Psychologische Motivationstheorien: Von Maslow bis zur Kognition
Ursprung der Motive: Externe vs. Interne Quellen
Die Konzeptionen der Motive lassen sich nach ihrem Ursprung unterscheiden:
- Externe Quelle: Befürworter argumentieren, dass Handlungen durch eine Reihe von Impulsen, Trieben oder äußeren Reizen auf das Individuum zurückzuführen sind.
- Interne Quelle: Handlungen entstehen aufgrund interner Prozesse wie Reflexion und persönlicher Ambitionen.
Hier werden die Begriffe „intern“ und „extern“ im geistigen Sinne verwendet, was einen ehrerbietigen Charakter gegenüber biologischen und physikalischen Trends verleiht. Dies korreliert mit dem Begriff des irrationalen oder rationalen Verhaltens. Es wird angenommen, dass der externe Ursprung nicht klar durch rationale, reflektierte und geplante Prozesse bestimmt wird, während der interne Ursprung der persönlichen Möglichkeiten und Entscheidungen auf solidem Wissen basiert und der Kontrolle des Individuums unterliegt.
Instinkte als Motivation: Angeborene Verhaltensmuster
Instinkte sind angeborene, stereotype Verhaltensweisen, die durch bestimmte Arten von Stimuli ausgelöst werden und bis zu ihrer Erfüllung andauern.
Ein Instinkt ist eine komplexe Reihe von externen, zielstrebigen, vererbbaren Reaktionen, die für alle Individuen der gleichen Art typisch sind, angepasst an ein Objekt, das in der Regel nicht bewusst vom Subjekt gesteuert wird.
Man unterscheidet traditionell zwei Haupttriebe:
- Selbsterhaltung: (Verteidigung des Körpers, Nahrungssuche und Eigentum).
- Selbsterhaltung der Art: (Bezogen auf Sexualität und Fortpflanzung).
Sigmund Freud postulierte die Existenz von zwei grundlegenden Trieben:
- Leben (Eros): Sexuelles Verhalten, abhängig von der sexuellen Energie (Libido).
- Tod (Thanatos): Verbunden mit Aggression und Zerstörung.
W. McDougall schlug über 1000 Instinkte vor (darunter Neugier, Abstoßung, Selbstbestätigung, Kindererziehung und Zucht).
Der Trieb als Motivation: Homöostase und Triebtheorie
Cannon prägte den Begriff der Homöostase für die koordinierten physiologischen Prozesse, die darauf abzielen, die Funktion auf einem stabilen Niveau zu halten. Daraus entstand die Triebtheorie (Dynamik): Wenn der Körper ein Defizit (eine Lücke) erfährt, versucht er, dieses wiederherzustellen, um das innere Gleichgewicht zurückzugewinnen.
Die Kraft, die den Organismus zur Wiederherstellung des Gleichgewichts führt, wird als Impuls oder Trieb bezeichnet. Der Zyklus sieht wie folgt aus:
Bedürfnis → Trieb → Zielgerichtetes Verhalten → Wiederherstellung des Gleichgewichts im Körper (Beseitigung des Mangels).
Maslows Hierarchie der Bedürfnisse
Maslows Theorie postuliert, dass menschliche Bedürfnisse in einer Hierarchie (Pyramide) angeordnet werden können. Die grundlegendsten Bedürfnisse müssen zuerst erfüllt werden:
- Physiologische Bedürfnisse: Hunger, Durst.
- Sicherheit: Soziale Sicherheit, Schutz.
- Soziale Bedürfnisse (Zugehörigkeit): Adhäsion zu einer Gruppe, Liebe.
- Selbstwertgefühl: Unabhängigkeit, Anerkennung.
- Selbstverwirklichung (Autorelation): Das Verständnis der Welt, Ausschöpfung des eigenen Potenzials. (Dies ist die höchste Stufe der Grundbedürfnisse.)
Erklärung des Verhaltens: Behaviorismus und Konsequenzen
Der Behaviorismus schlägt vor, dass individuelle Handlungen durch die Zuordnung von Reizen zu Reaktionen und die Beteiligung der Konsequenzen des Verhaltens (Verstärkung und Bestrafung) erklärt werden. Die Rolle von Verstärkung und Bestrafung ist die grundlegende Voraussetzung, um die Trends im menschlichen Verhalten zu erklären.
Diese Sichtweise wird oft als unangenehm und unwürdig empfunden, da sie die Kapazität für Initiative reduziert. Deshalb wird sie von vielen als inakzeptabel angesehen, was jedoch ihre erklärende Fähigkeit nicht beseitigen sollte.
Kognitive Erklärungen: Die Macht der Ideen und Erwartungen
Als Gegenpol zur Dominanz externer Reize betonen kognitive Erklärungen die Rolle und die Macht von Ideen und Motiven auf das Verhalten. Sie basieren auf menschlichem Denken und Erwartungen.
Der kognitivistische Beitrag reduziert die Macht externer Kräfte zugunsten der Kontrolle, die das Individuum über seine eigenen Prozesse besitzt.