Prostatakrebs: Diagnostik, Therapie und Grundlagen
Einführung in das Prostataspezifische Antigen (PSA)
Das PSA ist ein spezifischer und sehr sensitiver Marker für die Prostata. Der Standardwert liegt zwischen 4 und 10 ng/ml. Werte unter 4 ng/ml gelten als normal, Werte zwischen 4 und 10 ng/ml sind schwer zu definieren, und Werte über 10 ng/ml gelten als abnormal.
Die PSA-Produktion erfolgt im Prostatagewebe, sowohl bei hyperplastischem als auch bei normalem Gewebe. Ein entscheidender Faktor ist das Alter des Patienten. Man unterscheidet zwischen dem Gesamt-PSA und dem freien PSA (ungebunden). Je geringer das Verhältnis von freiem PSA zu Gesamt-PSA ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für ein Prostatakarzinom.
Therapieoptionen
Die Behandlung umfasst pharmakologische und chirurgische Ansätze. Da das Prostatagewebe für sein Wachstum auf Androgene angewiesen ist, zielt die hormonelle Therapie auf eine Kastration ab (medikamentös oder chirurgisch).
Hormonelle Blockade
- Orchiektomie: Chirurgische Entfernung des endokrinen Gewebes in den Hoden.
- Medikamentöse Therapie: Blockade der endokrinen Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Testes-Achse) mittels GnRH-Analoga.
- Totale Androgenblockade: Kombination aus GnRH-Analoga und Antiandrogenen.
Bei Patienten mit sexuellem Interesse kann eine Monotherapie mit Antiandrogenen in Betracht gezogen werden. Bei Versagen der hormonellen Therapie oder bei Hormonresistenz wird eine Chemotherapie eingeleitet.
Chirurgische Therapie
Bei einer Adenomektomie (aufgrund einer BPH) wird das Adenom entfernt, während bei einer Prostatektomie das gesamte Prostatakarzinom entfernt wird. Mögliche Komplikationen sind Inkontinenz und Impotenz, da Nervenbahnen in unmittelbarer Nähe zur Prostata verlaufen.
Pathologie und Ätiologie
Das Prostatakarzinom tritt primär in der peripheren Zone auf. Ein bestehendes Prostataadenom schließt ein zukünftiges Karzinom nicht aus, da das Adenom meist im kranialen Bereich wächst.
Risikofaktoren
- Genetik: Familiäre Vorbelastung.
- Rasse: Höhere Inzidenz bei schwarzer Bevölkerung.
- Ernährung: Hoher Konsum tierischer Fette korreliert mit höherer Inzidenz.
- Sonstiges: Vasektomie ist nicht mit Prostatakrebs assoziiert.
Klinik und Diagnostik
Die Symptome ähneln denen der benignen Prostatahyperplasie (BPH): abgeschwächter Harnstrahl, Restharnbildung, häufiger Harndrang und mögliche Hydronephrose.
Diagnostische Verfahren
- Digitale rektale Untersuchung (DRU): Tastbefund (hart/steinig bei Karzinom vs. weich bei BPH).
- Abdominale Sonographie: Beurteilung von Hydronephrose und Restharn.
- Transrektale Sonographie (TRUS): Zur gezielten Biopsieentnahme (meist 6-8 Zylinder).
- Gleason-Skala: Bewertung der histologischen Differenzierung des Tumors (Skala 1 bis 5, Summe aus zwei Feldern).