apriorismus
Zwischen Rationalismus und Empirismus stehend, ist Wissen für Kant eine Synthese aus Anschauungen und Verstandesbegriffen. Sein berühmter Leitsatz lautet: „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“ Beide Fakultäten können ihre Aufgaben nicht austauschen: Anschauungen ohne Begriffe können nichts denken, Begriffe ohne Anschauungen können nichts erkennen.
- Empirismus: Alles Wissen beginnt mit der Erfahrung.
- Rationalismus: Nicht alles Wissen stammt aus der Erfahrung.
- A posteriori: Wissen, das durch das Objekt gegeben ist.
- A priori: Wissen, das vom erkennenden Subjekt stammt.
Kants Kritik an Gottesbeweisen
- Ontologisches Argument: Kant argumentiert, dass Existenz keine Vollkommenheit hinzufügt; Gott als vollkommenes Wesen kann gedacht werden, ohne dass daraus seine Existenz folgt.
- Kosmologisches Argument: Er kritisiert den Missbrauch der Kausalität, die nur innerhalb des Bereichs der sinnlichen Erfahrung gültig ist.
- Teleologisches Argument: Kant schließt nicht auf die Existenz eines allwissenden Schöpfergottes, sondern lediglich auf einen ordnenden Geist.
- Postulate der praktischen Vernunft: Kant räumt ein, dass Gott und die Unsterblichkeit der Seele als moralische Notwendigkeit postuliert werden müssen.
Marx und Engels: Historischer Materialismus
Der Materialismus von Marx und Engels entstand als Reaktion auf den Idealismus von Hegel. Dieser Materialismus unterteilt sich in zwei Bereiche:
- Dialektischer Materialismus (Engels): Basierend auf Entwicklungen in Chemie und Biologie ist Materie das einzig Reale. Sie ist intern dynamisch und entwickelt sich von einfach zu komplex. Geistige Phänomene sind Produkte materieller Prozesse (Gehirnaktivität).
- Historischer Materialismus (Marx): Die Gesellschaft ist ein System miteinander verbundener Strukturen. Die ökonomische Infrastruktur bestimmt den kulturellen Überbau.
Nicht das Denken bestimmt das Sein, sondern das Sein bestimmt das Denken. Die materiellen Lebensbedingungen und die Organisation der produktiven Tätigkeit sind ausschlaggebend. Veränderungen in der ökonomischen Basis führen zu Veränderungen im gesamten System. Der Motor des historischen Fortschritts ist der Klassenkampf.