Grundlagen der Psychologie: Theorien und Modelle
Definition der Psychologie
Psychologie ist die wissenschaftliche Erforschung der menschlichen Tätigkeit. Sie ist als wissenschaftliches Studium definiert, da wir bei der Untersuchung Konzepte unter Anwendung wissenschaftlicher Methodik nutzen (z. B. Formulierung von Hypothesen und deren Überprüfung). Die Psychologie untersucht die menschliche Psyche durch die Analyse von beobachtbarem Verhalten (Bewegungen, verbales und nonverbales Verhalten) sowie durch die Erforschung kognitiver Prozesse und Emotionen.
Forschung in der Psychologie
Die wissenschaftliche Forschung umfasst eine Reihe von Stufen:
- Formulierung des Problems
- Formulierung von Hypothesen oder Zielen
- Definition der Variablen
- Einrichtung und Durchführung des Forschungsdesigns
- Datenanalyse und Schlussfolgerungen
- Publikation der Ergebnisse
Wichtige theoretische Rahmenbedingungen
Die wichtigsten theoretischen Ansätze in der Psychologie sind die Psychoanalyse, der Behaviorismus und der Kognitivismus.
- Psychoanalyse: Entstand Ende des 19. Jahrhunderts aus medizinischer Sicht. Sie betrachtet Kultur und Gesellschaft als Faktoren, die natürliche Instinkte unterdrücken. Gegenstand der Untersuchung sind Abweichungen des menschlichen Verhaltens aus einer intrapsychischen Perspektive.
- Behaviorismus: Entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und konzentriert sich ausschließlich auf die Studie des beobachtbaren Verhaltens. Das Hauptziel ist die Erforschung der Gesetze, die das Lernen regieren.
- Kognitivismus: Konzentriert sich auf die Untersuchung mentaler Prozesse. Er widmet seine Bemühungen der Erklärung kognitiver Funktionen wie Wahrnehmung oder Denken.
Das biopsychosoziale Modell
Dieses Modell betrachtet Gesundheit und Krankheit als Pole eines Kontinuums, die durch biologische, psychologische und soziale Faktoren bestimmt werden. Gesundheit wird als ein Prozess verstanden, bei dem sich die Person bestmöglich entwickelt. Es handelt sich um eine Skala mit vielen Variationen zwischen den Extremen Gesundheit und Krankheit.
Relevanz der angewandten Psychologie im Gesundheitswesen
Die Integration der Psychologie in das Gesundheitswesen resultiert aus einem Wandel im Verständnis von Gesundheitssystemen. Wesentliche Faktoren hierfür sind:
- Biopsychosoziales Konzept: Die Notwendigkeit, soziale und psychologische Aspekte einzubeziehen.
- Veränderte Krankheitsursachen: Das Verhalten des Menschen ist ein entscheidender Faktor für Gesundheit und das Entstehen chronischer Erkrankungen.
- Gesundheitskosten: Das Wachstum der Ausgaben ohne entsprechende Verbesserungen des Gesundheitszustands.
- Psychologische Behandlung: Die Anwendung von Assessment-Verfahren und Therapien, insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie, mit äußerst positiven Ergebnissen.
Definition der medizinischen Psychologie
Während sich die Gesundheitspsychologie auf körperliche Erkrankungen und die daraus resultierenden emotionalen Probleme konzentriert, steht die psychische Gesundheit im Vordergrund der klinischen Psychologie.