Theorien des Lernens nach Ausubel und Gagné: sinnvolles Lernen und interne Mechanismen
Zusammenfassung
Der Text stellt Ausubels Unterscheidung zwischen sinnvollem und mechanischem Lernen sowie entdeckendem und rezeptivem Lernen vor. Anschließend beschreibt er Robert Gagnés eklektische Lerntheorie mit ihren vier Teilen, den Lernergebnissen, den internen Lernmechanismen und den Bedingungen des Lernens. Schüler erfahren so, wie Lernen durch Verknüpfung mit Vorwissen und durch gezielte Bedingungen gefördert wird.
Kernpunkte
- Sinnvolles Lernen entsteht, wenn neue Informationen mit einem relevanten, bereits bestehenden Begriff (Subsumer) verknüpft werden.
- Mechanisches Lernen tritt auf, wenn ausreichende Subsumer fehlen und die Informationen beliebig, ohne Verbindung zum Vorwissen, gespeichert werden.
- Entdeckendes Lernen bedeutet, Informationen mit der kognitiven Struktur zu integrieren, neu zu organisieren oder zu transformieren.
- Rezeptives Lernen bedeutet, dass Lerninhalte in ihrer endgültigen Form präsentiert werden und zu internalisieren sind.
- Gagné unterscheidet fünf Arten von Lernergebnissen: verbale Informationen, intellektuelle Fähigkeiten, kognitive Strategien, motorische Fähigkeiten und Einstellungen.
- Gagnés interne Lernmechanismen reichen von Motivation und Aufmerksamkeit über Erwerb und Speicherung bis zu Abruf, Generalisierung und Feedback.
Theorie des sinnvollen Lernens
Theorie des sinnvollen Lernens: Diese tritt ein, wenn neue Informationen mit einem relevanten, bereits bestehenden Begriff (Subsumer) in der kognitiven Struktur verknüpft werden. Dies bedeutet, dass neue Ideen, Konzepte und Sätze deutlicher gelernt werden können als andere Ideen oder Konzepte. Entsprechende Voraussetzungen sind ausreichend klare Strukturen in der individuellen kognitiven Struktur, die als Ankerpunkt für die neuen Informationen fungieren.
Mechanisches Lernen
Mechanisches Lernen: Dies geschieht, wenn keine ausreichenden Subsumer vorhanden sind, sodass die neuen Informationen beliebig gespeichert werden, ohne dass eine Interaktion mit bereits vorhandenem Wissen stattfindet.
Entdeckendes Lernen
Entdeckendes Lernen (Learning by Discovery): Dies beinhaltet, dass Studenten die Informationen nicht nur sortieren, sondern sie mit der kognitiven Struktur integrieren, neu organisieren oder transformieren sollten, um durch die integrierte Kombination den gewünschten Lernerfolg zu erzielen.
Rezeptives Lernen
Rezeptives Lernen: Die Lerninhalte oder das Motiv werden den Schülern in ihrer endgültigen Form präsentiert. Es ist lediglich erforderlich, das präsentierte Material zu internalisieren oder zu integrieren, damit es zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen oder wiedergegeben werden kann.
Eklektische Lerntheorie (Robert Gagné)
Diese stützt sich auf ein Modell der Informationsverarbeitung, das wiederum auf der kognitiven Theorie von Tolman basiert. Sein Ansatz ist in vier spezifische Teile gegliedert:
- 1) Prozesse des Lernens: Wie Individuen lernen und welche hypothetischen Annahmen der Theorie zugrunde liegen.
- 2) Analyse der Lernergebnisse: Welche Arten von Fertigkeiten der Schüler lernt:
- a) Grundformen des Lernens in Gruppen
- b) Intellektuelle Fähigkeiten
- c) Verbale Informationen
- d) Kognitive Strategien
- e) Motorische Fähigkeiten
- f) Einstellungen
- 3) Bedingungen des Lernens: Lernfördernde Ereignisse.
- 4) Anwendungen der Theorie.
Interne Mechanismen des Lernens (Robert Gagné)
- Motivation
- Aufmerksamkeit und selektive Wahrnehmung
- Erwerb (Akquisition)
- Aufrechterhaltung oder Speicherung im Gedächtnis
- Abruf von Informationen
- Generalisierung
- Generierung von Antworten (Leistungsphase)
- Feedback und Verstärkung
Varianten, die das Lernen beeinflussen
- a) Motorische Fähigkeiten: Man erlernt die Steuerung der menschlichen Muskulatur.
- b) Verbale Informationen: Erwerb einer Fülle von Informationen im schulischen Kontext.
- c) Intellektuelle Fähigkeiten: Diese reichen vom einfachen Erwerb von Diskriminierung bis hin zum Erreichen von Begriffen und Regeln.
- d) Einstellungen (Attitudes): Fähigkeiten, welche die Wahl persönlicher Maßnahmen beeinflussen.
- e) Kognitive Strategien: Intern organisierte Kompetenzen, die das Verhalten des Einzelnen in Bezug auf Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Denken regeln.
Nach Gagné erfordert jeder dieser Lernbereiche unterschiedliche Bedingungen, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen. In Bezug auf Lernmodelle werden diese als Kontrollprozesse definiert.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was ist sinnvolles Lernen nach Ausubel?
Sinnvolles Lernen liegt vor, wenn neue Informationen mit einem relevanten, bereits bestehenden Begriff (Subsumer) in der kognitiven Struktur verknüpft werden. Dadurch können sie deutlicher gelernt werden als isolierte Inhalte.
Worin unterscheidet sich mechanisches Lernen von sinnvollem Lernen?
Beim mechanischen Lernen fehlen ausreichende Subsumer, sodass die neuen Informationen beliebig gespeichert werden. Es findet keine Interaktion mit dem vorhandenen Wissen statt.
Welche Lernergebnisse unterscheidet Gagné?
Gagné unterscheidet motorische Fähigkeiten, verbale Informationen, intellektuelle Fähigkeiten, kognitive Strategien und Einstellungen. Jeder dieser Bereiche erfordert unterschiedliche Bedingungen für erfolgreiches Lernen.
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