Merkmale der Textarten: Erzählung bis Argumentation

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Merkmale der Erzählung (Narrative Texte)

  • Darstellung von Fakten: Reale oder fiktive Ereignisse, die Figuren in einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Raum zustoßen.
  • Präsenz eines Erzählers: Dieser wählt Informationen aus und organisiert sie.
  • Beziehungen der Figuren: Die Existenz von Charakteren und deren Beziehungen untereinander bestimmen die Entwicklung der Geschichte.
  • Umgang mit der Zeit: Sowohl in Bezug auf die Charaktere als auch auf die Erzählreihenfolge. Verwendung von Zeitadverbien und Konnektoren.
  • Bedeutung des Raumes: Der Raum ist entscheidend für die Organisation der Charakterentwicklung und des Geschichtenerzählens.
  • Verbalstil: Vorwiegende Verwendung von Aktionsverben und Vergangenheitsformen (obwohl auch das historische Präsens genutzt werden kann).
  • Erzählweisen: Unterscheidung zwischen der Erzählerstimme und den Figuren durch direkte, indirekte oder erlebte Rede.
  • Strukturelles Design: Tendenz zum Aufbau nach dem Schema Einleitung – Höhepunkt – Auflösung.
  • Schnittstellen: Verknüpfung mit anderen Modi, insbesondere beschreibenden Elementen und Dialogen.

Merkmale der Beschreibung (Deskriptive Texte)

  • Darstellung von Objekten: Darstellung von Räumen, Personen oder Gegenständen ohne Handlungsfortschritt. Diese können statisch oder dynamisch sein.
  • Raum als Struktur: Prävalenz des Raumes als strukturierendes Element. Reichliche Verwendung von Lokaladverbien und Konnektoren (insbesondere deiktische und anaphorische Ausdrücke).
  • Zeitlosigkeit: Meist verschwindet die zeitliche Entwicklung, obwohl sie in einigen Beschreibungen dennoch ein wichtiges Element sein kann.
  • Zustandsverben: Dominanz von Zustandsverben und Kopulaverben, meist im Präsens oder Präteritum (Imperfekt).
  • Adjektivierung: Häufiger Einsatz von Adjektiven und verschiedenen Arten von Attributen.
  • Stilmittel: Verwendung von Aufzählungen, Vergleichen, Metaphern und Personifikationen.
  • Objektivität vs. Subjektivität: Beschreibungen können objektiv (referenzielle Funktion) oder subjektiv (emotionale Funktion) geprägt sein.
  • Fachbegriffe der Personenbeschreibung: Die physische Beschreibung wird Prosopographie genannt, die psychologische Etopöie; die Kombination aus beidem ist ein Porträt.

Merkmale der Argumentation (Argumentative Texte)

  • Zielsetzung: Verteidigung einer Idee oder eines Standpunkts mit dem Ziel, das Verhalten oder die Meinung des Empfängers zu ändern.
  • Perspektive: Nutzung der 1. oder 3. Person, je nach Grad der Einbeziehung des Senders (referenzielle, emotionale oder konative Funktionen).
  • Satzarten: Vorwiegend Aussagesätze, aber auch Fragesätze, Ausrufe oder Zögerlichkeitssignale bei starker emotionaler Beteiligung.
  • Komplexe Syntax: Lange, komplexe Sätze mit einem Überwiegen von Unterordnungen (Hypotaxen).
  • Strukturierung: Verwendung von Absätzen zur Klärung verschiedener Aspekte des Themas.
  • Verben des Denkens: Einsatz von Verben wie denken, glauben, schlussfolgern, vorwiegend im Präsens.
  • Lexik: Verwendung von abstrakten Substantiven und Fachbegriffen (je nach Art der Argumentation).
  • Bewertung: Einsatz von wertenden Adjektiven (außer in rein wissenschaftlichen Argumentationen).
  • Logische Strukturen: Aufbau nach Mustern wie Einleitung, Hauptteil (Argumentation) und Schluss sowie analytische oder synthetische Verfahren.

Merkmale des Dialogs (Dialogische Texte)

  • Interaktion: Wiedergabe der Redebeiträge mehrerer Gesprächspartner.
  • Elemente der gesprochenen Sprache:
    • Reichliche Verwendung von Deiktika und Anaphern.
    • Pronomen (besonders 1. und 2. Person).
    • Adverbien der Zeit, des Ortes und der Art und Weise sowie Determinanten.
    • Ausrufe und Fragen.
    • Trend zu einfachen Sätzen oder Satzreihen (Parataxen).
    • Verwendung von Partikeln, Füllwörtern (äh, na ja), Sprichwörtern und Redewendungen.
  • Textkohärenz: Unabhängigkeit der Redebeiträge, die dennoch ein Ganzes bilden, wobei folgende Phänomene auftreten können:
    • Syntaktische Ungenauigkeiten oder Anakoluthe (Satzbrüche).
    • Unvollendete Sätze und Ellipsen (Auslassungen).
  • Register: Vielfalt der Sprachebenen je nach Sprecher.
  • Formalität: Unterscheidung zwischen formalen und informellen Dialogen.
  • Literarischer Dialog: Innerhalb einer Erzählung folgt er den Modi der Rede (direkt, indirekt, erlebte Rede, Monolog).
  • Theatralischer Dialog: Folgt den Regeln des Dramas (Regieanweisungen, Beiseite-Sprechen etc.).

Merkmale der Erklärung (Expositorische Texte)

  • Funktion: Wiedergabe, Darstellung oder Erläuterung von Fakten, Prozessen und Ideen.
  • Modus: Vorwiegend Aussagesätze mit referenzieller Sprachfunktion.
  • Lexik: Denotative (eindeutige) Bedeutung, oft abstrakt oder spezialisiert (Fachsprache).
  • Person: Prävalenz der 3. Person (gelegentlich 1. Person Plural).
  • Zeitform: Überwiegen des Präsens, teils gemischt mit dem Präteritum.
  • Unpersönlichkeit: Häufige Verwendung von unpersönlichen Konstruktionen und Passivstrukturen.
  • Satzbau: Tendenz zu komplexen Satzgefügen, insbesondere Unterordnungen.
  • Nominalstil: Häufige Verwendung von Nominalisierungsprozessen.
  • Ordnungsprinzipien: Tendenz zu Aufzählungen und Klassifizierungen.
  • Logik: Analytische oder synthetische Strukturen.
  • Verknüpfung: Die Exposition erscheint oft eng mit der Argumentation verknüpft.

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