Grundlagen des Arbeitsrechts: Ursprung und Quellen
1. Einleitung zum Arbeitsrecht
Eine gute fachliche Leistung erfordert das Wissen über die grundlegenden Rechte und Freiheiten der Bürger sowie über unsere Rechte und Pflichten als Arbeitnehmer. Daher ist im Ausbildungszyklus ein thematischer Abschnitt ausschließlich dem Arbeitsrecht und den Arbeitsbeziehungen gewidmet.
Was meinen wir, wenn wir den Begriff „Recht“ verwenden? Wir verweisen auf den Satz von Rechtsnormen (Regeln), die das Verhalten von Menschen in der Gesellschaft regeln. Diese Regeln sind verbindlich, und es gibt verschiedene Mechanismen der „Nötigung“, die der Staat nutzen kann, um sie durchzusetzen.
Folglich können wir das Arbeitsrecht als eine Reihe von gesetzlichen Vorschriften definieren, die die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer regeln.
2. Der Ursprung des Arbeitsrechts
Das Arbeitsrecht hat einen relativ jungen Ursprung, der in der Industriellen Revolution (18. und 19. Jahrhundert) liegt. Damals herrschten für die vielen Arbeitnehmer unmenschliche Lebens- und Arbeitsbedingungen:
- Arbeitszeit: Nicht geregelt oder zeitlich befristet (Akkordarbeit). Es wurde bis zu 19 Stunden täglich gearbeitet.
- Kinderarbeit: Ohne Altersgrenze und ohne Schulpflicht.
- Gesundheit und Sicherheit: Arbeitsunfälle waren an der Tagesordnung und wurden nicht wie heute abgesichert.
- Soziale Absicherung: Fehlende soziale Sicherheit.
- Rechte: Fehlende Rechte (das Streikrecht galt als Verbrechen).
Vergleichstabelle: Industrielle Revolution vs. Heute
| Funktionen | Industrielle Revolution | Aktuell |
|---|---|---|
| Kinderarbeit | Ab 5 Jahren | Mindestalter 16 Jahre |
| Arbeitszeit | 12–19 Stunden täglich | 8–9 Stunden |
| Löhne | Sehr niedrig und elend | Mindestlohn / Tarifverträge |
| Gewerkschaften | Verboten | Grundrecht |
| Urlaub | Keiner | Mindestens 30 Tage |
Diese Bedingungen wirkten als Auslöser für die Arbeiter, sich zu organisieren. In England entstanden erste Gewerkschaftsgruppen, die ihre sozialen Interessen verteidigten. Dies führte dazu, dass der Staat in die sogenannten sozialen Fragen eingriff (Begrenzung der Arbeitszeit, Sicherheit, Streikrecht, soziale Absicherung).
3. Das Arbeitsverhältnis
Das Arbeitsrecht regelt die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, bei der der Arbeitnehmer einen Dienst für den Arbeitgeber in einem persönlichen, freiwilligen und abhängigen Verhältnis erbringt und dafür ein Gehalt erhält. Gemäß Artikel 1 des ET (Estatuto de los Trabajadores) gibt es fünf Merkmale:
- Persönlich: Die Arbeit muss von der Person selbst geleistet werden.
- Freiwillig: Die Arbeit erfolgt ohne Zwang.
- Fremdbestimmt: Die Vorteile der Arbeit kommen dem Arbeitgeber zugute.
- Abhängig: Die Arbeit erfolgt innerhalb der Organisation und Verwaltung des Arbeitgebers.
- Bezahlt: Der Mitarbeiter erhält eine Vergütung oder einen Lohn.
3.1 Ausgeschlossene Arbeitsbeziehungen
Einige Beziehungen sind von der Regulierung durch das Arbeitsrecht ausgeschlossen, wie z. B.:
- Beamte und Bedienstete des Staates
- Obligatorische persönliche Dienste
- Tätigkeiten als Geschäftsführer oder Organmitglieder
- Gefälligkeitsdienste (Freundschaft, Nachbarschaft)
- Familienarbeit (bis zum zweiten Grad)
- Gewerbliche Handelsvertreter
4. Quellen des Arbeitsrechts
Unter Quellen des Arbeitsrechts verstehen wir den Satz von Regeln und Grundsätzen, die Arbeitsbeziehungen bestimmen.
4.1 Interne Quellen
- Die Verfassung: Die wichtigste Regel des Staates, das „Gesetz der Gesetze“.
- Das Gesetz: Gesetzliche Normen, die von den Cortes (Parlament) verabschiedet werden (Organische Gesetze, ordentliche Gesetze).
- Standards mit Gesetzesrang: Gesetzesdekrete (bei Dringlichkeit) und Legislativdekrete (durch Delegation).
- Verordnungen: Vom Ministerrat oder Ministerien erlassen.
- Tarifverträge: Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmervertretern und Arbeitgebern.
- Arbeitsbräuche: Durch langjährige Praxis etablierte Standards.
- Rechtsgrundsätze: Allgemeine Kriterien wie Treu und Glauben.
4.2 Externe Quellen und EU-Recht
Hierzu zählen internationale Abkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) sowie Verträge zwischen Staaten. Zudem spielen die Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Union eine zentrale Rolle bei der Harmonisierung der Arbeitsgesetze.