Literatur des 18. Jahrhunderts: Roman, Lyrik und Theater

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Entwicklungen des Romans im 18. Jahrhundert

Die Autoren leiteten maßgebliche Entwicklungen für die Form des Romans ein:

  • Briefroman: Die Erzählung wird durch den Austausch von Briefen strukturiert.
  • Autobiografischer Roman: Eine Mischung aus fiktiven Autobiografien und romanhaften Darstellungen des eigenen Lebens.

Subgenres des Romans

  • Reise- und Abenteuerroman: Fortführung barocker Erzähltraditionen, jedoch mit bürgerlichen Charakteren und realistischem Anspruch.
  • Philosophischer Roman: Vermittlung aufklärerischer Ideen.
  • Sentimentaler Roman: Analyse von Liebesbeziehungen aus weiblicher Perspektive.
  • Erotische Belletristik: Thematisierung der Sexualität der Charaktere.

Merkmale des englischen Romans

Der englische Roman etablierte eine narrative Welt, die durch folgende Punkte gekennzeichnet ist:

  • Der Protagonist ist ein Individuum, kein idealisierter Held oder Prinz.
  • Das Ziel ist die Analyse und Erklärung des Verhaltens und der Persönlichkeit.
  • Streben nach Wahrscheinlichkeit durch ausführliche Beschreibungen und Realismus.
  • Die literarische Sprache dient als direktes Kommunikationsmittel.

Wichtige englische Autoren

  • Daniel Defoe: Initiator des englischen Romans mit Robinson Crusoe. Zentrales Thema ist die menschliche Fähigkeit, die Natur durch Arbeit und Vernunft zu zivilisieren.
  • Jonathan Swift: Kritiker der menschlichen Natur. Sein Werk Gullivers Reisen ist eine bittere Satire auf die Korruption der Menschheit.
  • Samuel Richardson: Autor von Pamela. Der Roman ist moralisierend und thematisiert den sozialen Aufstieg einer Frau durch ihre Tugend sowie die Rolle der Frau in der bürgerlichen Gesellschaft.
  • Henry Fielding: Mit Joseph Andrews reflektierte er die Reife des Genres durch Ironie und Parodie.
  • Laurence Sterne: Erweiterte den Roman um Satire und experimentelle Erzählformen wie Zeit-Sprünge und die Einbeziehung meta-literarischer Elemente.

Der französische Roman

Auch in Frankreich entwickelte sich das Genre weiter:

  • Prévost: Bekannt für Manon Lescaut. Er verbindet moralisierende Absichten mit der Darstellung der Unmöglichkeit eines Glücks, das nur auf Liebe basiert.
  • Laclos: Gefährliche Liebschaften führte wichtige Neuerungen ein, wie den Perspektivismus und die Vielfalt sprachlicher Register.
  • Voltaire: Sein Realismus zeichnet sich durch Kürze, Symbolik und Allegorie aus. Besonders einflussreich ist sein Werk Candide.
  • Rousseau: In Émile und Julie oder Die neue Heloise thematisiert er ein naturnahes Bildungssystem sowie die leidenschaftliche, oft tragische Liebe.

Lyrik im 18. Jahrhundert

Die Dichtung diente primär als satirisches Werkzeug zur Reflexion über Gesellschaft, Kunst und menschliche Beziehungen:

  • Lehrdichtung: Vermittlung reformistischer Ideen (z. B. Voltaire).
  • Fabel: Darstellung moralischer Werte wie Ehrlichkeit und Fleiß (z. B. Samaniego).
  • Satirische Gedichte: Kritische Auseinandersetzung (z. B. Alexander Pope).
  • Gelegenheitsdichtung: Oft triviale oder lobpreisende Texte.

Das Theater des 18. Jahrhunderts

Das Theater war ein zentrales Medium, um bürgerliche Ideen direkt zu vermitteln. Es zeichnete sich aus durch:

  • Einhaltung der drei Einheiten (Handlung, Ort und Zeit).
  • Streben nach Wahrscheinlichkeit.
  • Wahrung des Anstands: Charaktere sprechen gemäß ihrer sozialen Klasse.
  • Strenge Trennung von tragischen und komischen Elementen.

Vom Neoklassizismus zur Romantik

Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entstand der Präromantizismus. Dieser Vorläufer der Romantik des 19. Jahrhunderts betonte Gefühle, Leidenschaft, eine düstere Atmosphäre und die Subjektivität des Autors.

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