Syntax und Textlinguistik: Satzbau und Texteigenschaften

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Syntax und Satzbau

Satzverbindungen und Satzgefüge:

  • Juxtaposition (Nebeneinanderstellung): Verwendung von Satzzeichen wie Komma (,), Semikolon (;) oder Doppelpunkt (:), mit koordinierendem Wert (beiordnend) oder subordinierendem Wert (unterordnend).
  • Koordinierende Sätze (Beiordnung):
    • Kopulativ (anreihend): und, sowie, weder... noch (bzw. spanisch: y, e, ni).
    • Disjunktiv (ausschließend): oder, entweder... oder (bzw. spanisch: o, u).
    • Adversativ (gegensätzlich): aber, doch, jedoch, sondern.
    • Explikativ (erklärend): das heißt (d. h.), nämlich, sozusagen (das spanische „o sea“ wurde fälschlicherweise als „Knochen“ übersetzt).
    • Distributiv (verteilend): teils... teils, einerseits... andererseits, mal... mal.
  • Subordinierende Sätze (Unterordnung):
    • Substantivsätze (Gliedsätze): eingeleitet durch „dass“, „ob“ sowie Fragepronomen und Adverbien. Sie können ein Nomen ersetzen und übernehmen dessen syntaktische Rolle im Gesamtsatz.
    • Adjektivsätze (Relativsätze): eingeleitet durch Relativpronomen und Relativadverbien. Sie können durch „welche/r/s“ oder „der/die/das“ ersetzt werden und haben eine verbindende Attributfunktion.
    • Substantivierte Adjektivsätze: Sie haben gleichzeitig substantivische und adjektivische Eigenschaften. Ihre Funktion ist die Verbindung und die syntaktische Einbindung.
    • Adverbialsätze:
      • Kausal (Grund): weil, da, deshalb
      • Konsekutiv (Folge): so dass, sodass, so..., dass
      • Final (Zweck/Ziel): damit, um... zu, auf dass
      • Konditional (Bedingung): wenn, falls (if)
      • Konzessiv (Einräumung): obwohl, obgleich
      • Komparativ (Vergleich): so... wie, mehr... als, weniger... als
  • Nicht-personalisierte Verbformen (Infinite Verbformen):
    • Infinitiv (Infinitivkonstruktion)
    • Partizip (Partizipialkonstruktion)
    • Gerundium (Gerundialkonstruktion)

Texteigenschaften und Textqualität

Ein gelungener Text zeichnet sich durch bestimmte grundlegende Eigenschaften aus:

  • Angemessenheit (Adäquanz): Dies ist die Eigenschaft, die die Anpassung des Wortlauts an die Begleitumstände des kommunikativen Akts bestimmt. Jede kommunikative Situation erfordert eine angemessene Verwendung von Sprache, die von mehreren Faktoren beeinflusst wird:
    • Das Verhältnis zwischen den Kommunikationspartnern.
    • Der gewählte Kanal (mündlich oder schriftlich), der zu einer unterschiedlichen Sprachverwendung führt.
    • Die kommunikative Absicht: Wenn wir nur informieren wollen, sind wir objektiv; wenn wir überzeugen wollen, äußern wir uns subjektiv und parteiisch.
  • Kohärenz (Inhaltlicher Zusammenhang): Dies ist die Eigenschaft eines Textes, die ihm eine inhaltliche Einheit verleiht. Sie sorgt dafür, dass die Informationen logisch organisiert und miteinander verknüpft sind, um eine globale, verständliche Bedeutung zu vermitteln.

    Wenn Texte inkohärent sind, enthalten sie widersprüchliche oder unlogische Ausdrücke. Typische Fehlerursachen sind:

    • Das Fehlen einer thematischen Einheit.
    • Widersprüche zum allgemeinen Weltwissen.
    • Ein unsachgemäßer Gebrauch der Sprache.
  • Kohäsion (Sprachlicher Zusammenhalt): Die Gesamtheit der sprachlichen Mittel, die ein Text verwendet, um die Verbindung zwischen seinen Teilen zu sichern und dem Ganzen Struktur zu verleihen. Diese Mechanismen ermöglichen die Interpretation eines Satzes im Verhältnis zu anderen, größeren Einheiten (wie Absätzen) oder der außersprachlichen Situation. Dadurch sichern sie das Verständnis und die Bedeutung des Textes.

    Die sprachlichen Mittel der Kohäsion sind vielfältig (Wiederholung von Wörtern, grammatische Verweise wie Deixis und Ellipsen, lexikalisch-semantische Mittel wie Synonymie, Hyperonymie und semantische Felder, Diskursmarker oder Satzzeichen). Hier sind die wichtigsten Mechanismen:

    • Wiederholung (Rekurrenz): Die Wiederholung eines Elements im Text. Sie ist einer der grundlegenden Mechanismen der Textkohäsion und tritt in drei Hauptformen auf: die bloße Wiederholung von Wörtern, die Wiederholung durch Synonyme und die Wiederholung durch lexikalische Reihen.
    • Substitution (Ersatz): Der Ersatz einer Texteinheit (Wort, Phrase oder Satz) durch ein anderes Wort mit allgemeinerer oder ähnlicher Bedeutung.
    • Ellipse: Die Auslassung oder Streichung von sprachlichen Elementen, die leicht aus dem Kontext erschlossen werden können.
    • Topikalisierung: Die Umstellung der Satzglieder oder deren Wiederholung, um eine bestimmte Aussage besonders zu betonen und hervorzuheben.
    • Deixis (Verweisung): Der Bezug des Textes auf sich selbst (textinterne Deixis) oder auf die außersprachliche Situation (situative Deixis).
    • Diskursmarker (Gliederungssignale): Wörter und Ausdrücke, die dazu dienen, Sätze und Abschnitte logisch miteinander zu verbinden und den Text zu strukturieren.

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