Umweltprobleme auf den Kanarischen Inseln: Ursachen und Lösungen
Umweltprobleme auf den Kanarischen Inseln
Die Kanarischen Inseln stehen vor einer Reihe ernster medioambientaler Herausforderungen. Im Folgenden werden die wichtigsten Probleme und mögliche Lösungsansätze dargestellt.
Luftverschmutzung
Die Luftverschmutzung wird vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe im Verkehr und in der Produktion sowie durch die Erzeugung elektrischer Energie verursacht. Die hohe Fahrzeugdichte und die intensive Nutzung des Autos im Raum der Inseln machen Maßnahmen zur Verringerung des Verkehrs notwendig.
Um die Verschmutzung zu verringern, sind folgende Schritte wichtig:
- Förderung von öffentlichem Verkehr und nachhaltiger Mobilität
- Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft und Solarenergie
Bodenerosion
Die Bodenerosion wird durch starke Entwaldung begünstigt. Auf rund 40 % der Fläche beschleunigt sie sich. Um sie zu vermeiden, müssen die Hänge der Terrassen erhalten, der Ackerbau gefördert und Aufforstungsprogramme umgesetzt werden.
Entwaldung
Die Entwaldung hat zu einem bemerkenswerten Rückgang der ursprünglichen Waldvegetation geführt. Dadurch sind sekundäre Vegetationsformen wie Buschland entstanden. Auch Kiefern- und Lorbeerwälder sind stark betroffen, da ihr Holz für Kohle, Bauwesen und als Stützen im Ackerbau genutzt wurde. Heute stellt vor allem das Feuer die größte Gefahr dar.
Der Waldplan sieht daher vor:
- die Ausweitung der Waldbedeckung
- den Brandschutz
- die Förderung der forstwirtschaftlichen Forschung
Wasser: Grund- und Oberflächenwasser
Grund- und Oberflächenwasser sind von verschiedenen Problemen betroffen: geringe Niederschlagsmengen, zunehmende Bewässerung in der Landwirtschaft und der Tourismus. In vielen Gebieten kommt es zu Übernutzung, zum Austrocknen von Bächen und zum Absinken des Grundwasserspiegels.
Zur Milderung der Probleme ist die Wiederverwendung von Abwasser für die Bewässerung zu fördern. Die Wasserqualität ist zudem durch das Eindringen von Meerwasser und durch anthropogene Salzeinträge gefährdet. Ein Überwachungsnetz zur Kontrolle des Grundwasserstands und der Wassermenge ist daher unerlässlich.
Degradation der Küstengebiete
Die Küstengebiete sind durch den Tourismus stark belastet. Notwendig sind die Regeneration degradierter Räume sowie der Ausbau der Infrastruktur, die touristische und soziale Nutzung ermöglicht und dabei die ökologische Nachhaltigkeit und Entwicklung respektiert.
Verschlechterung der städtischen Umwelt
Die städtische Umwelt leidet unter dem übermäßigen Druck auf den kleinen städtischen Raum des Archipels. Die Nachfrage nach Boden ist hoch, und die Hauptstädte der Inseln konzentrieren einen großen Teil der Bevölkerung. Daraus entstehen schwerwiegende Verkehrsprobleme und Staus.
Ein weiteres Problem sind die festen städtischen Abfälle. Mangelnde Rentabilität und fehlende Anreize für das Recycling erschweren deren Bewältigung. Zur Lösung sind die Verringerung des Abfallaufkommens, das Recycling, die Bereitstellung von Containern und die Schaffung spezifischer Sammelstellen notwendig.
Abwasserbehandlung
Die Abwasserbehandlung ist unzureichend. Es fehlt ein System von Kläranlagen, das die Behandlung und Wiederverwendung des Wassers für Bewässerungsmaßnahmen ermöglicht.
Umweltprävention und Beteiligung der Öffentlichkeit
All diese Probleme erfordern eine wachsende umweltbezogene Prävention. Dazu gehört die Bewertung der Umweltauswirkungen wirtschaftlicher Aktivitäten sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Umweltpolitik der Stadt und der Inseln.