Sprachwissenschaft und Literatur: Grundlagen und Begriffe

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Sprachfunktionen

  • Referenziell: Fokus auf den Kontext; vermittelt Informationen über die Realität.
  • Expressiv: Fokus auf den Sender.
  • Appellativ: Fokus auf den Empfänger; Einflussnahme auf den Rezipienten.
  • Phatisch: Fokus auf den Kanal; dient der Etablierung und Aufrechterhaltung der Kommunikation.
  • Metasprachlich: Fokus auf den Code; die Sprache spricht über sich selbst.
  • Poetisch: Die Sprache wird für ästhetische Zwecke verwendet.

Sprachgeschichte und Dialekte

Kastilisch: Erste Belege in den Glosas Emilianenses (10. Jh.) und das erste Werk, das Cantar de Mio Cid (12. Jh.).

  • Andalusisch: Ceceo (c wie s), Seseo (s wie c), Verlust des intervokalischen 'd', Aspiration oder Verlust des auslautenden 's'.
  • Murcianisch: Suffix '-ico', Zischlaute und Aspiration des auslautenden 's' und 'j'.
  • Kanarisch: Seseo, Yeísmo, Aspiration des 'j' und Übernutzung von Pronomina.
  • Katalanisch: Erste Belege im 12. Jh., Verbot im 17. Jh. Unterteilung in Westkatalanisch (Andorra, Lleida, Tarragona, westlicher Rand von Aragon) und Ostkatalanisch (Girona, Barcelona, Balearen, Sardinien, französisches Roussillon). Erhaltung des ursprünglichen lateinischen 'f-', Öffnung des tonischen 'e' und Erhaltung der Anfangskonsonanten.
  • Galicisch: Erhaltung des 'f-', Suffix '-ino', Verlust des intervokalischen 'n'.

Sprachkontakt

  • Zweisprachigkeit: Zwei Sprachen werden in derselben Region gleichwertig verwendet.
  • Diglossie: Zwei Sprachen oder Varietäten werden in derselben Region in unterschiedlichen Funktionsbereichen verwendet.

Morphosyntax

  • Abhängige Morpheme: Flexionsmorpheme (Tempus, Modus, Aspekt, Genus, Numerus) und Derivationsmorpheme (Präfixe, Suffixe, Interfixe zur Bedeutungsänderung oder Wertschätzung).
  • Unabhängige Morpheme: Präpositionen, Konjunktionen und Artikel.

Semantik

  • Eindeutigkeit: Ein Ausdruck hat eine einzige Bedeutung.
  • Synonymie: Gleiche Bedeutung bei verschiedenen Bezeichnern.
  • Hyperonymie: Ein Wort umfasst eine ganze Gruppe von Unterbegriffen.

Literaturwissenschaft

Stilmittel

  • Alliteration: Wiederholung von Konsonanten in aufeinanderfolgenden Wörtern.
  • Anapher: Wiederholung von Wörtern am Versanfang.
  • Reduplikation: Wiederholung von zwei oder mehreren Wörtern direkt hintereinander.
  • Polysyndeton: Häufung von Konjunktionen.
  • Parallelismus: Gleichlaufender Satzbau.
  • Hyperbaton: Umstellung der Satzsyntax.
  • Hyperbel: Übertreibung.
  • Pleonasmus: Überflüssige Wörter.
  • Antithese: Gegenüberstellung von Gegensätzen.
  • Apostrophe: Anrede an belebte oder unbelebte Objekte.
  • Allegorie: Eine Abfolge von Metaphern.
  • Simile (Vergleich): Verhältnis zwischen einem realen Objekt und einem Bild.
  • Metonymie: Benennung eines Objekts durch einen verwandten Begriff.

Literarische Gattungen

  • Epik: Heldenepos (kollektive Dichtung über Heldentaten), Verserzählung, Chanson de geste (episches Gedicht über lokale Helden) und Romanzen.
  • Narrative Prosa: Roman (ausführliche fiktive Erzählung zur Analyse von Charakteren, Verhalten und Einstellungen).
  • Lyrik: Ode (feierliche Dichtung), Ekloge (Liebesbeziehungen zwischen Hirten), Elegie (Trauerdichtung).
  • Drama: Tragödie (Drama mit schicksalhaftem, unglücklichem Ausgang), Komödie (Drama mit Happy End), Schauspiel (Mischung aus komischen und tragischen Elementen), Oper, Zarzuela, Operette (Dialoge mit Gesangsteilen) und Vaudeville (Liebeskomödie).
  • Didaktische Literatur: Essay (Artikel mit Stellungnahmen), Brief (soziale und politische Themen in Briefform) und Fabel (kurze Anekdote mit Tieren).

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