Religiöse Erziehung in Spanien: Geschichte und Modelle

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Historische Entwicklung der religiösen Erziehung

Es lassen sich drei Grundpositionen unterscheiden: Religiöse Erziehung in der Schule sowie religiöse Erziehung außerhalb (Laizismus). Letztere ist zulässig, die Schule darf jedoch kein „Beichtstuhl“ sein.

  • Jahr 1931 (Republik): Freiheit der Erziehung.
  • Jahr 1933 (Säkulare Republik): Keine staatliche Religion.
  • Jahr 1936 (Bürgerkrieg): Persönliche Regierung bis 1975.
  • Jahr 1939: Katholisch-konfessionelles Element; die Kirche unterstützt das Regime.
  • Franco-Regime: Religion ist Pflicht; die Mitgliedschaft in der Kirche gehört zur Regelung (1960er Jahre).
  • Vatikanum II: Das Dekret über die Religionsfreiheit verbessert die Situation der Mehrheit. Es entstand ein Konflikt zwischen Kirche und Staat, teils konform mit dem Regime, teils distanziert.
  • Entscheidende Persönlichkeiten: Adolfo Suárez und der König (Staat), Villar Palasí (Bildung) und Kardinal Tarancón (Kirche).
  • Jahr 1970 (Villar-Palasí-Gesetz): Die Person soll befähigt werden, sich zu äußern und zu interagieren.

Bedeutung der religiösen Bildung in der Schule

Religiöse Bildung gehört zur ordnungsgemäßen Funktion der Schule, um systematisch und kritisch mit der Kultur umzugehen. Kinder besuchen die Schule nicht nur für wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um zu lernen, wie sie ihr Leben gestalten. Religiöse Erziehung ist notwendig, um folgende Ziele zu erreichen:

  1. Kulturelle Verortung: Sich kritisch in der Tradition positionieren.
  2. Soziale Integration: Sich in die Gesellschaft einfügen.
  3. Sinnfindung: Eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens mit all seinen ethischen Implikationen finden.

Daraus lässt sich ableiten, dass Religion ein legitimes und seriöses Schulfach ist, das mit anderen Fächern vergleichbar bleibt.

Unterscheidung: Schule und Katechese

Es gibt zwei Bereiche der religiösen Vermittlung:

  • Die Katechese: Hier versammeln sich die Gläubigen zum Glauben. Die Kirche agiert als Initiative innerhalb der vorgesehenen Strukturen. Das Ziel ist die Reifung innerhalb der Glaubensgemeinschaft.
  • Die Schule: Sie dient als Rahmen für die Ausbildung der Bürger. Die Intention ist die Einbeziehung des Menschen und die Frage nach dem Sinn des Lebens. Das Ziel ist das Verständnis des Glaubens im interdisziplinären Dialog zwischen Evangelium und Kultur.

Diese zwei Gebiete ergänzen sich in der religiösen Erziehung, Evangelisierung, Katechese und Theologie.

25 Jahre ERE in Spanien: Drei zentrale Aspekte

1. Vom Pluralismus zum Multikulturalismus

Die moderne Gesellschaft hat sich zu einer multiethnischen, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft entwickelt. In dieser pluralistischen Gesellschaft ist das kulturelle Erbe in der Schule allgemein bekannt. Da in einer Gesellschaft nicht alles implizit vorausgesetzt werden kann, entsteht ein interkulturelles Bildungsmodell.

2. Kultur der Zeit und Kultur des Raumes

In der Schule werden zwei Arten von Kultur übertragen:

  • Bestehende Kultur: Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und spezifische Formen der Rationalität.
  • Kulturelles Erbe: Die Säulen, auf denen die Ziele und Aufgaben der Schule ruhen. Das Weltbild der jungen Generation basiert auf dem Zusammenhang zwischen aktuellen Ereignissen (Kultur des Raumes) und den Tatsachen der Vergangenheit (Kultur der Zeit), welche die Tradition vermitteln.

3. Änderungen in der Funktion der Schule

Die Schule übernimmt heute andere Rollen als vor 25 Jahren. Es geht um die Schaffung von Kompetenzen und die Organisation der Wirklichkeit und Kultur. Die zentralen Lernziele sind:

  • Lernen, zu lernen.
  • Lernen, zu handeln (tun).
  • Lernen, zusammenzuleben.
  • Lernen, Mensch zu sein (zu werden).

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