Das System der Sprache: Wortschatzerwerb und Kompetenz

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Punkt 10: Das System der Sprache II

Was bedeutet es, ein Wort zu kennen und den Wortschatz zu beherrschen?

Lernen und Wissen sind entscheidend für den Wortschatz, da er die Möglichkeiten der Verständigung und des Ausdrucks vervielfacht, sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Kommunikation.

Kognitive Prozesse beim Lernen

Die kognitiven Prozesse beim Lernen sind komplex. Der Erwerb und die Nutzung des Vokabulars werden nicht nur durch formales Lernen optimiert, sondern auch durch unterschiedliche Erfahrungen und Unterrichtsmaterialien. Damit der Wortschatz in unserem Gedächtnis eingeprägt wird, ist es notwendig, dass wir mehr hören und mehr lesen.

Das allgemeine Ziel der Erziehung ist es, das Lexikon hinsichtlich der Merkmale zu erweitern und das Funktionieren der Wörter als Einheiten in all ihren Dimensionen sowie die Nutzungs- und Erwerbskriterien in Bezug auf die kommunikative Situation zu vermitteln.

Lexikalische Kompetenz und Sprachentwicklung

Was die lexikalische Kompetenz betrifft, so sollte der Sprachunterricht das Lexikon parallel zum Erwerb durch den Kontakt mit der Realität und anderen Bildungsmaterialien erweitern. Die Funktion besteht darin, den lexikalischen Hintergrund der Schüler zu vergrößern und die Kenntnisse über die Merkmale und die Funktionsweise der Wörter als Einheiten in all ihren Dimensionen zu vertiefen.

Lange vor dem Erwerb theoretischer Grammatikkenntnisse können Kinder die Reihenfolge der Wörter ändern, sie kombinieren, Listen bilden und sie getrennt schreiben.

Definition eines Wortes

Ein Wort ist eine Einheit der Kommunikation und kann unterschiedlicher Art sein:

  • a) Sprachwissenschaftlich: Es kann auf phonologischer, morphologischer, semantischer und syntaktischer Ebene beschrieben werden.
  • b) Pragmatisch: Die kommunikative Handlung wird durch nonverbale Elemente begleitet und verwendet, um Gedanken auszudrücken und eine Rede zu entwickeln.
  • c) Diskursiv: Wörter sind die Grundlage der Kommunikation und die fundamentalen Bausteine von Sätzen und Texten.
  • d) Referenziell: Ausdrücke, die sich auf die reale Welt, Bilder, Prozesse, Qualitäten oder Aktionen beziehen.

Merkmale der lexikalischen Kompetenz

Lexikalische Kompetenz ist die Beherrschung der Merkmale und Funktionen des Vokabulars. Sie kann nicht nur als Sprachkenntnis beschrieben werden, sondern als Ausdruck kommunikativer Kompetenz. Sie besitzt ideologische, soziale und kulturelle Komponenten. Sie erneuert sich ständig, da Sprache lebendig ist – Wörter werden geboren und sterben.

Ein Wort zu kennen bedeutet:

  1. Aussprache und Rechtschreibung: Die Laute und Phoneme kennen, die es bilden. Es mündlich erkennen und aussprechen können. Die Buchstaben kennen, es schreiben und entschlüsseln lernen.
  2. Morphologie: Alle Formen (Genus, Numerus und Person) kennen und korrekt verwenden. Seine Zusammensetzung und formal verwandte Wörter kennen.
  3. Syntax: Den Einsatz im Kontext und in der Klasse sowie die entsprechenden Regeln kennen.
  4. Semantik: Den semantischen Wert je nach historischem Kontext kennen. Die denotative Bedeutung und den konnotativen Wert verstehen. Es mit einem realen Konzept oder Element verknüpfen können.
  5. Pragmatik: Es als Teil eines Textes im Zusammenhang mit einem Kontext verwenden, um einen bestimmten Zweck zu erreichen.
  6. Soziolinguistik: Den Wert und das dialektale Register kennen und es angemessen der kommunikativen Situation entsprechend anwenden.

Passiver und aktiver Wortschatz

Ein qualitativer Ansatz zur Bewertung des lexikalischen Bereichs ist die Unterscheidung zwischen zwei Arten von Wortschatz:

  • Passiver Wortschatz: Sätze und Wörter, die wir verstehen können.
  • Aktiver Wortschatz: Wörter, die wir aktiv in Wort und Schrift in unserem Leben verwenden.

Der passive Wortschatz ist viel breiter als der aktive. Er enthält alle Wörter und Ausdrücke, die wir verstehen, aber nicht selbst verwenden. Dazu gehören spezielle Fachbegriffe sowie der allgemeine Wortschatz.

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