Sprachliche Varietäten: Dialekte, Register und Soziale Unterschiede
Es gibt geografische, soziale und generationenbedingte sprachliche Varietäten, die aus einer Vielzahl von Faktoren entstehen und die Art und Weise beeinflussen, wie wir Sprache verwenden.
Klassifikation sprachlicher Varietäten
Dialektale Varietäten
Dies sind Varietäten, die den Nutzern einer Sprache zugeordnet sind:
- Historische Varietäten: Entwickeln sich über die Zeit.
- Räumliche Varietäten: Beziehen sich auf die territoriale Herkunft der Sprecher.
- Soziale Varietäten (Soziolekte): Werden von definierten gesellschaftlichen Gruppen verwendet, z. B. von Jugendlichen oder bestimmten Berufsgruppen.
- Idiolekt: Die individuelle Sprachverwendung jeder Person mit ihren eigenen Merkmalen.
Register (Stilebenen)
Register sind an bestimmte kommunikative Situationen gebunden. Sie beschreiben, wie Sprache in bestimmten Kontexten verwendet wird. Typische Register sind: kultiviert, umgangssprachlich, vulgär.
Die Standardvarietät
Die Standardvarietät ist eine gemeinsame Sprachform, die von den Nutzern einer Sprache verwendet wird, sodass dialektale Unterschiede weniger stark ausgeprägt sind.
Merkmale der Standardvarietät
- Sie dient als Referenz für die Sprecher einer Sprachgemeinschaft und wird oft durch Sprachpolitik gefördert.
- Sie passt sich an Veränderungen an, die von den Nutzern eingeführt werden.
- Sie orientiert sich an der normativen Sprache gebildeter Sprecher.
- Sie wird durch Institutionen und Kommunikationsmedien verbreitet.
Soziale Varietäten (Soziolekte)
Die Gesellschaft ist in soziale Gruppen und Individuen unterteilt, die nicht immer die gleiche sprachliche Aktivität ausüben. Verschiedene Faktoren tragen zur Bildung dieser Gruppen und ihrer spezifischen Sprachverwendung bei:
Faktoren, die soziale Varietäten beeinflussen
- Alter: Jugendliche verwenden oft eine Sprache mit Merkmalen wie der Verwendung von Platzhaltern, Abkürzungen und Neologismen.
- Habitat (Wohnort): Es gibt sprachliche Unterschiede zwischen ländlicher und städtischer Sprache sowie zwischen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen.
- Beruf: Sprecher in bestimmten Berufen entwickeln oft einen Fachjargon oder technische Terminologie, die sie untereinander verwenden.
- Randgruppen der Bevölkerung: Diese Gruppen können spezifische, oft begrenzte, geschlossene, geheimnisvolle und sehr vergängliche soziale Varietäten entwickeln.
- Soziokulturelles Niveau: Gruppen mit höherer oder mittlerer Bildung beherrschen häufig ein breiteres Spektrum an Registern, während Personen mit geringerer Bildung sich oft auf eine eingeschränkte Auswahl beschränken.
Register und Kommunikationssituationen
Register sind eng mit jeder kommunikativen Situation verbunden und entstehen aus dem Zusammenspiel von vier Faktoren:
- Thema: Der Gegenstand der Kommunikation.
- Grad der Formalität: Wie formell oder informell die Situation ist.
- Kommunikationskanäle: Mündlich, schriftlich, digital etc.
- Zweck des Senders: Die Absicht des Sprechers oder Schreibers.
Klassen von Registern
Formelle Register
Diese Register erfordern eine bewusste Auswahl der sprachlichen Mittel.
- Feierliche/Sakrale Sprache: Legt Wert auf die sorgfältige Verwendung der Sprache.
- Wissenschaftlich-technische Sprache: Erfordert höchste Präzision im Lexikon, um Unklarheit und Mehrdeutigkeit zu vermeiden.
- Literarische/Konnotative Sprache: Verwendet Sprache oft in einer bildhaften oder übertragenden Weise.
- Allgemein formelle Sprache: Standardisierte, sachliche Kommunikation.
Informelle Register
Informelle Register treten häufig in der zwischenmenschlichen Kommunikation auf und werden auch als Umgangssprache oder Familiensprache bezeichnet. Sie zeichnen sich durch einen spontanen Umgang mit der Sprache aus, oft mündlich.
Merkmale informeller Register
- Spontaneität: Ungeplant und direkt.
- Ausdruckskraft des Sprechers: Persönliche Gefühle und Einstellungen werden deutlich.
- Ökonomie der sprachlichen Mittel: Vereinfachung und Kürzung von Ausdrücken.