Sprachliche Register und Syntax der deutschen Grammatik

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Sprachliche Register: Formalität und Anwendung

Sprachliche Register unterscheiden sich je nach Thema und Kommunikationskanal. Während der alltägliche, orale Kanal oft spontan und subjektiv geprägt ist (niedrige Formalität), zeichnet sich das formale Register durch spezifische Merkmale aus.

Merkmale formaler linguistischer Modelle

Formale Texte, wie zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen oder Berichte des IASB, werden meist von Spezialisten verfasst. Ihre Merkmale sind:

  • Hoher Formalitätsgrad: Die Texte sind meist schriftlich oder als vorbereitete mündliche Präsentationen (Vorträge, Konferenzen) konzipiert.
  • Objektivität: Es wird oft eine unpersönliche Stimme verwendet (unpersönliche Sätze).
  • Syntax: Vorwiegend werden Aussagesätze (Enunziativsätze) verwendet.
  • Lexik: Verwendung von Fachbegriffen mit griechischen oder lateinischen Wurzeln sowie eine rein denotative Sprache.
  • Codes: Nutzung formaler Codes wie algebraische Symbole oder phonetische Transkriptionen.

Man unterscheidet hierbei zwei Arten von Texten: Schriftliche Texte (Zeitschriftenartikel, Dissertationen) und mündliche Präsentationen (Konferenzen, Fachvorträge).

Syntax: Relativsätze und Interpunktion

Kommasetzung bei Relativsätzen

  • Explikative Sätze (Erklärungen): Diese werden durch Kommas vom Hauptsatz getrennt.
  • Spezifizierende Sätze (Restriktiv): Diese dienen der genauen Bestimmung des Bezugsworts.

Relativpronomen und Bezüge

Relativpronomen beziehen sich auf ein vorangegangenes Element (Hintergrund):

  • Personen und Gegenstände: der, die, das, welcher, welche, welches.
  • Personenbezogen: wer, wen, wem.
  • Orts- und Zeitbezug: wo, wann, wohin, woher.

Arten von Nebensätzen

Substantivische Nebensätze (Kompletivsätze)

  • Dass-Sätze: Einleitung durch die Konjunktion dass.
  • Infinitivsätze: Verbindung mittels zu + Infinitiv.
  • Interrogativsätze: Indirekte Fragen mit Bindungswörtern wie wer, was, wann, wie.
  • Relativsätze: Diese können oft in ein Adjektiv oder eine Nominalphrase umgewandelt werden.

Adverbiale Nebensätze

  • Temporal (Zeit): Vorzeitigkeit (bevor), Parallelität (während, wenn), Nachzeitigkeit (nachdem, seitdem) oder Wiederholung (jedes Mal, wenn).
  • Lokativ (Ort): Einleitung durch wo.
  • Modal (Art und Weise): Einleitung durch wie oder als ob.
  • Kausal (Grund): Einleitung durch weil oder da.
  • Final (Zweck): Einleitung durch damit oder um zu.
  • Konditional (Bedingung): Einleitung durch wenn, falls oder sofern.
  • Konzessiv (Einräumung): Einleitung durch obwohl oder obgleich.
  • Komparativ (Vergleich): Vergleich von Überlegenheit (mehr als), Unterlegenheit (weniger als) oder Gleichheit (so wie).

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