Psychologie: Konzepte von Haltung und Aggression
Konzept der Haltung in der Psychologie
Einstellungen gelten als eine gelernte und dauerhafte interne Disposition, die Reaktionen auf ein Objekt in günstiger oder ungünstiger Weise bestimmt. Wenn wir berichten, dass wir eine bestimmte Haltung haben, kommunizieren wir Gefühle sowie angenehme oder unangenehme Gedanken über das Objekt.
Struktur der Einstellung
Die Struktur der Haltung wird oft als eindimensionale Definition betrachtet: eine Bewertung des Objekts als positiv oder negativ. Andere Autoren begreifen die Struktur der Haltung als ein Gefüge aus mehreren Komponenten. Einstellungen gelten hierbei als Anlage, auf Reize bestimmter Klassen mit verschiedenen Arten von Reaktionen zu antworten:
- Affektiv: Bildung von Gefühlen.
- Kognitiv: Überzeugungen und Meinungen.
- Konativ: Explizite Handlungen oder Verhalten.
Das Verhältnis zwischen diesen drei Klassen wird durch Konsistenz bestimmt: das Zusammenspiel dessen, was wir fühlen, denken und wie wir verfahren.
Die vier Hauptfunktionen von Einstellungen
- Abwehrfunktion: Einstellungen fungieren als Verteidigungsmechanismen, um sich vor negativen Gefühlen zu schützen.
- Selbstverwirklichungs- und Werteausdrucksfunktion: Wir drücken Haltungen aus, die unsere eigenen Werte widerspiegeln. Dies dient dazu, die Validität des Selbstkonzepts zu bestätigen.
- Instrumentelle, utilitaristische oder adaptive Funktion: Haltungen helfen uns, gewünschte Ziele zu erreichen.
- Wissens- und Ökonomiefunktion: Einstellungen strukturieren oder organisieren Informationen aus unserer Umwelt, um die komplexe Welt zu vereinfachen und besser zu bewältigen.
Merkmale der Empfänger bei Beeinflussung
Die Empfänglichkeit für Beeinflussung hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Selbstwertgefühl: Je höher das Selbstwertgefühl, desto weniger anfällig für Beeinflussung ist das Individuum.
- Autoritarismus: Eine autoritäre Person ist sehr anfällig für Beeinflussung.
- Soziale Isolation: Das Gefühl sozialer Isolation führt zu einer größeren Abhängigkeit von der Zustimmung anderer.
- Phantasie: Menschen mit einer ausgeprägten Phantasie sind anfälliger für Überzeugung.
- Kritische Einstellung: Personen, deren Werte mit Anpassung und Konformität kompatibel sind, sind anfälliger als jene, die Unabhängigkeit als wichtigen Wert ansehen.
Definition und Merkmale der Aggression
Aggression lässt sich durch folgende Merkmale definieren:
- Verhalten, das darauf abzielt, tatsächlichen Schaden zu verursachen, auch wenn dies nicht gelingt.
- Handlungen symbolischer oder verbaler Natur.
- Instrumenteller Einsatz, um ein bestimmtes Ziel kalkuliert zu erreichen.
- Die Absicht, physischen oder psychischen Schaden zu verursachen.
- Verursachung von tatsächlichem Schaden.
- Änderung des Erregungszustandes, sodass Aggression als Ärger eingestuft werden kann.
Nach Archer und Browne besitzt Aggression diese drei Eigenschaften. Green unterscheidet zudem zwischen wütender oder emotionaler Aggression und instrumenteller Aggression. Erstere ist durch einen starken negativen emotionalen Zustand (Wut) begleitet, wobei das Hauptziel die Schadenszufügung ist. Die instrumentelle Aggression hingegen ist frei von diesen Emotionen und verfolgt ein anderes Ziel als den reinen Schaden.
Grundgedanken zur Aggression
Aggression konzentriert sich auf vier Grundgedanken:
- Angeborene offensive Kampagne.
- Aggression als natürliche Reaktion auf Frustration.
- Aggressives Verhalten ist gelernt.
- Aggression kann als Ausübung koerzitiver Macht verstanden werden.