Apollo und Daphne in der spanischen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts

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Zusammenfassung

Der Text verfolgt den Mythos von Apollo und Daphne von Ovid bis zur spanischen Literatur des 16. und 17. Jahrhunderts. Behandelt werden Garcilaso de la Vega, Jorge de Montemayor, Alonso Pérez, Fernando de Herrera, Gregorio Silvestre und Francisco de Quevedo. Die Lernenden erfahren, wie der Stoff in pastoralen Romanen, Sonetten und barocken sowie burlesken Gedichten jeweils neu gestaltet wurde.

Kernpunkte

  • Der Mythos stammt aus Ovids Metamorphosen; Apollo ist der Gott, Daphne eine Nymphe und Tochter eines Flussgottes.
  • Garcilaso de la Vega griff das Thema im ersten Teil des 16. Jahrhunderts auf; von ihm sind 38 Sonette und 3 Eklogen erhalten.
  • Jorge de Montemayor veröffentlichte 1554 ein Cancionero, in dem eine lusitanische Version der Geschichte erscheint.
  • Alonso Pérez fügte in der zweiten Diana (1602) Details wie Apollos Trauer und die Beschreibung seiner Schönheit hinzu.
  • Francisco de Quevedo behandelte den Mythos sowohl ernst im barocken Stil als auch burlesk-parodistisch.

Stellen Sie sich auf die Probe

Der Mythos von Apollo und Daphne in der Spanischen Literatur

Ovid und die Ursprünge der Legende

Ovid, der römische Dichter, erzählt in seinen Metamorphosen die Geschichte von Daphne und Apollo (von den Römern auch Febo genannt). Apollo war der Gott des Feldes, und Daphne eine Nymphe, Tochter eines italienischen Flussgottes.

Garcilaso de la Vega: Einführung in die spanische Dichtung (16. Jh.)

Garcilaso de la Vega, der erste Schöpfer des Sonetts in Spanien, griff dieses Thema in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf. Von ihm sind 38 Sonette und 3 Eklogen erhalten. Die Eklogen sind Gedichte pastoralen Themas, die in einer idealisierten Natur Liebesprobleme behandeln.

Er beschreibt den Augenblick, in dem Daphne zum Lorbeerbaum wird. Es wird vermutet, dass Garcilaso zuvor den Roman oder sogar Ovid gelesen hatte, sodass beim Schreiben des Sonetts ein Bild mit diesem Titel in seinem Kopf präsent war.

Die dritte Ekloge und der Teppich der Liebesgeschichten

In seiner dritten Ekloge wird das Thema erneut behandelt. Es wird berichtet, dass am Fluss Tajo in Toledo mehrere Nymphen einen Teppich mit Liebesgeschichten webten, darunter auch die von Apollo und Daphne.

Jorge de Montemayor und der Pastorale Roman

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstanden pastorale Romane. Hervorzuheben ist Jorge de Montemayor mit seinem 1554 veröffentlichten Cancionero (Liederbuch). Dort erscheint eine lusitanische Geschichte, die von Apollo und Daphne erzählt.

Montemayor hält sich nicht strikt an die Metamorphosen und verwendet interne gereimte Endekasilben (Elfsilber). Die Erzählung konzentriert sich stärker auf Daphne und kann das tragische Ende nicht vollständig erzählen.

  • Interner Reim: Der interne Reim zeichnet sich dadurch aus, dass das letzte Wort des Verses sich auf die Mitte des nächsten Verses reimt.

Dieses Motiv erscheint auch in weiteren pastoralen Romanen.

Alonso Pérez und die Erweiterung der Legende (17. Jh.)

Im 17. Jahrhundert (1602) wurde der zweite Teil von Alonso Pérez’ Diana (vermutlich ist „Target“ eine Fehlübersetzung) veröffentlicht. Er fügt der Legende einige Details hinzu:

  • Apollos Reaktion und Trauer, als Daphne sich in einen Lorbeerbaum verwandelt.
  • Beschreibung von Apollos Schönheit und Haar.

Als Auszeichnung für ihre Mühe wird der Lorbeerbaum immergrün und ist vor Blitzen geschützt – ein Zeichen des Schutzes für die Familie.

Fernando de Herrera und Gregorio Silvestre (Spätes 16. Jh.)

Ende des 16. Jahrhunderts folgte Fernando de Herrera dem Trend der Garcilaso-Poesie, wobei die Liebe sein zentrales Thema war. Sein Gedicht ist Ovid nachempfunden.

In den Erläuterungen zur Garcilaso ist auch die „Fabel von Apollo und Daphne“ von Gregorio Silvestre enthalten.

Francisco de Quevedo: Barocke Kontraste (17. Jh.)

Im 17. Jahrhundert zeigte Francisco de Quevedo zwei literarische Gesichter: das ernste und liebevolle sowie das obszöne, satirische und spöttische.

Der Mythos von Apollo und Daphne erscheint bei ihm in zwei unterschiedlichen Arten:

  1. Ernste Behandlung: In einem frühen, einfachen Gedicht (Limerick, 5 Silben). Später beschreibt er die Metamorphose im Stil des Barock, mit mehr Gefühl, aber ohne dem Vorbild Garcilasos zu folgen.
  2. Burleske Parodie: Hier parodiert er den Mythos in burlesker Rolle. Er nutzt den Lorbeerbaum in einem profanen Kontext (z. B. zum Marinieren von Wild bei der Jagd).

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Häufige Fragen

Wer war Garcilaso de la Vega in Bezug auf das Sonett?

Garcilaso de la Vega gilt als der erste Schöpfer des Sonetts in Spanien. Er griff den Mythos von Apollo und Daphne in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf.

Was ist ein Cancionero?

Im Text wird Montemayors Cancionero als Liederbuch bezeichnet. Darin erscheint eine lusitanische Geschichte über Apollo und Daphne.

Welche Details fügt Alonso Pérez der Legende hinzu?

Pérez ergänzt Apollos Reaktion und Trauer, als Daphne zum Lorbeerbaum wird, sowie eine Beschreibung seiner Schönheit und seines Haares. Außerdem bleibt der Lorbeerbaum immergrün und vor Blitzen geschützt.

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Test

1. Aus welchem Werk Ovids stammt die Geschichte von Apollo und Daphne?
2. Wer war Daphne laut dem Text?
3. Wie viele Sonette sind von Garcilaso de la Vega erhalten?
4. In welchem Jahr veröffentlichte Jorge de Montemayor seinen Cancionero?
5. Was zeichnet die dritte Ekloge Garcilasos im Hinblick auf den Mythos aus?
6. Welche Form nutzt Quevedo in seinem frühen, einfachen Gedicht zum Mythos?
7. Wie verwendet Quevedo den Lorbeerbaum in seiner burlesken Parodie?

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