Platons Beweise für die Unsterblichkeit der Seele im Phaidon und ihre Kritik

Philosophie und EthikAktualisiert am 2,34 KB

Zusammenfassung

Der Text prüft Platons Argumente für die Unsterblichkeit der Seele im Dialog Phaidon. Behandelt werden die Analogie, die Existenz absoluter Realitäten wie des Schönen und Guten sowie der dritte Beweis, der sich auf gegensätzliche Eigenschaften und das Lebensprinzip der Seele stützt. Ergänzt wird dies durch eine Kritik an jedem Argument, unter anderem im Vergleich mit dem ontologischen Gottesbeweis von Descartes.

Kernpunkte

  • Der erste Beweis (Analogie) wird kritisiert, weil er die andere Natur der Seele nicht berücksichtigt.
  • Platon geht von der Existenz absoluter Ideen wie des Schönen, Guten und Großen an sich aus, die die Seele vor dem Körper wahrnimmt.
  • Im dritten Beweis schließen sich Gegensätze gegenseitig aus; die Seele bringt Leben, also kann sie nicht mit dem Tod zusammen sein.
  • Die erste Kritik am dritten Beweis besagt, dass sein Ausgangspunkt bereits fragwürdig ist.
  • Die dritte Kritik zeigt eine Parallele zum ontologischen Argument von Descartes und hält fest, dass aus einer Begriffsbestimmung nicht zwingend Existenz folgt.
  • Die vierte Kritik hält fest, dass man nur schließen kann, eine existierende Seele sei lebendig, nicht dass sie unsterblich ist.

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Die erste kritische Prüfung der Unsterblichkeit der Seele

1. Die Analogie Platons bleibt ergebnislos

Der erste Teil des Tests ist weltweit auf der Grundlage der Regeln für das Körperliche aufgebaut, berücksichtigt jedoch nicht die unterschiedliche Natur der Seele.

2. Die Existenz der absoluten Realität

Das Schöne, das Ebenmäßige ... die Seele nimmt diese wahr, bevor sie den Körper bewohnt. Dies ermöglicht es uns, Vergleiche anzustellen und Urteile über die Ähnlichkeit fühlender Wesen zu fällen. Platon stellt zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit in Frage, absolutes Wissen zu erlangen – universell, notwendig und unveränderlich.

Würde man anerkennen, dass diese universellen Konzepte oder Ideen durch Abstraktion wahrgenommener Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Lebewesen oder Handlungen gebildet wurden, wäre menschliches Wissen nur partikular und zufällig, nicht notwendig.

Dritter Test der Unsterblichkeit der Seele im Phaidon

Ausgangspunkt: Die Existenz des Guten, des Schönen, des Großen an sich und anderer Wirklichkeiten dieser Art.

Entwicklung: Gegenseitig ausschließende Gegensätze. Dinge, die an einem Wesen teilhaben, schließen dessen Gegenteil aus. Die Seele bringt das Leben in den Körper. Wenn der Tod das Leben ausschließt, kann die Seele den Tod nicht zulassen.

Kritik dieses dritten Tests

  • 1. Kritik: Der Ausgangspunkt ist bereits fragwürdig.
  • 2. Kritik: Man kann den wesentlichen Charakter eines Konkreten nicht endgültig festlegen; Schnee kann beispielsweise als kalt oder warm betrachtet werden, je nachdem, wie man ihn vergleicht.
  • 3. Kritik: Platon setzt grundsätzlich voraus, dass die Seele als Lebensprinzip a priori unsterblich ist. Dies ähnelt dem ontologischen Argument von Descartes zur Existenz Gottes: Wenn Gott absolut perfekt ist, muss er existieren. Dies beweist jedoch nichts, da ein als existierend begriffenes Wesen nicht zwingend existieren muss.
  • 4. Kritik: Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass die Seele das Leben unterstützt, um das Gegenteil – den Tod – auszuschließen. Man sollte lediglich schließen, dass die Seele, solange sie existiert, nur lebendig sein kann, nicht tot.

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Häufige Fragen

Warum kritisiert der Text Platons erste Analogie?

Die Analogie ist auf Regeln für das Körperliche aufgebaut und berücksichtigt nicht die unterschiedliche Natur der Seele. Deshalb wird sie als ergebnislos bewertet.

Was besagt der dritte Beweis der Unsterblichkeit im Phaidon?

Er beruht auf gegenseitig ausschließenden Gegensätzen: Die Seele bringt das Leben in den Körper, und da der Tod das Leben ausschließt, kann die Seele den Tod nicht zulassen.

Wieso vergleicht der Text Platon mit Descartes?

Platon setzt die Unsterblichkeit der Seele a priori voraus, ähnlich wie Descartes aus dem Begriff Gottes dessen Existenz ableitet. Der Text hält dies für kein echtes Beweisargument.

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Test

1. Was kritisiert der Text an der ersten Analogie Platons?
2. Welche Ideen nennt Platon als Beispiel für absolute Realität?
3. Warum kann nach dem dritten Beweis die Seele den Tod nicht zulassen?
4. Welche Schwäche sieht der Text im Ausgangspunkt des dritten Beweises?
5. Mit welchem Argument vergleicht der Text Platons Vorgehen?
6. Was folgt laut der vierten Kritik nur aus dem Lebensprinzip der Seele?

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