Grundlagen der Textlinguistik: Kompetenz, Kohäsion und Kohärenz

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Grundlegende Konzepte der Textlinguistik

Definitionen linguistischer Kompetenzen

  • Linguistische Konfiguration: Die Anordnung sprachlicher Elemente, organisiert durch Bau-Regeln.
  • Sprache (Broadcast): Die konkrete Äußerung des Textes zu einem bestimmten Anlass.
  • Diskurskompetenz: Die Möglichkeit, den Code in bestimmten Situationen anzuwenden.
  • Baukompetenz (Code-Kenntnis): Kenntnis des Codes, seiner Komponenten und der Regeln der Sprache.
  • Soziale Kommunikationskompetenz: Umfasst Bau-, Diskurs- und weitere Kompetenzen.

Theoretische Bezugspunkte

  • Saussure: Fokus auf die Sprache (Langue).
  • Chomsky: Fokus auf die Kompetenz.
  • Van Dijk: Einheit der höchsten Beschreibung (Text).

Text und Äußerung

Phasen der Textproduktion

  1. Konzeption (Gebet/Text)
  2. Formulierung (Form/Einsatz)
  3. Realisierung (Produkt/Rede/Äußerung)

Die Äußerungsproduktion ist nicht nur individuell und nicht nur die Produktion des Diskurses, sondern eine *Maßnahme* (Leistung), die Ideen beinhaltet.

Kohärenz und Kohäsion: Die Basis textueller Kompetenz

Kohäsion (Zusammenhalt)

Die Kohäsion ist der grammatische, formale Aspekt. Sie beschreibt die Verknüpfung eines Satzes mit einem anderen im Text.

Kohärenz (Sinn/Konsistenz)

Die Kohärenz ist der mentale, begriffliche Aspekt (Sinn). Sie bezeichnet Tatsachen, die sich aus einer Interaktion zwischen Text und Wissen über die Welt ergeben. Sie entsteht durch die Zusammenarbeit der Kommunikationspartner (Subjekt/Interpretant – Leser/Emittent) und wird durch Signale aus dem Text und geteiltes Wissen aktiviert.

Textuelle Kompetenz

Die Fähigkeit von Sender und Empfänger, wohlgeformte Texte zu *produzieren* oder zu *akzeptieren*. Sie sind fähig, Sätze mit Kontinuität oder zusammenhängendem Sinn zu produzieren und Satzsequenzen zu *erkennen*, die einen Sinn ergeben und wohlgeformte Texte bilden.

Kohärenz und Kohäsion werden durch Phänomene der Wiederkehr (Themen oder Aktionen im Text), der Progression und der Verbindung aktiviert.

Anforderungen an die Textkompetenz

Formen der Textkompetenz

  • Dialogisch (mündlich)
  • Monologisch (mündlich und schriftlich)

Kohäsionsanforderungen: Wiederholungsregeln

Diese Regeln dienen der Pflege der Referenten (Referenten-Maintenance) durch die Wiederkehr von Elementen:

  • Wiederholung (Repetition): Ein Lexem oder Syntagma wird im Text wiederholt.
  • Lexikalische Substitution: Ein Lexem wird ersetzt:
    • Gleiche Ebene (Synonymie): z. B. *Strafgefangener* ersetzt durch *Gefangener*.
    • Unterschiedliche Ebene (Hyperonymie): z. B. *Tier* ersetzt durch *Katze*.
  • Satzkonferenz (Referenz): Komplexerer Ausdruck, z. B. *Raul* ersetzt durch *der Präsident*.
  • Ellipsen (Auslassungszeichen).

Progressionsregeln (Einführung neuer Informationen)

Die paradoxe Situation erfordert, etwas Neues zu sagen, neue Referenzen einzuführen und neue Informationen zu liefern.

  • Kognitive Anker: Rückkehr zur Einführung des Bekannten, bevor das Neue folgt.
  • Thema und Rhema:
    • Thema: Was bekannt ist.
    • Rhema: Was neue Informationen liefert.
  • Textprogression: Konstante Versorgung mit neuen Informationen.

Möglichkeiten der Progression

  • Fortschreiten der laufenden Ausstellung (Konstante Progression)
  • Kettenprogression (Schritt für Schritt)
  • Abgeleitete Progression (z. B. Henne-Ei-Prinzip)
  • Hyperthema: Übergeordnetes Thema (z. B. Technischer Service, Bahn, Mail, Schreiben).

Textorganisation und Abschluss

Typen von Beziehungen (Semantische Relationen)

  • Container-Inhalt (Teil-Ganzes): z. B. *den Fernseher einschalten*, *essen und schlafen*.
  • Aktion-Instrument: z. B. *Nagel* und *Hammer*.
  • Besitz: z. B. *Juan ist arm, er hat kein Geld*.

Konnektoren und Organisatoren

Verbindungen und Anschlüsse können sein: kausal, konsekutiv, adversativ, konzessiv, vergleichend.

Indikatoren für Textstruktur und Ende

  • Intratextuelle Anaphern: (z. B. *diese*).
  • Progressionsindikatoren: (z. B. *zuerst, dann*).
  • Neuformulierungsindikatoren: (z. B. *anders gesagt, das heißt*).
  • Indikatoren für kognitive Anker: (z. B. *wie bereits gesagt, wie erwähnt*).

Frame (Rahmen)

Dinge, die in den Rahmen passen, z. B. eine Routine: *Bevor ich den Fernseher ausschalte, putze ich mir die Zähne*.

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