Merkmale der Renaissance: Literatur und Humanismus

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Allgemeine Merkmale der Renaissance

A) Die Wiederentdeckung der klassischen Welt

Wiederbelebung der griechisch-römischen Kultur: Mythologie, klassischer Kanon der Schönheit, Proportion, Balance und Natürlichkeit.

B) Anthropozentrismus und Individualismus

Gefühl der Sicherheit und Selbstbehauptung. Der Mensch als größte Errungenschaft der Schöpfung, der die Natur kritisch und rational betrachtet.

C) Religiöser Geist und Reformen

  • Gegenreformation: Neue Ansätze zur Erneuerung des religiösen Geistes und Verhaltens.
  • Hinterfragung der päpstlichen Autorität und freie Auslegung der Bibel.
  • Reformation: Protestantismus, Konzil von Trient, Erasmus von Rotterdam, Thomas Morus und Luis Vives.

D) Neuplatonismus

  • Liebe als kosmische Kraft: Die Vereinigung von Wesen zur Erreichung von Vollkommenheit und Göttlichkeit.
  • Die Mission des Menschen ist es, die in der Natur (Landschaft, Körper) verborgene Schönheit zu entdecken.
  • Dialoghi d'amore von Leone Ebreo.

E) Das Ideal des Renaissance-Menschen

Der Renaissance-Mensch zeichnet sich durch intellektuelle Neugier und eine intensive Lebensphilosophie aus. Er strebt nach umfassendem Wissen. Ein zentrales Vorbild ist der Höfling nach Baltasar Castiglione, dessen Verhalten durch Ethik geregelt ist.

Die Renaissance-Lyrik

  • Modelle: Petrarca und klassische Dichter wie Vergil, Horaz und Ovid.
  • Themen: Liebe, Patriotismus und Religion.
  • Melancholie: Die Dichter blicken in die Vergangenheit und erinnern sich an ihre Geliebte.
  • Locus amoenus: Jungfräuliche Natur, pastorale und bukolische Landschaften (z. B. Vergils Eklogen, Arcadia).

Neue Formen der spanischen Poesie

  • Erneuerung der Themen und heroischen Ausdrucksformen (Heptasyllabos).
  • Versformen: Silva, Strophen, Sonett und Romanze.
  • Gattungen: Ekloge, Ode, Brief und Gesang.

Garcilaso de la Vega

  1. Beginn seiner Karriere mit höfischer Liebeslyrik.
  2. Ab 1526 starker Einfluss durch Petrarca.
  3. Werkumfang: 3 Eklogen, 2 Elegien, 1 Brief, 5 Gesänge und 38 Sonette.
  4. Hauptthema: Die Liebe (inspiriert durch Isabel Freire) und das Motiv „Carpe diem“.
  5. Stil: Musikalität, metaphorische Sprache, Eleganz, Leidenschaft und Melancholie.
  6. Nachfolger: Hurtado de Mendoza, Hernando de Acuña und Gutierre de Cetina.

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