Die doppelte Artikulation der Sprache: Moneme, Phoneme und Wortbildung
Zusammenfassung
Der Text erklärt die doppelte Artikulation der Sprache, also die Unterscheidung zwischen Monemen mit Bedeutung und Phonemen ohne eigene Bedeutung. Außerdem werden Klassen von Morphemen, Wortbildungsprozesse, Abkürzungen sowie grundlegende semantische Begriffe wie Hyperonymie, Polysemie und Synonymie vorgestellt. Er eignet sich als kompakte Wiederholung für Linguistik-Grundlagen.
Kernpunkte
- Sprache ist auf zwei Ebenen artikuliert: Moneme (mit Bedeutung) und Phoneme (ohne eigene Bedeutung).
- Moneme werden in Lexeme (Kern der Bedeutung) und Morpheme (verbinden oder modifizieren) unterteilt.
- Freie Morpheme sind z. B. Determinanten, Präpositionen, Konjunktionen und Pronomen; gebundene Morpheme sind Affixe und Flexionsmorpheme.
- Wortbildung erfolgt durch Ableitung (Derivation), Zusammensetzung (Komposition) und Parasynthese.
- Hyperonymie bezeichnet einen Oberbegriff, Hyponymie einen Unterbegriff, dessen Bedeutung darin enthalten ist.
- Polysemie liegt vor, wenn ein Wort mehrere Bedeutungen hat; Synonymie kann total oder teilweise sein.
Die doppelte Artikulation der Sprache
Die Sprache ist ein System, das auf zwei Ebenen artikuliert ist:
- 1. Gelenk (Moneme): Die kleinsten Einheiten mit Bedeutung (z. B. GAT-O).
- 2. Gelenk (Phoneme): Die kleinsten Einheiten ohne eigene Bedeutung (z. B. /G/ /A/ /T/ /O/).
Sprache ist ein System von Systemen, in dem sprachliche Zeichen in Interdependenz zueinander stehen.
Klassifizierung der Moneme
Moneme werden unterteilt in:
- Lexeme: Sie bilden den Kern der Bedeutung (Nomen, Adjektive, Adverbien, Verben).
- Morpheme: Sie dienen dazu, Lexeme zu verbinden oder deren Bedeutung zu modifizieren.
Morphem-Klassen
- Freie Morpheme: Determinanten, Präpositionen, Konjunktionen und Pronomen.
- Gebundene Morpheme:
- Derivationsmorpheme (Affixe): Präfixe (IN-mobil), Infixe (hm-AR-eda), Suffixe (port-ERO).
- Flexionsmorpheme: Kennzeichnen grammatische Kategorien wie Genus, Numerus, Person, Zeit, Modus, Aspekt und Genus Verbi (z. B. mal-O-S).
Wortbildungsprozesse
- Ableitung (Derivation): Hinzufügen von Morphemen zu einem Lexem (Präfigierung, Suffigierung).
- Zusammensetzung (Komposition): Kombination von Wörtern zu einer neuen, einheitlichen Bedeutung (z. B. Bullauge, Krähenfüße).
- Parasynthese: Wörter, die aus Präfix + Lexem + Suffix bestehen, wobei das Weglassen eines Teils zu einem inakzeptablen Wort führt (z. B. Verzweiflung).
Abkürzungen und Lexikalisierung
- Siglonimie: Bildung aus den Anfangsbuchstaben.
- Akronyme: Verwendung von Wortfragmenten.
- Verkürzung: Wegfall einer Silbe (z. B. Professor zu Profi).
- Lexikalisierung: Ein Wort erhält eine autonome Bedeutung, unabhängig von seiner Herkunft.
Semantik
- Hyperonymie: Ein Oberbegriff, der eine umfassende Bedeutung hat.
- Hyponymie: Ein Unterbegriff, dessen Bedeutung in einem Hyperonym enthalten ist.
- Eindeutigkeit: Ein Wort mit nur einer Bedeutung.
- Polysemie: Ein Wort mit mehreren Bedeutungen.
- Synonymie:
- Total: Übereinstimmung in allen Bedeutungen.
- Teilweise: Übereinstimmung nur in einer oder wenigen Bedeutungen.
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PDF Word HTMLHäufige Fragen
Was bedeutet doppelte Artikulation der Sprache?
Sprache ist auf zwei Ebenen gegliedert: Moneme sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten, Phoneme die kleinsten Einheiten ohne eigene Bedeutung. Ein Beispiel ist GAT-O mit den Phonemen /G/ /A/ /T/ /O/.
Was ist der Unterschied zwischen Lexemen und Morphemen?
Lexeme bilden den Kern der Bedeutung und sind meist Nomen, Adjektive, Adverbien oder Verben. Morpheme dienen dazu, Lexeme zu verbinden oder deren Bedeutung zu modifizieren.
Was ist Parasynthese?
Parasynthese bezeichnet Wörter aus Präfix, Lexem und Suffix, bei denen das Weglassen eines Teils zu einem inakzeptablen Wort führt. Als Beispiel wird Verzweiflung genannt.
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