Modernismus und die Generation von '98: Ein Überblick

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Der Modernismus: Ursprung und Ästhetik

Im späten 19. Jahrhundert entstand in Europa und Amerika eine Erneuerungsbewegung in Kunst und Denken. Diese Bewegung stellte sich gegen die realistische Ästhetik und rief den Kult der Phantasie, die Rebellion und die Melancholie hervor. Künstler zielten nicht darauf ab, die Wirklichkeit widerzuspiegeln, sondern eine attraktivere Welt zu schaffen, um ihre Privatsphäre zu schützen. Zudem verband sich damit der subjektive Wunsch nach Perfektion der Form, was das Fundament der Moderne bildet.

Modernismus und die Generation von '98

In Spanien koexistierte der Modernismus mit der Generation von '98. Beide Bewegungen erkannten den historischen Moment, der das Land mit großer Unzufriedenheit ergriffen hatte. Während die Modernisten jedoch durch das Fantastische, das Prachtvolle und die Sinnlichkeit dem Alltag entfliehen wollten, behandelte die Generation von '98 aktuelle spanische Themen mit einem nüchterneren Stil.

Stilistische Unterschiede

  • Modernisten: Kosmopolitische Themen, extravagante Rhetorik, Einführung von Neologismen.
  • Generation von '98: Einfacheres Lexikon, Suche nach Klarheit, Verwendung von Archaismen.

Wichtige Vertreter

  • Modernismus: Rubén Darío, Manuel Machado.
  • Generation von '98: Unamuno, Azorín, Pío Baroja, Ramiro de Maeztu.

Während bei den Modernisten die Lyrik dominiert, liegt der Schwerpunkt der Generation von '98 auf dem Roman und dem Essay.

Die moderne Dichtung

Zwei künstlerische Strömungen beeinflussten die moderne Dichtung:

  • Parnassismus: Rückkehr zu mythologischen Elementen sowie der griechisch-römischen Antike.
  • Symbolismus: Subjektive Zuordnung der Sinne (Farben, Formen, Wesen).

Besonders wichtig sind dabei plastische, taktile, olfaktorische, geschmackliche und akustische Effekte. Es dominieren musikalische Stilmittel wie Alliterationen und Parallelismen sowie der alexandrinische Vers, um exotische und fantastische Welten zu erschaffen.

Rubén Darío

Im hispanischen Raum hatte der Modernismus viele Höhepunkte, wobei Rubén Darío eine zentrale Rolle einnahm. Sein Werk vereint alle thematischen und stilistischen Merkmale der Bewegung und lässt sich in zwei Phasen unterteilen:

  1. Erste Phase: Bücher wie Azul und Prosas profanas. Hier überwiegen ein sinnlicher Ton, das Spiel der Phantasie sowie exotische und kostbare Elemente.
  2. Zweite Phase: Mit Cantos de vida y esperanza nimmt er einen vertraulicheren und spontaneren Ton an, um Bilanz seines Lebens zu ziehen und soziale Probleme zu thematisieren.

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