Spanische Geschichte: Restauration und Krise (1877-1931)
1. Baldomero Espartero und die Monarchie (1877–1902)
Das politische System der Restauration
Das politische System der Restauration beruhte auf zwei Säulen: der Verfassung von 1876 und dem Wechsel zwischen den zwei dominierenden politischen Parteien: der Konservativen Partei und der Liberalen Partei.
- Verfassung von 1876: Sie war mäßig, aber flexibel gestaltet. Die Verfassung legte ein breites Spektrum an Grundrechten fest und teilte die Souveränität zwischen der Krone und den regierenden Parteien auf.
- Politischer Wechsel: Das System ermöglichte einen friedlichen Machtwechsel. Wenn eine Regierung zurücktrat, beauftragte der König die Opposition mit der Regierungsbildung, wobei Wahlbetrug und politische Tricks an der Tagesordnung waren.
Probleme der Restauration
- Opposition außerhalb des Systems: Republikaner, Demokraten und Regionalisten blieben außen vor. Besonders in Katalonien und dem Baskenland wuchs der Widerstand gegen die Zentralregierung. Katalanische Bestrebungen nach Autonomie und die Verteidigung baskischer Traditionen prägten diese Ära.
- Arbeiterbewegung: Es kam zu einem Aufschwung der Arbeiterbewegung. Der Sozialismus verbreitete sich mit der Gründung der UGT und der PSOE, während der Anarchismus die FTRE gründete.
- Die Krise von 1898: Spanien verlor seine letzten Kolonien: Kuba, Puerto Rico und die Philippinen.
2. Krise des liberalen Staates: Die Herrschaft von Alfonso XIII (1902–1931)
Der Zerfall des Parteiensystems (1902–1917)
Zwischen 1902 und 1917 wechselten sich die Parteien unter den Führern Antonio Maura (Konservative) und José Canalejas (Liberale) ab. Beide versuchten, das System des Caciquismo (lokale politische Einflussnahme) zu bekämpfen, waren jedoch nicht erfolgreich.
Die Tragische Woche in Barcelona war das bedeutendste interne Problem dieser Zeit. Reservisten wurden für den Krieg in Marokko mobilisiert, um ein spanisches Protektorat zu sichern, was zu massiven sozialen Unruhen führte.