Spanische Literatur der Nachkriegszeit

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Lyrik der Nachkriegszeit

Die Dichter der Nachkriegszeit blieben größtenteils im Exil, mit Ausnahme von Aleixandre, Gerardo Diego, Dámaso Alonso und Vicente Aleixandre. Unter den neuen Dichtern entwickelten sich verschiedene Strömungen:

  • Existenzielle Poesie: Themen wie Einsamkeit, Angst, Liebe und religiöse Zuflucht prägten das Werk vieler Dichter, wie etwa Luis Rosales mit Das Haus auf. Andere Dichter drückten ihre existenzielle Angst als Protest gegen Gott aus.
  • Postismo: Eine Avantgarde-Bewegung, gegründet von Carlos Edmundo de Ory, die Rebellion, Spiel und kreative Freiheit forderte.
  • Gruppe „Cántico“: Zu ihr gehörten Pablo García Baena, Julio Aumente, Juan Bernier, Mario López und Ricardo Molina, die sich von der existenziellen Poesie abwandten und sich dem Intimen widmeten.

Die 1950er Jahre: Soziale Poesie

Ab Mitte der 50er Jahre entstand die soziale Poesie, die den Protest des Dichters gegen die politische Unterdrückung und die kollektive Angst ausdrückte. Die Sprache war einfach und direkt, mit dem Ziel der ideologischen Transformation der Leser. Vertreter dieser Tendenz waren Blas de Otero und Gabriel Celaya. Vicente Aleixandre wandte sich nach seiner Isolation mit Geschichte des Herzens ebenfalls der sozialen Dichtung zu.

Die 1960er Jahre: Poetische Erneuerung

In den 60er Jahren wurde die poetische Sprache als Zweck an sich betrachtet, statt nur als Mittel zur ideologischen Botschaft. Zu dieser Generation gehören Claudio Rodríguez, Jaime Gil de Biedma, Francisco Brines und José Ángel Valente.

Die „Novísimos“

Im Jahr 1970 veröffentlichte Castellet die Anthologie Spanische Novísimos, die neue Dichter wie Leopoldo María Panero enthüllte. Charakteristisch sind Anspielungen auf Filme und Comics. Weitere Trends sind:

  • Kulturalismus: Themen aus der klassischen Welt (z. B. Antonio Colinas und Guillermo Carnero).
  • Experimentelle Poesie: Das Bild wird als poetisches Material genutzt, mit Forderungen nach kreativer Freiheit (z. B. Joan Brossa).

Ab 1975: Demokratie und neue Trends

Mit dem Aufkommen der Demokratie entwickelten sich zwei Haupttrends:

  • Poesie der Erfahrung: Kommunikation und soziale Solidarität stehen im Vordergrund, wobei die individuelle Anekdote zählt. Bekanntester Vertreter ist Luis García Montero.
  • Poesie als Erkenntnis: Ein antirealistisches Gedicht, das kreative Freiheit und Gefühle schätzt. Vertreter sind José Ángel Valente, Antonio Gamoneda, Andrés Sánchez Robayna sowie ältere Dichter wie Kiefer, Cirlot oder Francisco Pino. Dieser Trend zeichnet sich durch eine hohe Qualität und Quantität weiblicher Dichter aus.

Theater der 50er und 60er Jahre

Das Theater war das Genre, das am stärksten unter der Zensur des Franquismus litt. Es lassen sich drei Arten unterscheiden:

  • Existenzielles Theater: Charaktere, die von Angst, Isolation und Einsamkeit gequält werden.
  • Komisches Theater: Bietet eine desillusionierte Vision des Lebens, in der Charaktere unter dem Druck gesellschaftlicher Konventionen stehen und versuchen, den Alltag zu vergessen.
  • Soziales Theater (ab Mitte der 1950er): Prangert Ungerechtigkeit und den Mangel an Freiheit an. Oft werden die Stücke in der Vergangenheit angesiedelt. Prominente Autoren: Alfonso Sastre, Lauro Olmo und Antonio Buero Vallejo.

Theater der 1970er Jahre

Hier entstand ein experimentelles Theater, das neben Gesellschaftskritik die Beteiligung des Publikums, körperlichen Ausdruck und Musik fördert. Wichtige Autoren sind Luis Riaza und Fernando Nieva. Auch Francisco Buero Vallejo integrierte Aspekte des experimentellen Theaters, etwa in Das Dachfenster.

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