Metaphysik und Philosophie: Grundbegriffe erklärt
Philosophie als Problem: Metaphysik und Grundprinzipien
Die Metaphysik, auch als Erste Philosophie oder Grundwissenschaft bezeichnet, stellt ein höchstes und immer wiederkehrendes Problem der Philosophie dar. Ihr Name ist ungewisser Herkunft und bleibt inhaltlich problematisch. Aristoteles bezieht sich auf diese Wissenschaft als Erste Philosophie – jene Disziplin, welche die ersten Prinzipien der Realität ergründen soll. Was die Metaphysik betrifft, so wird sie zwar als Wissenschaft angestrebt, doch bleibt die metaphysische Suche weitgehend eine Suche ohne Ende.
Sie wird oft gleichbedeutend mit der Philosophie verwendet, da die Philosophie radikal nach dem Grund der Dinge sucht. Die Metaphysik geht tief über die Sinne hinaus. Ihre beiden Studienobjekte sind von grundlegender Bedeutung: das Sein im Allgemeinen sowie die erste Ursache von allem, was selbst ohne Ursache ist.
Kritik und Natur der Metaphysik: Hume und Kant
David Hume gehörte zu den Ersten, die berichteten, dass metaphysische Werke oft nicht mehr als leere Sätze enthalten. Es war schließlich Immanuel Kant, der die Metaphysik einer radikalen Kritik unterzog. Für Kant ist das metaphysische Begehren dennoch legitim; es ist ein Naturell, eine angeborene Neigung und ein Bestreben, das daher unumgänglich ist.
Glossar philosophischer und theologischer Begriffe
- Seele: Traditionell wird sie als eine einfache Substanz ideeller Art betrachtet, die für die menschliche Fähigkeit zu verstehen, zu fühlen und zu wollen steht.
- Agnostizismus: Eine philosophische Haltung, die erklärt, dass jede Erkenntnis des Göttlichen und alles, was die Erfahrung transzendiert, für das menschliche Verständnis unzugänglich ist.
- Gott: Er wird als Urheber oder erstes Prinzip des Universums bezeichnet. Ihm werden fundamentale Eigenschaften wie Allwissenheit, Allmacht und höchste Güte zugeschrieben. Sein Studium wird durch die natürliche Theologie ermöglicht.
- Endlichkeit: Dies ist die besondere Qualität der endlichen, begrenzten Wesen.
- Unendlichkeit: Dies ist die besondere Qualität dessen, was keine Begrenzung, kein Ende oder keinen äußeren Zweck hat.
- Welt: In der Philosophie bezeichnet „Welt“ die Gesamtheit aller Dinge, Tatsachen und Veränderungen.
- Allmächtig: Ein Gott eigenes Attribut, nämlich alles ohne Einschränkung tun zu können.
- Sein: Als Substantiv kann es sich auf das Wesen einer Sache beziehen. Als Verb hat es zwei Bedeutungen: a) als Kopula (Verbindungswort) und b) als Ausdruck der Existenz.
- Pantheismus: Der Pantheismus lehrt, dass Gott alles ist. Das gesamte Universum, Gott und die Welt werden identifiziert. Auch jeder Teil der Welt ist Gott, was die volle Göttlichkeit ausdrückt.
- Theodizee: Der Begriff bedeutet wörtlich „Gerechtigkeit Gottes“.
- Theismus: Der Glaube an einen persönlichen Gott und die Vorsehung als Schöpfer und Erhalter der Welt.
- Deismus: Eine Lehre, die Gott als Schöpfer der Natur anerkennt, jedoch ohne Offenbarung oder äußeren Kult.
- Atheismus: Verneint die Existenz Gottes.