Literatur und Theater in Spanien: Trends und Entwicklungen
Punkt 13: Narrative
Das Genre der Narrative spiegelt die kulturellen Veränderungen am besten wider, während Poesie und Drama weiterhin ein Nischenpublikum ansprechen. Der Roman entwickelt sich in seinen Untergattungen zunehmend kommerziell. Der zeitgenössische Roman ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
- Konfluenz mehrerer Generationen: Nachkriegsautoren, Schriftsteller der 68er-Bewegung und die Generation der 80er Jahre.
- Vielfalt der Trends: Autoren greifen unterschiedlichste Themen auf und nutzen diverse Stile sowie Erzählweisen. Dabei kehren sie häufig zur klassischen Erzählung zurück.
- Wachsender Verlagsmarkt: Romane werden zu kulturellen Konsumgütern, die sich an den Kriterien und dem Geschmack des Publikums orientieren.
- Lateinamerikanische Einflüsse: Spanische Schriftsteller orientieren sich an lateinamerikanischen Vorbildern wie Jorge Luis Borges.
Arten von Romanen
- Historische Fiktion: Seit den 80er Jahren nutzen Autoren die Vergangenheit, um aktuelle Themen zu reflektieren (z. B. Eduardo Mendoza).
- Kriminalroman: In den 70er Jahren wurde der Detektivroman populär, beeinflusst durch den amerikanischen Film noir (z. B. Manuel Vázquez Montalbán).
- Realistische Fiktion: Eine Rückkehr zum realistischen Stil (z. B. Miguel Delibes und Luis Mateo Díez). Dazu zählen auch testimonialartige Romane, die soziale Konflikte und die Enttäuschungen des Übergangs kritisch reflektieren (z. B. Juan Marsé).
- Intime Fiktion: Fokus auf existenzielle Themen wie Identität und den Sinn des Lebens (z. B. Javier Marías und Rosa Montero). Innerhalb dieser Gruppe findet sich die lyrische Erzählung, in der Subjektivität und Anregung gegenüber der referenziellen Erzählung überwiegen (z. B. Francisco Umbral).
Theater
In den 80er Jahren setzten sich zwei Trends fort: das experimentelle Theater und das soziale Theater. Während Ersteres das Bewusstsein für gesellschaftliche Fragen schärfen will, dient Letzteres primär der Unterhaltung. Mit den gesellschaftlichen Veränderungen ergaben sich folgende Entwicklungen:
- Erneuerung des offiziellen Theaters: Werke zuvor verbotener Autoren sowie Klassiker (insbesondere der Generation von '98, Valle-Inclán und Lorca) werden wieder aufgeführt.
- Unabhängige Theatergruppen: Eine Vielzahl von Ensembles sucht den Kontakt zu einem neuen, vielfältigen Publikum.
- Neue Bühne: Suche nach alternativen Spielorten, wie etwa Aufführungen auf der Straße, und Integration neuer Technologien.
- Themen: Alltagsprobleme des modernen Menschen, der Bürgerkrieg und die Diktatur.