Kognitive Psychologie: Definition und Grundlagen
Was ist Kognitive Psychologie?
Die Kognitive Psychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie, die sich mit der Erforschung mentaler Prozesse befasst. Dazu gehören insbesondere die Wahrnehmung, das Gedächtnis, das Lernen, die Bildung von Konzepten sowie das logische Denken. Die kognitive Psychologie untersucht Mechanismen, die kognitive Prozesse steuern, wie etwa das Speichern, Abrufen, Erkennen, Verstehen, Organisieren und Nutzen von Informationen, die über die Sinne aufgenommen werden.
Die kognitive Psychologie entstand in den 1950er und 1960er Jahren als Reaktion auf den Behaviorismus. Während der Behaviorismus die direkte Untersuchung seelischer Vorgänge ablehnte, da er den Geist nicht als wissenschaftlich beobachtbares Phänomen betrachtete, nutzt die kognitive Psychologie mentale Prozesse, um menschliches Verhalten zu erklären. Diese Prozesse gehen weit über einfache Reiz-Reaktions-Muster hinaus.
Die kognitivistische Hypothese
Trotz unterschiedlicher Schulen und Disziplinen innerhalb der Kognitionswissenschaften teilen sie die Annahme, dass Verhalten durch mentale Strukturen und Prozesse erklärt werden muss, die als Formen der Informationsverarbeitung verstanden werden.
Die Arbeit von Noam Chomsky zu sprachlichen Problemen verdeutlichte, dass der Behaviorismus eine grundlegende Frage nicht beantworten konnte: den Ursprung der Sprache. Die Prozesse des Spracherwerbs lassen sich nicht auf ein einfaches System von Belohnung und Verstärkung reduzieren. Das Studium der Sprache rückte den Geist und mentale Prozesse – von Chomsky als „Black Box“ bezeichnet – wieder in den Fokus. Die Idee war, die Existenz eines Informationsverarbeitungsmechanismus zu postulieren, der als Vermittler zwischen sprachlichen Reizen und der Reaktion des Individuums dient.
Die kognitive Psychologie ist eng mit dem Paradigma der Informationsverarbeitung durch die Manipulation von Symbolen und der Computer-Metapher verbunden. Dabei wird der menschliche Verstand als ein System betrachtet, bei dem:
- die Software den mentalen Prozessen entspricht,
- die Hardware die physische Grundlage bildet, auf der diese Prozesse umgesetzt werden.