Unternehmensformen, Systeme und ökonomische Theorien
Unternehmensformen und Strukturen
- Kapitalgesellschaften: Eine Kapitalerhöhung ist in zwei Teile gegliedert. Diese stellen Anteile am Eigentum dar und berechtigen zur Gewinnbeteiligung.
- Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung: Hierbei wird das Wachstum durch die Anzahl der Partner und die Übertragung von Aktien (Kapitalanteilen) geregelt.
- Kommanditgesellschaften: Partnerschaften, bei denen bestimmte Partner (Kapitalgeber) von der unbeschränkten Haftung befreit sind. Sie sind von der Verwaltung ausgeschlossen, welche ausschließlich den persönlich haftenden Gesellschaftern obliegt.
- Gesellschaften mit variablem Kapital: Dies sind spezielle Genossenschaftsformen.
1.4 Bauelemente der Unternehmensverwaltung
- Humanelemente:
- Besitzer von Kapital (Aktionäre)
- Arbeitnehmer (Mitarbeiter)
- Administratoren (Manager)
- Materielle Elemente:
- Dauerhafte Güter (Investitionen)
- Nicht dauerhafte Güter (Umlaufvermögen)
- Immaterielle Elemente:
- Unternehmensimage
- Organisation
- Ziele und Unternehmenskultur
- Know-how
1.5 Das Unternehmen als System
Das gesamte Universum kann als System klassifiziert werden, in dem alle Elemente miteinander verbunden sind. Daher ist auch das Unternehmen als System zu betrachten. Systemtypen von Unternehmen:
- Offene vs. geschlossene Systeme
- Black-Box-Systeme vs. transparente Systeme
- Einzelsysteme vs. zusammengesetzte Teilsysteme
1.6 Unternehmenstheorien
Neoklassische Theorie
„Perfektes Funktionieren des Marktes, auf dem Käufer und Verkäufer die optimale Allokation der Ressourcen bestimmen.“
- Große Anzahl von Lieferanten und Kunden
- Perfekte Informationen für alle Marktteilnehmer
- Freier Marktzugang und -austritt
- Das Unternehmen agiert nach der Preisfestlegung und verteilt Mittel zur Gewinnmaximierung gemäß den Marktvorgaben.
Theorie der Transaktionskosten
„Um Verhandlungen abzuschließen, entstehen Kosten, da Informationen auf dem Markt nicht perfekt sind.“
- Die neoklassische Theorie gilt als unvollständig; das Konzept der Transaktionskosten ergänzt sie.
- Transaktionskosten sind Hindernisse für die Wirtschaftstätigkeit. Unternehmen entstehen, um diese Kosten zu senken.
Definition: Transaktionskosten sind Informationskosten (z. B. Marktforschung), Kosten für Vertragsabschlüsse und deren Durchsetzung sowie Kosten zur Vermeidung opportunistischen Verhaltens.
Vertragstheorie (Contract Theory)
„Marktteilnehmer bevorzugen Verträge mit dem Unternehmen (z. B. Arbeitnehmer verhandeln Löhne mit dem Unternehmen statt direkt mit dem Markt).“
- Verbraucher nutzen das Unternehmen zur Bereitstellung von Waren, um Unsicherheiten durch Informationsmangel zu reduzieren.
- Das Unternehmen garantiert Vergütungen, übernimmt das Risiko und bietet Stabilität.
Finanztheorie des Unternehmens
„Das Unternehmen ist ein Investitionsvorhaben, bei dem über die Mittelbeschaffung und -verwendung entschieden wird.“
- Der Sparer stellt Kapital gegen Finanzwerte bereit.
- Das Unternehmen investiert in produktive Vermögenswerte.
- Der erwirtschaftete Gewinn wird zur Auszahlung an die Kapitalgeber genutzt.
Corporate Social Theory
„Die Rolle der Wirtschaft ist es, zur sozialen Wohlfahrt beizutragen, da das Unternehmen ein Teil der Gesellschaft ist.“
- Kritiker argumentieren, dass soziale Sicherheit primär durch die Verteilung von Wohlstand und nicht nur durch dessen Steigerung erreicht wird.