Methoden der moralischen Erziehung: Ansätze und Konzepte
Ansätze und Methoden der moralischen Erziehung
Gleichnisse (das Erzählen von Geschichten) sind das Bildungs-Genre par excellence: Sie schreiben keine starren Regeln vor, sondern vermitteln Grundsätze und empirische Belege für moralisches Handeln.
Storytelling und Geschichten
Wann gibt es praktische Maßnahmen, um diese Geschichten effektiver zu gestalten?
Dilemmas und Erzählungen
Das Dilemma dient nicht dazu, den Protagonisten als heroischen Charakter darzustellen. Es ist fundamental, da es ein grundlegendes Problem in der Geschichte beschreibt, für das eine Lösung gefunden werden muss. Dabei werden soziale Merkmale demonstriert, und das Dilemma bleibt offen – jeder entscheidet selbst über den Ausgang.
Im Gegensatz zur nicht-direktiven Erziehung, die davon ausgeht, dass Erwachsene keine Werte aufzwingen dürfen („jedes Kind ist ein Ethiker, der seine eigenen Werte entdecken muss“), vertritt die klassische Erziehung die Ansicht, dass Erwachsene über eine moralische Weisheit verfügen, die Kinder erst erlernen müssen. Aristoteles betonte bereits: Ohne gute Gewohnheiten ist es schwierig, moralische Prinzipien zu erfassen.
Kohlbergs Theorie der moralischen Erziehung
Kohlbergs Theorie entwickelte im Wesentlichen zwei Wege zur moralischen Erziehung:
- Diskussion über moralische Dilemmata im Unterricht.
- Gemeinschaftsbildung unter Einbeziehung der gesamten Schule.
Die Diskussion basiert auf dem sozialkognitiven Konflikt. Da kognitive Widersprüche als Motoren der Entwicklung gelten, steht der Austausch von Ideen zwischen Schülern und Lehrern im Vordergrund.
Methodik der moralischen Erziehung
Hypothese: Kinder werden systematisch mit moralischen Erwägungen konfrontiert, die eine Stufe über ihrem eigenen Niveau liegen. Sie fühlen sich von dieser Argumentation angezogen und werden dazu ermutigt, ihre eigene Meinung auf eine höhere Stufe zu entwickeln.
Methodik: Gruppendiskussionen mit Schülern der sechsten Klasse zu verschiedenen Ebenen der moralischen Argumentation. Ergebnis: 64 % der Schüler, die an der Diskussionsgruppe teilnahmen, konnten ihre moralische Argumentation signifikant steigern. Der Prozess stimuliert die Entwicklung nachhaltig, sofern die Intervention die passenden Voraussetzungen schafft.
Als pädagogisches Instrument dient das moralische Dilemma: Eine kurze Erzählung einer sozialen Situation, die einen Konflikt mit einer individuellen Entscheidung darstellt. Die Person muss eine optimale Lösung finden und diese moralisch sowie logisch begründen. Die Situation muss dabei mehrere Lösungswege zulassen.
Inhalt der moralischen Erziehung
Aus konstruktivistischer Sicht sind Lerninhalte vielfältig und nicht auf klassische Konzepte beschränkt:
a) Konzeptionelle Inhalte
Diese Inhalte sind eng mit der gelebten Realität der Schüler verknüpft.
b) Einstellungsorientierte Inhalte
Einstellungen sind erlernte, relativ feste Tendenzen, die das Verhalten in bestimmten Situationen steuern. Sie sind komplex und bestehen aus drei Elementen:
- Kognitiv: Überzeugungen und Glaubenssätze.
- Affektiv: Gefühle.
- Behavioral: Handlungsweisen.
Werte sollten Einstellungen prägen wie: Einfachheit, Freiheit, Solidarität, Frieden, Respekt, Kooperation, Verantwortung und Autonomie.
c) Verfahrensorientierte Inhalte
Dies umfasst menschliche Fähigkeiten, die Menschen dazu befähigen, ihre Persönlichkeit kompetent zu entfalten.