Das brasilianische Gesundheitssystem SUS: Grundlagen
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Verfassung von 1988: Das Projekt SUS
Artikel 196: Gesundheit ist das Recht eines jeden und die Pflicht des Staates. Dies wird durch Sozial- und Wirtschaftspolitiken garantiert, die darauf abzielen, das Risiko von Krankheiten und anderen Gesundheitsproblemen zu verringern sowie den universellen und gleichberechtigten Zugang zu Programmen und Dienstleistungen für deren Förderung, Schutz und Wiederherstellung zu gewährleisten.
Rechtliche und regulatorische Grundlagen
- Organgesetz der Gesundheit (Lei Orgânica da Saúde) Nr. 8080 vom 19.09.1990
- Gesetz Nr. 8142 vom 28.12.1990
- Basis-Betriebsnormen (NOB): Eingeführt in den Jahren 1991, 1992, 1993 und 1996
- Verfassungsänderung 29 vom 13.09.2000
- Operative Norm für das Gesundheitswesen (NOAS-SUS 01/2001)
- Operative Norm für das Gesundheitswesen (NOAS-SUS 02/2002)
- Pakt für die Gesundheit (2006)
Gesetz 8080: Das Organisationsgesetz
- Das 1990 erlassene Gesetz 8080 wird als Organisationsgesetz für die Gesundheit bezeichnet. Es definiert die Aufgaben und Befugnisse der einzelnen staatlichen Ebenen.
- Es schafft die Voraussetzungen für die Förderung, den Schutz und die Wiederherstellung der Gesundheit. Zudem sieht es staatliche Verfassungen und Organgesetze (Lei Orgânica) sowie kommunale Regelungen über die Organisation und das Funktionieren der betreffenden Dienste vor.
Prinzipien des SUS – Gesetz 8080/90
- Universalität
- Vollständigkeit (Integralität)
- Gerechtigkeit (Equity)
- Dezentralisierung
- Regionalisierung
- Hierarchisierung
- Soziale Kontrolle (Beteiligung)
Gesetz 8142/90: Beteiligung und Finanzierung
- Ergänzung zum Gesetz 8080/90.
- Festlegung der Rolle von Gesundheitskonferenzen und Gesundheitsräten.
- Beteiligung der Gemeinschaft am Systemmanagement und an der Finanzierung.
- Die Mittel des Nationalen Gesundheitsfonds werden regelmäßig und automatisch an die Bundesstaaten und Gemeinden überwiesen, sofern diese über einen städtischen Gesundheitsfonds, einen kommunalen Gesundheitsplan, einen Bericht und einen Stadtrat verfügen.
Gesundheitsfonds und kommunale Planung
Gesundheitsfonds
Ein gesetzlich geschaffenes Verfahren zur Ressourcenverwaltung, um alle für die Gesundheit bestimmten Mittel zu bündeln.
Kommunaler Gesundheitsplan
- Das Basisinstrument, das die Absichten und angestrebten Ergebnisse in allen Bereichen des Gesundheitswesens widerspiegeln sollte, um die Vollständigkeit des SUS zu gewährleisten.
- Beinhaltet eine Situationsanalyse sowie die Definition von Zielen, Leitlinien und Vorgaben für einen Zeitraum von vier Jahren.
Jahresbericht der Geschäftsleitung (GM/MS Nr. 3.332/06)
- Monitoring und Evaluierung des jährlichen Gesundheitsplans anhand der erzielten Ergebnisse im Vergleich zum vorgeschlagenen Plan.
- Ergebnisse der Indikatorenberechnung.
- Analyse der Umsetzung des Zeitplans (physisch sowie Haushalt/Finanzen).
- Annahme durch den Stadtrat.
Der Stadtrat für Gesundheit
- Beschlussfassender Charakter (deliberativ).
- Zusammensetzung des Rats:
- 50 % Nutzerinnen und Nutzer der Gesundheitsdienste
- 25 % Dienstleister
- 25 % Angehörige der Gesundheitsberufe
- Genehmigung des kommunalen Gesundheitsplans sowie Ausbildung und Durchführung von Überwachungsstrategien für die Umsetzung der Gesundheitspolitik (Kontrolle der finanziellen Ressourcen).
Die Rolle der Gesundheitsberater
- Verbesserung der Informationslage: Berater müssen sich fortbilden, um zu verstehen, wie Gesundheitsausgaben getätigt werden. Sie müssen über die eingenommenen Beträge, das Budget und die Ausgabenkontrolle informiert sein.
- Prüfung der Berichte: Sie müssen die jährlichen Lageberichte der Manager prüfen, die den Gesundheitsräten zur Beratung vorgelegt werden.
- Finanzausschüsse: Es ist zwingend erforderlich, dass die Räte Budget- oder Finanzausschüsse bilden, um die Entwicklung der öffentlichen Haushalte im Gesundheitsbereich ständig zu überwachen. Dies umfasst die Prüfung von Berichten, Ausgabenbelegen (Mittelbindungen, Rechnungen, Ressourcenlieferungen) und Kontoauszügen.
- Klärungspflicht: Bei Fragen zur Verwendung öffentlicher Mittel sind Berater verpflichtet, Klärung vom Manager zu verlangen. Bleiben Zweifel bestehen oder gibt es Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, muss eine Beschwerde bei den zuständigen Organen (Legislative, Rechnungshöfe, Staatsanwaltschaft, Gerichte) eingereicht werden.
- Soziale und politische Vernetzung: Die Vorstände der Gesundheitsräte müssen sich sozial und politisch artikulieren. Es ist notwendig, Beziehungen zu Medien, öffentlichen Institutionen und Behörden zu pflegen, um die Bereiche der sozialen Kontrolle zu stärken.