Institutionen und Wahlsystem der Kanarischen Inseln
Institutionen der Kanaren
Die wichtigste Institution ist das Parlament. Es trat zum ersten Mal am 30. Mai zusammen, weshalb dieser Tag als der Tag der Kanaren gefeiert wird. Die Kanarischen Inseln verfügen über eigene Gesetzgebungsbefugnisse. Wie setzt sich das kanarische Parlament zusammen? Das Wahlsystem bestimmt die Abgeordneten. Wie viele Mitglieder hat das Parlament der Kanaren? Es besteht aus 60 Abgeordneten.
Das kanarische Wahlsystem
Dies ist das offizielle Wahlsystem der Kanarischen Inseln. Die 60 Abgeordneten werden wie folgt gewählt:
Auf den Kanarischen Inseln gibt es keinen einheitlichen Wahlkreis für die gesamte Region. Stattdessen zählt die jeweilige Insel. Entscheidend ist, wer auf jeder einzelnen Insel gewinnt; die Stimmen werden also inselweise gezählt.
Ein Wahlkreis ist das Gebiet, in dem die Stimmen ausgezählt werden. In diesem Wahlsystem ist es entscheidend zu wissen, wo und wie die Stimmen gezählt werden. Der Wahlkreis ist das Territorium, in dem die persönlichen Stimmen in Parlamentssitze umgewandelt werden.
Während bei den Wahlen zum Kongress die Stimmen nach Provinzen gezählt werden, gilt dies auch für Senatoren auf den Kanaren, den Balearen und in den übrigen Provinzen. Für das Europäische Parlament hingegen bildet ganz Spanien einen einzigen Wahlkreis.
Territoriales und persönliches Wahlrecht
Es ist territorial, weil es sich auf das Gebiet der Insel bezieht, und persönlich, weil es sich auf die Menschen bezieht, die in diesem Gebiet leben.
Jede Stimme wird in ihrem jeweiligen Wahlkreis gezählt (nach der Zählung des Rates). Das Wählerverzeichnis (die Volkszählung) wird von den zuständigen Behörden erstellt. Theoretisch sind alle Bürger mit spanischer Staatsangehörigkeit ab 18 Jahren wahlberechtigt. Man muss jedoch prüfen, ob man tatsächlich im Wählerverzeichnis eingetragen ist.
Wichtige Ausnahmen vom Wahlrecht
Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum man nicht wählen darf oder nicht im Verzeichnis erscheint:
- Strafgefangene: Personen, die zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurden. Ob sie wählen dürfen, hängt vom jeweiligen Urteil ab. Oft ist der Entzug des Wahlrechts Teil der Strafe. Wenn dies nicht explizit festgelegt ist, können sie per Briefwahl abstimmen, was jedoch eher die Minderheit betrifft.
- Psychische Erkrankungen: Personen, die aufgrund psychischer Erkrankungen oder verminderter geistiger Fähigkeiten vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Hierfür ist ein Gutachten von zwei Gerichtsmedizinern für die politische Verwaltung erforderlich.
Wahlberechtigung für Ausländer
Ansässige Ausländer können unter bestimmten Bedingungen wählen. Dies gilt für Bürger der Europäischen Union sowie für Staatsangehörige von Ländern, mit denen Spanien Gegenseitigkeitsabkommen unterhält (das heißt, Spanier dürfen in diesen Ländern ebenfalls wählen).
Wahlbezirke und Wahllokale
Man kann nicht an beliebigen Orten innerhalb des Wahlkreises wählen. Jeder Wahlkreis ist in Wahllokale unterteilt. Ein Wahllokal (oft in Schulen untergebracht) ist eine territoriale und persönliche Unterteilung des Bezirks. Die Zuweisung erfolgt nach dem Wohnsitz; man wählt dort, wo man am nächsten wohnt. Wahllokale befinden sich meist in öffentlichen Gebäuden.
Formen des eingeschränkten Wahlrechts
Das eingeschränkte Wahlrecht wird in zwei Systeme unterteilt:
- Zensuswahlrecht (Leasingnehmer): Dies war früher in Spanien üblich. Nur Männer mit einem bestimmten Einkommen oder Vermögen durften wählen. Im 19. Jahrhundert sank die wirtschaftliche Hürde allmählich, sodass mehr Männer wählen konnten.
- Befähigungswahlrecht (Wahlrecht nach Bildung): Dieses System wurde häufiger in Lateinamerika angewandt. Hierbei durften nur Männer wählen, die einen bestimmten Bildungsgrad erreicht hatten, unabhängig von ihrem Vermögen.
| Demokratisch | Undemokratisch |
|---|---|
| Allgemeines Wahlrecht | Eingeschränktes Wahlrecht |
| Freies Wahlrecht (ohne Zwang) | Unfreies Wahlrecht |
| Geheime Abstimmung | Öffentliche Wahl (nicht geheim) |
| Gleiches Wahlrecht (Eine Stimme) | Mehrfachstimmrecht (Pluralwahlrecht) |
| Direkte Wahl | Indirekte Wahl |
Grundsätze der Wahl
Die Abstimmung muss frei und geheim sein. Diese beiden Prinzipien sind eng miteinander verknüpft.
Man kann auch mit einem leeren Umschlag wählen (leere Stimmabgabe). Der Staat sieht darin jedoch keinen besonderen Anreiz.
Um zu wählen, benötigt man einen gültigen Lichtbildausweis (Name und Foto), der nicht abgelaufen sein darf.
Direktes vs. Indirektes Wahlrecht
Direkte Wahl: Die Bürger wählen direkt die Personen oder Listen, die das Ergebnis bestimmen.
Indirekte Wahl: Die Bürger wählen Wahlmänner oder Vertreter, die dann wiederum die endgültige Entscheidung treffen.
- Aktives Wahlrecht: Das Recht, seine Stimme abzugeben.
- Passives Wahlrecht: Das Recht, als Kandidat aufgestellt und gewählt zu werden.