Die Französische Revolution: Ursprung, Verlauf und Folgen
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Die Französische Revolution und der moderne liberale Staat
Die Französische Revolution war eine soziale Erschütterung, die das 18. Jahrhundert beendete und das 19. Jahrhundert einleitete. Sie gilt als eine der bedeutendsten Entwicklungen der Weltgeschichte. Während Europa unter Umbrüchen litt, erlangten auch amerikanische Länder ihre Unabhängigkeit. Der europäische Staat definierte sich fortan nicht mehr über eine erbliche Dynastie, sondern über das Land und seine Bevölkerung. Die Verfassung wurde zum Fundament des Staates, sei es als Republik oder als konstitutionelle Monarchie.
Die Ereignisse in Frankreich
Die politische, wirtschaftliche und soziale Krise zwang König Ludwig XVI. dazu, im Mai 1789 die Generalstände einzuberufen. Da der König nicht handlungsfähig war, entstand die Verfassunggebende Nationalversammlung, die das feudale Regime und den Zehnten abschaffte.
Im Jahr 1789 wurde die Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers verabschiedet. Sie verankerte:
- Gleichheit vor dem Gesetz
- Nationale Souveränität
- Gewaltenteilung
- Recht auf Freiheit und Eigentum
Die Kirche während der Revolution
1790 wurde die Zivilverfassung des Klerus eingeführt. Priester wurden zu Staatsbeamten, was zu einer tiefen Spaltung innerhalb der Kirche führte. Viele Kleriker verweigerten den Eid auf die Verfassung, was zu Deportationen, Flucht oder Hinrichtungen führte.
Konsequenzen für die Kirche:
- Kirchliche Güter wurden zu Nationalbesitz erklärt.
- Religiöse Orden wurden aufgelöst.
- Bischöfe und Priester wurden durch Wahlen bestimmt.
Nach dem Tod von Robespierre endete die Schreckensherrschaft, und der Bischof von Paris konnte wieder einen Rat einberufen. Die Verfassunggebende Versammlung beendete ihre Mission und wurde durch die Gesetzgebende Versammlung ersetzt.
Napoleon und die Kirche
Im November 1799 stürzte Napoleon Bonaparte das französische Direktorium und ernannte sich zum Ersten Konsul. Dies markierte das Ende der Verfolgung der Kirche und eine Normalisierung der Beziehungen zum Staat. Für Napoleon war Religion ein soziologisches Instrument zur Aufrechterhaltung der Ordnung.
Er schloss ein Konkordat, das den Katholizismus als Religion der Mehrheit der Franzosen anerkannte, sich jedoch das Recht vorbehielt, Bischöfe zu ernennen. Zudem führte er das Placet ein, eine staatliche Genehmigung für päpstliche Erlasse. Trotz der Beschwerden von Papst Pius VII. akzeptierte dieser den Frieden. Napoleon krönte sich 1804 selbst zum Kaiser.
Das Ende der Ära Napoleon
Nach seiner Niederlage im Russlandfeldzug und der Schlacht bei Leipzig wurde Napoleon auf die Insel Elba verbannt. Er kehrte für die „Herrschaft der Hundert Tage“ zurück, wurde jedoch nach seiner endgültigen Niederlage bei Waterloo auf die Insel St. Helena deportiert, wo er verstarb.
Anmerkung: Papst Pius VII. besaß in seiner Bibliothek eine Version der Enzyklopädie (Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke) von Diderot und d'Alembert, welche die revolutionäre Bourgeoisie maßgeblich inspirierte.